B-1 Selbstbestimmt lernen, selbstbestimmt leben. Bildung für das 21. Jahrhundert

Bildung ist ein Schlüssel dazu, dass alle Menschen in einer friedlichen, gerechten und nachhaltigen Welt leben können. Bildung hat die Aufgabe, Menschen ein freies, erfolgreiches und erfülltes, sicheres und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und sie zur gesellschaftlichen Teilhabe zu befähigen. An diesem Bildungsauftrag, ändert sich auch im 21. Jahrhundert nichts. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen alldies gelingen soll, haben sich aber sehr wohl geändert.

Die zunehmende sozialer Spaltung, die Klimakrise, die digitale Transformation und die Globalisierung erfordern eine grundlegend andere Gestaltung von Bildungsprozessen. Die Digitalisierung verändert schon heute massiv die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten. Sie fordert erweitertes Wissen, vor allem aber auch andere Kompetenzen, damit jede*r Einzelne damit umgehen und wir als Gesellschaft weiter erfolgreich handeln und gut miteinander leben können. Die Klimakrise, die Folgen der Globalisierung und das Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft erfordern klare Werte, Haltungen, Wissen und Kompetenzen. Die von Bund und Ländern bereits verabschiedeten globalen Nachhaltigkeitsziele (SustainableDevelopment Goals, SDGs) sowie die im 2030-Rahmen für individuelles und kollektives Wohlbefinden der OECD definierten Herausforderungen bieten den Orientierungsrahmen für eine nachhaltige, zukunftsfähige Bildungspolitik. Wir streben im Sinne der Ziele nachhaltiger Entwicklung eine inklusive, gerechte und hochwertige Bildung für alle an. Sie soll dazu befähigen, Kultur und Naturerbe zu erhalten, Vielfalt und Nachhaltigkeit in einer demokratischen Gesellschaft zu fördern sowie Wissen zu schaffen, zu verbreiten und zu teilen, um auch zukünftigen Generationen ein Leben in Frieden und Freiheit in einer lebenswerten Umwelt zu ermöglichen. Bildung bedeutet für uns, Bedingungen zu bieten, die eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung und umfängliche Teilhabe ermöglichen und über eine bloße Vorbereitung auf das Berufsleben hinausgeht.

In Bezug auf Bildungsgerechtigkeit steht unser Bildungssystem heute vor neuen Herausforderungen. In NRW leben Menschen mit länger- und kurzfristigeren internationalen Familiengeschichten aus über 190 Herkunftsnationalitäten mit mindestens ebenso vielen Sprachen. Zwei- und Mehrsprachigkeit sind immer stärker Erfahrungen, die alle Kinder betreffen, ihre Lebenswelt und ihren Alltag prägen. Mehrsprachigkeit ist ein Bildungsschatz, der jedoch konsequente Förderung und Unterstützung benötigt. Aktuell sind ca. 40 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in NRW aus Familien mit einer Migrationsgeschichte, die mindestens eine weitere Sprache als Deutsch nutzen. Mehrsprachigkeit ist einerseits ein angeborenes Potenzial aller Menschen und die gelebte Normalität vieler Schülerinnen und Schüler, andererseits ist sie eingebunden in gesamtgesellschaftliche Dominanzverhältnisse sowie Fragen von Anerkennung und Teilhabe. Wir setzen uns für eine inklusive, diskriminierungsfreie Bildung ein.

Bildung in einer Migrationsgesellschaft erfordert neue Perspektiven und Zugänge, die die Potentiale und Bedarfe aller Kinder in den Blick nehmen. Wir wollen aktuelle fachwissenschaftliche Entwicklungen zur Gestaltung einer interkulturellen, migrationspädagogischen und rassismuskritischen Bildung aufnehmen und unterstützen die Bemühungen zur Etablierung einer Beschwerdekultur gegen Diskriminierungen im Bildungsbereich. Wir wollen Mehrsprachigkeitsdidaktik und sprachsensiblen Unterricht in allen Lernprozessen (und bereits in der beruflichen Ausbildung) fördern.

Ansätze zur Bekämpfung von Bildungsarmut und Bildungsbenachteiligung entfalten nicht ausreichend Wirkung. Die soziale Spaltung der Gesellschaft droht sich weiter zu vertiefen und reproduziert sich im Bildungssystem; viele Kinder erleben gesellschaftliche Ausgrenzung und Perspektivlosigkeit. Identifikation mit der Demokratie, Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt sind Grundbedingungen für ein funktionierendes demokratisches Gemeinwesen. Der Bildungspolitik kommt deshalb eine immense Verantwortung für den Erhalt der liberalen Demokratie zu. Dieser Verantwortung stellen wir uns.

Unser Bildungssystem ist im Ganzen unterfinanziert – das wollen wir ändern. Die Kommunen stehen heute nicht selten am Rande ihrer finanziellen Möglichkeiten. Zur Sicherung vergleichbarer Lebensverhältnisse und der Qualität von Bildung wollen wir die Aufgaben- und Lastenteilung zwischen Land und Kommunen in finanzieller Hinsicht neu aushandeln und auch den Bund stärker verpflichten, sich an der Finanzierung eines zukunftsfähigen und gerechten Bildungssystems zu beteiligen. Wir wollen die durch die Grundgesetzänderung ermöglichte Kooperation zwischen Bund und Ländern nutzen, um künftig Investitionsprogramme, etwa für Sanierung und Neubau an besonders herausfordernden Standorten, auf den Weg zu bringen und auch personelle Unterstützung z. B. bei der Inklusion und Sozialarbeit zu verstärken. Das Landesprogramm Gute Schule 2020 wird fortgeführt.

Der Lehrkräftemangel wird die Schulen absehbar belasten. Wir wollen uns dafür einsetzen, den Lehrerberuf aufzuwerten, die Ausbildungskapazitäten auszubauen, umso mittelfristig den Mangel zu bekämpfen. Gleichzeitig wollen wir mit verschiedenen Maßnahmen kurzfristig Abhilfe schaffen, etwa indem wir Lehrer*innen von Verwaltungsaufgaben entlasten. Grundschulen, aber allgemein auch Schulen in herausfordernden Lagen, sind besonders vom Lehrer*innenmangel betroffen. Sie weisen häufig die höchsten Seiteneinsteigerquoten auf. Schulscharfe Stellenausschreibungen führen häufig nicht mehr zum Erfolg, verursachen aber einen hohen Aufwand für die Schulleitungen. Deshalb schlagen wir vor, die schulscharfe Ausschreibung für drei Jahre zu begrenzen und parallel dazu ein Lehrerzuweisungsverfahren durchzuführen. Wir wollen die gleiche Besoldung für alle Lehrämter (A13 als Eingangsbesoldung) einführen – nicht nur für die neu ausgebildeten Lehrer*innen. Daneben wollen wir in einem ersten Schritt an den Standorten mit besonderen Anforderungen die Unterrichtsverpflichtung senken sowie Schulleitungsassistenzen und mehr Entlastungsstunden zur Verfügung stellen. Die Arbeitszeiten von Lehrkräften definieren wir in Zukunft nicht mehr nur über das Stundendeputat im Unterricht, sondern bezieht alle Tätigkeiten ein, beispielsweise Teamzeiten und Fortbildungen. Wir wollen, dass diese Zeiten in konkreten Modellen Berechnung finden. Schulleitungen müssen hier in Zusammenarbeit mit den Lehrerräten eigenständige Konzepte erstellen können.

Wir wollen eine Bildung, die im Sinne einer umfassenden Persönlichkeitsbildung Menschen, vor allem Kindern, Geborgenheit, Selbstvertrauen und Sicherheit gibt – gerade auch im Umgang mit Unbekanntem. Wir wollen den Paradigmenwechsel von der derzeit noch weit verbreiteten Defizit- hin zu einer Potentialorientierung und von der „Begabtenförderung“ zur vielfältigen Begabungsförderung schaffen, damit die Talente und Stärken jedes Menschen sich entfalten können. Bildung muss die Freude am Lernen, die jedes Kind empfindet, erhalten und fördern. Unser Verständnis von Leistung ist: Jedes Kind wird nach seinen individuellen Stärken gefordert und gefördert, wodurch es in einem anregenden und geschützten Rahmen sich entfalten und Leistung erbringen kann und soll.

Wir wollen eine Bildungspolitik, die nach Bildungsgerechtigkeit strebt und Bildungsarmut und -benachteiligung entschlossen bekämpft. Jedes Kind ist anders, jede Schule ist anders. Wir wollen darum dafür Sorge tragen, dass Mittel zielgenauer dort ankommen, wo sie besonders gebraucht werden. Gute Bildungspolitik muss Ungleiches ungleich behandeln. Die Schulen, die vor den größten Herausforderungen stehen, sollen auch die größte Unterstützung erhalten. Deshalb wollen wir pädagogische Ressourcen und Sachressourcen auf der Basis eines durch ein Sozial- und Bildungsmonitoring erfassten, schulscharf ermittelten Sozialindex verteilen. Dies betrifft nicht allein Stellen für Lehrer*innen und die multiprofessionellen Teams aus Sozialarbeiter*innen, Erzieher*innen und Schulpsycholog*innen, sondern umfasst auch Investitionsmittel für bauliche Anpassungen und Erweiterungen. Wir wollen, dass insbesondere an herausfordernden Standorten die Klassengröße gesenkt wird.

Auch, wenn wir hier den Blick auf die Bildungseinrichtungen fokussieren, wissen wir, wie wichtig es ist, die Familien, von Anfang an zu stärken und besonders auch Alleinerziehende zu unterstützen, für eine lebenswerte Um- und Mitwelt zu sorgen, damit unsere Kinder und Enkelkinder gesund und glücklich aufwachsen können. Diese ökologische und soziale Verantwortung wollen wir mit aller Kraft wahrnehmen.

Frühkindliche Bildung

Bildung muss von Beginn an für alle gebührenfrei sein. Wir wollen deshalb Schritt für Schritt zur Beitragsfreiheit kommen, ohne die Qualitätsentwicklung zu vernachlässigen. Auf dem Weg dorthin wollen wir über landeseinheitliche und sozial gestaffelte Beitragstabellen mehr Gerechtigkeit schaffen. Wir wollen die Anerkennung der frühkindlichen Bildung erhöhen und für eine bessere Bezahlung der Beschäftigten sorgen. Zudem wollen wir die Anstrengungen zur Fachkräftegewinnung steigern und neben der bisherigen Form der Fachschulausbildung Zugänge wie die praxisintegrierte Ausbildung oder Möglichkeiten zum Seiteneinstieg und Qualifizierung in die frühkindliche Bildung in den Blick nehmen.

Das pädagogische Fachpersonal braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Wir wollen deshalb verbindliche Fachkraft-Kind-Schlüssel gesetzlich verankern, die zwischen unmittelbarer und mittelbarer pädagogischer Arbeit differenzieren und Fehlzeiten durch Urlaub, Krankheit oder Fortbildung abbilden. Teamgespräche, Vor- und Nachbereitung sowie die Dokumentation von Bildungsprozessen sollen in die Personalbemessung mit eingerechnet werden.

Je früher ein Kind Zugangschancen zu Bildung erhält, desto weniger wirkt der Zusammenhang zwischen Herkunft und Bildungserfolg. Neben Bildung, Betreuung und Erziehung ist Gesundheitsförderung die vierte Säule frühkindlicher Bildung. Die motorische Entwicklung spielt eine entscheidende Rolle in der ganzheitlichen Entwicklung von Kindern; gesunde Ernährung ist genauso wichtig wie integrierte Bewegungsförderung. Allen Kindern soll in der Kita gesundes Essen angeboten werden. Dazu wollen wir verbindliche Qualitätsstandards für das Essen in Kitas einführen, aber auch Grundkenntnisse gesunder Ernährung und über Lebensmittel kindgerecht vermitteln.

Im Sinne eines umfassenden Bildungs- und Erfahrungsverständnisses wollen wir auch die kulturelle Bildung in Kindertageseinrichtungen stärken, denn sie befähigt Kinder, Kunst und Kultur von Grund auf kennen und verstehen zu lernen, zu gestalten und aktiv am kulturellen Leben teilzuhaben. Wir wollen, dass jedes Kita-Kind mindestens einmal im Jahr Kultureinrichtungen und Angebote der städtischen Bibliotheken wahrnehmen kann. Dies fördert auch die Partnerschaften zwischen Kindertageseinrichtungen und Kulturpartnern vor Ort.

Als erste Orte institutionalisierter Bildung kommt Kitas bei der Umsetzung inklusiver Bildungsprozesse große Bedeutung zu. Wir sehen in einer kinderzentrierten Pädagogik, die die Unterschiedlichkeit einer Gruppe voraussetzt und alle Kinder in ihren unterschiedlichen Potentialen wahrnimmt, einen zentralen Schlüssel für gelingende inklusive Entwicklung. Inklusion mit dem Ziel, die Teilhabe aller Kinder an gelingenden Bildungsprozessen zu ermöglichen, braucht ausreichende finanzielle und personelle Ressourcen. Neben pädagogischen Fachkräften und pädagogischen Konzepten wollen wir auch therapeutische Ansätze und Personal in den Einrichtungen verankern und bei der Finanzierung berücksichtigen.

Neben den Kitas kommt auch den Familienbildungsstätten eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Familien zu. Ziel der Familienbildung ist es, allen Familien ein gutes Leben und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Mit ihren vielfältigen, wohnortnahen, kostengünstigen und niedrigschwelligen Angeboten stärken sie die Kompetenzen von Familien und holen die Familien dort ab, wo sie sich gerade befinden. Diese familienbezogenen Bildungsangebote müssen für Familien in allen biografischen Phasen niedrigschwellig vorhanden sein.

Erfolgreiche Bildungswege brauchen gute Übergänge. Nach wie vor sind viele Bildungsbiografien von unfreiwilligen Brüchen gekennzeichnet. Mit einem koordinierten Übergangsmanagement zwischen Kita und Grundschule und einer engen Kooperation wollen wir den Übergang an der „ersten Schwelle“ im Bildungssystem für Kinder positiv gestalten und die spezifischen Bildungsansätze der jeweiligen Einrichtungen verzahnen. Wir wollen, dass Grundschulen und Kitas auch personell verstärkt kooperieren. Hier können Familienzentren eine zentrale Rolle spielen. Auch zwischen Grundschulen und weiterführenden Schulen entstehen oft soziale Brüche. Grundsätzlich möchten wir Kindern so wenig Schulwechsel wie nötig und so spät wie möglich zumuten. Daher unterstützen wir die Gründung von „Primusschulen“ als Regelschulen, die gemeinsames Lernen von der ersten Klasse bis mindestens zum ersten Schulabschluss ermöglichen. Wir schlagen vor, diese Denkweise auch durch enge Kooperationen und pädagogische Verzahnung zwischen Grund- und weiterführenden Schulen umzusetzen. Ein garantierter Schulplatz an einer vorab bekannten weiterführenden Schule kann Grundschulkindern einen Übergang in eine neue Bildungsphase ermöglichen, der nicht mit dem Verlust der sozialen Bezugsgruppe verbunden ist.

Wir schlagen den Kommunen vor, feste Zuständigkeiten in der Kommunalverwaltung für das Übergangsmanagement in allen Bildungsbereichen einzuführen, wo diese beschriebenen Übergänge evaluiert und nachgesteuert werden. Wir wollen, dass sich die unterschiedlichen Akteur*innen aus der Jugendhilfe, den Kindertagesstätten, aus Schule, dem Gesundheitsbereich, der Familienberatung, den Sozialämtern und Jobcentern sowie Akteur*innen der Zivilgesellschaft in verbindlichen und finanziell ausgestatteten Kooperations- und Netzwerkstrukturen begegnen und passgenaue Angebote für den Stadtteil oder die Kommune entwickeln.

Starke Grundschule

Wer das Fundament in der schulischen Bildung stärken will, der muss das Schulsystem vom Kopf auf die Füße stellen. Die Grundschulen verdienen höchste Wertschätzung für ihre Arbeit.

Das gemeinsame Lernen in der Grundschule im eigenen Stadtteil bzw. vor Ort ist vorbildhaft und ein wertvolles Gut, das wir mit aller Kraft unterstützen wollen. Grundschulen mit Bekenntnisprofil müssen derzeit aufgrund der Rechtskonstruktion konfessionelle Schüler*innen bevorzugt aufnehmen. Das führt zu sozialer und kultureller Segregation. Wir wollen, dass die Gemeinschaftsgrundschule wirklich die Schulgemeinschaft für alle Kinder ist. Daher schlagen wir vor, die Bekenntnisgrundschulen in Gemeinschaftsgrundschulen umzuwandeln.

Nach dem NRW-Schulgesetz werden Kinder in Gemeinschaftsgrundschulen „auf der
Grundlage christlicher Bildungs- und Kulturwerte in Offenheit für die christlichen Bekenntnisse und für andere religiöse und weltanschauliche Überzeugungen gemeinsam unterrichtet und erzogen.“
Der Religionsunterricht sollte nicht mehr nach Bekenntnissen getrennt erteilt werden, sondern konfessionell-kooperativ. Wir wollen die rechtlichen Grundlagen in der Landesverfassung für die Änderungen schaffen und in Gesprächen mit den Religionsgemeinschaften die notwendigen Entwicklungen im Religionsunterricht voranbringen.

Recht auf hochwertigen Ganztag

Wir wollen – auch zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf – einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz in den Grundschulen und den Sekundarstufen I der weiterführenden Schulen, in einem ersten Schritt bis mindestens zum Ende der 6. Klasse. Der Bund muss mit der Verpflichtung der Kommunen, den Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz umzusetzen, finanzielle Rahmenbedingungen schaffen, die Kommunen in ihren unterschiedlichen Haushaltslagen nicht überfordern. Das schulische Ganztagsangebot muss prinzipiell kostenfrei sein; Bund und Land müssen hier für die Finanzierung einstehen. Wir wollen dafür sorgen, dass mit dem Ganztagsangebot ein kostenloses, gesundes, regionales Mittagessen einhergeht. Wo immer möglich, präferieren wir das Kochen vor Ort.

Eine Ganztagsschule muss ein Lebens- und Lernort sein, der Vertrauen, Sicherheit und Geborgenheit bietet. Der Ganztag bietet vielfältige Chancen um die Selbstwirksamkeit zu stärken, und Gemeinschaft zu erleben und zu pflegen. Er ist Entwicklungsraum und kann Ansporn, Ermutigung und Herausforderung für formelles und informelles Lernen bieten. Ein Raum, in dem Kinder sich erproben dürfen und ihre Kreativität entwickeln und erleben können.

Wer andere Lernformen und eine an den Schülerinnen und Schülern orientierte Rhythmisierung verwirklichen möchte, muss die klassische Trennung unterschiedlicher Bildungsbereiche (Unterricht und Betreuung) überwinden. Das ist im gebundenen Ganztag leichter möglich (und wird an solchen Schulen auch häufig bereits realisiert), gilt aber auch für die Offene Ganztagsschule. Wir wollen auch in offenen Formaten eine stärkere Verzahnung von Schule und Ganztag. Das gilt für die Inhalte, die Teamarbeit und Fortbildung der multiprofessionellen Fachkräfte und ein gemeinsames nutzbares Raumkonzept. Offene Ganztagsangebote sind Bildungsangebote, die eine gute pädagogische Qualifikation der Beschäftigten ebenso voraussetzen, wie eine gute Abstimmung mit den Kollegien und den Schulleitungen, einschließlich ihrer Verankerung in der Schulkonferenz. Denkbar wäre für uns auch eine Weiterentwicklung des offenen Ganztages in modulare Lösungen, in denen auf einen gebundenen Anteil bis 14 oder 15 Uhr ein offener Anteil aufgesetzt ist, den Eltern als Betreuungsformat anwählen können.

Wir wollen besonders die Grundschulen dazu ermutigen, den Weg zur gebundenen Ganztagsschule in partizipativen Prozessen mit den Eltern und Kindern zu gehen. Für Schulen mit herausfordernden sozialen Rahmenbedingungen wollen wir die Möglichkeit der Einrichtung eines Bildungscampus schaffen, in dem Unterstützungsangebote für Kinder und ihre Familien niederschwellig angeboten werden.

Die Qualität und Ausgestaltung der Ganztagsschulen, vor allem der Offenen Ganztagsschule, ist derzeit abhängig von der Finanzkraft der Kommunen und ihrer Möglichkeit, freiwillige Beiträge zur Ausgestaltung des Ganztages zur Verfügung zu stellen. Wir wollen, dass die Qualität des Ganztages auf landesweit gültigen Standards ruht. In der Umsetzung bedeutet dies, dass es landesweit gültige Standards für die personelle und räumliche Ausstattung des Ganztages braucht, die in Abstimmung mit den Schulträgern (Kommunale Spitzenverbände) entstehen. Dies muss für die personelle Ausstattung des Ganztags mit multiprofessionellem Personalundfür dessen Fortbildung und Qualifizierung ebenso gelten, wie für den Raumbedarf, für die Mittagsverpflegung und fürmultifunktionelle Räume fzurinnere Ausgestaltung des Ganztages. Wir wollen die Qualität der OGS landesweit sichern und orientieren uns bei der Finanzierung an den Berechnungen der Wohlfahrtsverbände und der GEW.

Schule im digitalen Wandel

Wir wollen eine Politik für Bildung im digitalen Wandel, die Menschen auf ein selbstbestimmtes, gestaltendes Leben und Arbeiten in einer digitalisierten Welt vorbereitet und die, über die Förderung von berufsrelevanten Kompetenzen hinaus, zu einer aktiven eigenen Lebensgestaltung und gesellschaftlicher Teilhabe befähigt.

Wir wollen Bildung für die digitale Welt gestalten. Die Schule für die digitale Welt beschäftigt sich mit den technischen Möglichkeiten und deren gesellschaftlichen Folgen. Sie fragt danach, wie das Digitale funktioniert und gestaltet werden kann, welche Chancen es mit sich bringt und welche Risiken damit für die Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft verbunden sind. Kinder lernen in der Schule, wie digitale Technik funktioniert, wie sie gestaltet werden kann und wie sie sich in Zukunft entwickeln könnte. Sie lernen, wie sich Arbeit und Kommunikation durch die Digitalisierung verändern und welche Folgen dies für die Gesellschaft und die einzelnen Menschen hat. Sie erwerben vielfältige Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien, setzen sich kritisch-reflektiert mit den Auswirkungen der Digitalisierung auseinander und sind in der Lage, Risiken für gesellschaftliche und persönliche Entwicklungen zu erkennen, die die umfassende Wirksamkeit des Digitalen entfaltet und diesbezüglichGegenstrategien zu entwickeln.

Lernen in und für eine digitale Welt muss sich stärker an den Bedingungen dieser Welt orientieren. In der Schule der digitalen Welt lernen Kinder und Jugendliche, eigene Fragen zu stellen, reale Problem zu lösen und ihre Problemlösungen für sich und andere nutzbar zu machen. Sie lernen selbstständig, ihren Lernprozess zu strukturieren, in Projekten zusammenzuarbeiten, Zusammenhänge zu verstehen und Probleme zu lösen. Und nicht zuletzt soll Schule in der digitalen Welt Kreativität fördern. Die Schule in der digitalen Welt bereitet auf die digitale Welt vor, weil sie deren Arbeitsweisen und Prinzipien in das Lernen integriert und so Lernende darauf vorbereitet, eine noch unbekannte Welt von morgen aktiv zu gestalten. Die umfassende und systematische Nutzung digitaler Technik als Lern- und Arbeitswerkzeug ist dabei Grundlage und Selbstverständlichkeit.

Bestehende Curricula des Landes fokussieren inhaltlich zu sehr auf prüfbares Faktenwissen, bestehende Prüfungsformate betonen dies ebenfalls und geben nur sehr eingeschränkt die Möglichkeit, die heute und in Zukunft besonders wichtigen Kompetenzen für das 21. Jahrhundert nachzuweisen. Wir wollen die Kernlehrpläne und didaktischen Settings des Landes so gestalten, dass eine Vielzahl von Lernformaten möglich sind: nach Disziplinen getrennter Fachunterricht und die Entwicklung von Lernfeldern, kooperatives Lernen, grundlagenorientierte Lernbüros, themenzentrierte Werkstätten und an den Neigungen, Interessen und Fragen der Lernenden ausgerichtete Projekte innerhalb und außerhalb von Schule in einem Projektunterricht. Eine große Chance sehen wir in diesem Kontext auch in jahrgangsübergreifendem Lernen von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II. Ebenso sollen Schulen dabei unterstützt und beraten werden, Prüfungsformate zu entwickeln, die den jeweils gewählten Lernformaten entsprechen. Lehrpläne wollen wir dafür nicht mehr an Fachinhalten, sondern an übergeordneten, verbindenden Themen ausrichten.

Um sicherzustellen, dass Lernende grundlegendes informatisches Wissen erwerben, wollen wir informatische Bildung curricular fest verankern. Wir haben dabei ein umfassendes Verständnis von Informatik analog zu den Begriffen Informatische Bildung, Medienpädagogische Bildung und Medienkompetenz. Dazu gehört für uns nicht nur die Kulturtechnik des Programmierens, sondern auch die Beschäftigung mit den Risiken, der Funktionsweise und den Chancen, die mit einer digitalisierten Welt einhergehen.

Lernen ist immer ein sozialer Prozess, in dem Menschen miteinander agieren und sich begegnen – und wird dies auch bleiben. Künstliche Intelligenz, Algorithmen und Learning Analytics können individualisierte Lernprozesse durch passgenaue Inhalte und unmittelbares Feedback unterstützen. Wir wollen, dass die so entstehenden Freiräume für mehr gemeinsames und kooperatives Lernen in selbstgesteuerten Projekten und intensive individuelle Lernbegleitung und Lernberatung genutzt werden. Wir wollen, dass moderne Technik dazu genutzt wird, Arbeits- und Verwaltungsabläufe in Schulen zu vereinfachen und adaptive Lernsysteme Lehrkräfte entlasten. Digitale Technik ermöglicht den Lernenden, Lernprozesse zunehmend selbstständig zu organisieren und zu dokumentieren. Im Dialog mit Schulen, Kommunen und Eltern muss das Land dafür sorgen, dass jedes Kind jederzeit die Lernmöglichkeiten hat, die es braucht. Das bedeutet für uns: Jede Schule muss eine 1:1-Ausstattung mit mobilen Geräten realisieren können – unabhängig von der Finanzkraft der Eltern.

Die technischen Entwicklungen sind rasant und die Entwicklungszyklen werden immer kürzer. Medienkonzepte, die Schulen heute entwickeln, sind oft bereits veraltet, wenn die Technik, die auf deren Grundlage beschafft wird, in der Schule ankommt. Es müssen neue Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Schulen die Möglichkeiten der Digitalisierung in ihre Arbeit einbinden können. Dazu gehört eine kontinuierlich modernisierte Grundausstattung, die jeder Schule zur Verfügung steht. Hierzu gehören ein schneller Internetzugang, WLAN im gesamten Gebäude, Präsentationstechnik in allen Räumen und mobile Geräte, die jederzeit genutzt werden können. Medienkonzepte sind in Zukunft als Teil des Schulprogramms nicht mehr „Antragstexte“, sondern Dokumente, die gelebte Unterrichtspraxis in Schulen abbilden und als offene und öffentliche Dokumente Teil einer regionalen Schulentwicklung sind.

Selbstbestimmte Schule

Wir wollen die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung von Schulen fördern, weil wir davon überzeugt sind, dass sie ihre Freiheiten in Verantwortung für ihre Schulgemeinde gut wahrnehmen können. Wir wollen den Schulen durch größere Entscheidungskompetenzen in Personalfragen eine flexiblere und effizientere Planung und Organisation von Unterricht ermöglichen und damit besseres Lernen ermöglichen.

Wir wollen allen Beteiligten mehr Selbstbestimmung und Verantwortung in der Gestaltung von Bildung geben. Das bedeutet für uns Selbstbestimmung und Verantwortung für die Lernenden bei der Gestaltung ihrer Lernwege und für die Lehrenden bei den Lernformaten und Arbeitsweisen. Selbstbestimmung und Verantwortung aber auch bei den Formaten, in denen gegenseitig Feedback und Unterstützung gegeben wird sowie für jede Schule in der Gestaltung einer Lernumgebung, die für ihre Lernenden und den Sozialraum, in dem sie agiert, optimal ausgestaltet ist.

Wir wollen den Schulen ermöglichen, die Bedingungen, die ihr jeweiliges Umfeld bietet und erfordert, in den Schwerpunkten ihrer Schulgestaltung aufzunehmen. Gute Bildung entsteht, wenn Schulen sich auf die Herausforderungen ihres Sozialraumes einlassen. Wir wollen den Schulen gesicherte Freiräume zur Verfügung stellen, aber auch klare Rahmenbedingungen schaffen, in denen sie sich entwickeln können. Selbstbestimmte Schulen gestalten dann die Lern- und Unterrichtszeiten auf der Grundlage allgemeiner Rahmenvorgaben flexibel. Sie führen eigene Zeitrhythmen für das Lernen ein und gestalten offene Lernformate, die von der Schule themen- und schülerbezogen variabel ausgestaltet werden. Selbstbestimmte Schulen entwickeln alternative Formen der Leistungsüberprüfung und -bewertung. An die Stelle von Klassenarbeiten können Portfolios, praktische Arbeiten, Fachreferate, Vorträge oder Präsentationen treten. Notenzeugnisse können durch Lernentwicklungsberichte ersetzt oder ergänzt werden; auch eine Zertifizierung besonderer Kompetenzen ist möglich. Dies gilt mit Ausnahme von Abschluss-, Überweisungs- und Abgangszeugnissen sowie der Abiturprüfung.

Wir wollen den Schulen ermöglichen, Unterricht außerhalb des engen „Fächerkorsetts“ zu gestalten. Das Unterrichten nach einem klaren Fächerkanon mag für einige Schulen sinnvoll sein, andere wollen in der Lernorganisation andere Wege gehen. Diese Freiräume wollen wir den Schulen geben. Dazu kann gehören, dass Schulen sich dazu entscheiden, mehrere Fächer zusammen zu behandeln und stärker mit dem Instrument der Lernfamilien zu arbeiten oder sogar ganz auf das Unterrichten entlang der klassischen Fächer zu verzichten.

Solche Entwicklungen können nur gelingen, wenn sie von den Schulen getragen und wenn die Schulen ihre Lernaktivitäten nachhaltig verfolgen und evaluieren. Dazu wollen wir sie befähigen. Schulen brauchen Anregungen zur und Unterstützung bei der inneren Entwicklung, die von den Kolleg*innen selbst vollzogen wird. Unser Ziel ist, dass jede Schule die kontinuierliche Unterstützung durch externe Schulentwicklungsteams erhält, die zentral koordiniert werden, um den Wust aus Förderprogrammen und privaten Angeboten zu ordnen. Wir wollen zudem die Aus- und Fortbildung zu Schulentwicklungsbegleiter*innen sowie deren Arbeit an möglichst allen Schulen stärken.

Demokratische Schule

Wir wollen eine Bildung, die unsere Demokratie stärkt und die Angriffe auf unsere demokratischen Institutionen abwehrt. Wir wollen unsere pluralistische und demokratische Gesellschaft weiterentwickeln und unser Bildungssystem als Ort gelebter Demokratie begreifen und fördern. Unser Bildungswesen muss dazu beitragen, grundlegende demokratische Haltungen zu entwickeln, ein demokratisches Zusammenleben zu gestalten und demokratiefeindlichen Einstellungen wie Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus oder Islamismus vorzubeugen und totalitären Strömungen und Denkmustern entgegenzutreten. In den Bildungsinstitutionen muss Grundrechtsklarheit herrschen. Antidemokratischen Haltungen und Handlungen muss konsequent begegnet werden, ihnen gegenüber gibt es keine Neutralität.

Kinder haben Rechte, und diese Rechte betreffen zahlreiche Themen im Lernalltag. Nur wenn Kinder und Jugendliche ein Bewusstsein über ihre Rechte entwickeln, können sie diese wahrnehmen. Demokratisches Bewusstsein und demokratisches Handeln kann nicht vermittelt, es muss erlernt und erlebt werden. Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche Zugehörigkeit, Mitwirkung, Anerkennung und Verantwortung in ihrem Schulalltag lebendig erfahren und darüber die für demokratisches Denken und Handeln notwendigen Einstellungen und Kompetenzen entwickeln und in der Folge selbst zivilgesellschaftlich und demokratiefördernd tätig werden können. Demokratisches Handeln bedeutet mehr, als in demokratischen Verfahren Entscheidungen zu treffen. Demokratie lebt von Mitbestimmung, von der gemeinsamen Aushandlung und der Einhaltung von Spielregeln, von der Fähigkeit, kritisch zu denken, Positionen zu hinterfragen und einzuordnen, aber auch von einem achtsamen, empathischen Umgang untereinander und der Bereitschaft, sich in Andere hineinzuversetzen.

Wir wollen in unseren Bildungseinrichtungen Lernprozesse fördern, die von Emanzipation, Ermutigung zum kritischen Diskurs sowie von gegenseitigem Respekt und gemeinsamem Gestaltungswillen geprägt sind. Unser Ziel ist es, dass unsere Bildungseinrichtungen zu diskriminierungsfreien Orten werden, an denen alle Beteiligten Zugehörigkeit, Mitwirkung, Anerkennung und Selbstwirksamkeit in ihrem Alltag tatsächlich erfahren und darüber die für demokratisches Denken und Handeln notwendigen Einstellungen und Kompetenzen entwickeln und in der Folge selbst zivilgesellschaftlich und demokratiefördernd tätig werden können.

Eine demokratische Schulentwicklung will alle Akteur*innen einer Schule, also Schüler*innen, Eltern, pädagogische und nichtpädagogische Mitarbeiter*innen, in den Prozess einbinden und legt ein besonderes Augenmerk auf die Partizipation aller Beteiligten einer Schule: Wir wollen, dass langfristige Aufgaben, die auf gemeinsamen Vorstellungen zur Entwicklung der Schule beruhen, von allen Beteiligten ausgehandelt werden. So, wie Kinder schon in der Kindertagesstätte kindgerechte Angebote zur Mitbestimmung über gemeinsame Aktivitäten oder die Gestaltung ihres Umfelds erhalten sollen, wollen wir in den Schulen – von der Grundschule bis zum Berufskolleg – das demokratische Aushandeln der pädagogischen Schwerpunkte, der schulischen Entwicklung, die Diskussion über Aktivitäten in der Gruppe und die demokratische Lösung von Konflikten zum regulären Bestandteil des Unterrichts machen und Beteiligungsformen wie Klassenrat oder Schülerparlament in alle Schulen tragen.

Wir wollen die strukturelle und finanzielle Ausstattung der Schüler*innenvertretungs verbessern, etwa indem wir ein der Schüler*innenzahl angemessenes Budget für Bezirksschüler*innenvertretungen bereitstellen und Anrechnungsstunden für Verbindungslehrer*innen auf kommunaler Ebene schaffen. In den Schulkonferenzen wollen wir die Vertretung von Schüler*innen mindestens zu einem Drittel; in den Fachkonferenzen sollen Schüler*innen über das beratende Mandat hinaus mitbestimmen.

Demokratisch arbeitende Schulen beziehen zudem ihre Elternschaft aktiv in Arbeits- und schulische Entwicklungsprozesse ein. Es zahlt sich aus, die Partizipation und Mitwirkung der Eltern von Beginn an zu verankern und vielfältig zu fördern und Bildungs- und Erziehungspartnerschaften zwischen Schule und Eltern einzugehen und Beteiligung auf der kommunalen Ebene institutionell zu festigen. Wir wollen dazu auch die Projekte ausweiten, die Eltern unabhängig von Herkunft oder sozialer Lage befähigt, in der Schule mitzuwirken. Dies betrifft insbesondere Familien mit Migrationsgeschichte, deren gesellschaftliche Teilhabe durch diskriminierende Strukturen eingeschränkt ist.

Inklusive Schule für alle Kinder

Wir stehen ein für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, selbstbestimmte, gleichberechtigte Teilhabe und größtmöglichen individuellen Bildungserfolg. Es ist normal, verschieden zu sein, und wir streiten dafür, dass jeder Mensch so anerkannt wird, wie er ist. Wir verfolgen das Ziel einer inklusiven, diskriminierungsfreien Gesellschaft und damit auch eines inklusiven Schul- und Bildungssystems. Inklusive Bildung bedeutet, dass jedes Kind an jeder Schule willkommen ist unddass jedem Kind an jeder Schule die Förderung zukommt, die es braucht, um sich zu entfalten und seine Potenziale zu entwickeln. Jedes Kind hat das Recht auf Zuwendung und individuelle Förderung. Wir Grüne haben uns schon immer dafür eingesetzt, längeres gemeinsames Lernen aller Kinder zu ermöglichen – und werden es weiter tun. Der Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule darf nicht den weiteren Bildungsweg vorzeichnen. Wir sehen im gemeinsamen Lernen aller Kinder und damit in den integrierten Schulformen die größten Chancen, Kinder auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten und mehr Bildungsgerechtigkeit zu schaffen. An dem Ziel einer Schule, an der alle Kinder willkommen sind und gemeinsam lernen, halten wir fest. Die Entwicklung der Anmeldezahlen an Gesamtschulen zeigt uns, dass integrierte Schulen vor allem dann attraktiv sind, wenn sie ihren Schüler*innen auch einen Weg zum Abitur eröffnen.

Eine einseitige Zuspitzung der schulpolitischen Debatte auf die Schulstruktur hat sich als Hindernis herausgestellt, weil sie oftmals den Blick auf nötige Prozesse der Schulentwicklung versperrt hat. In diesem Sinne war der mit dem Schulkonsens erreichte Weg, Schulen des gemeinsamen Lernens „von unten“ entstehen zu lassen, ein großer Fortschritt. Es hat der Entwicklung des Gesamtsystems gutgetan, dass sie sich auf breite Mehrheiten stützen konnte. Wir setzen auch künftig auf eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Schulen und Schulträgern, wir wollen diese Entwicklung aber stärker flankieren.

Die Hauptschule wird von immer weniger Schüler*innen und Eltern als ein erfolgversprechender Bildungsweg wahrgenommen. Wir sehen deshalb für diese Schulform keine Zukunftsoption. Die Sekundarschule ist eine integrierte Schulform, die sich von der Gesamtschule nur durch das Fehlen der gymnasialen Oberstufe unterscheidet. Sekundarschulen sollen sich zu Gesamtschulen wandeln oder Teilstandorte von Gesamtschulen werden können, sodass der direkte Weg zum Abitur ohne Schulwechsel möglich ist. Realschulen und Gymnasien wollen wir die Möglichkeit geben, sich selbstständig durch Entscheidung der Schulkonferenz in Gesamtschulen umzuwandeln.

Schule soll Geborgenheit und Sicherheit geben. Alle Schulen, auch Realschulen und Gymnasien, sollen alle Kinder und Jugendlichen nach ihren Potenzialen fördern und auf dem Weg zum bestmöglichen Schulabschluss begleiten, mindestens bis zum ersten Schulabschluss nach Klasse 10. Abschulung und (unfreiwillige) Klassenwiederholung soll es nicht mehr geben. Schulversuche, in denen von der 1. bis zur 10. Klasse gemeinsam und ohne Schulwechsel gelernt wird, haben sich als sehr erfolgreich herausgestellt. Wir wollen, dass in Regelschulen die Trennung zwischen Primar- und Sekundarstufenschulen aufgehoben werden kann und so ermöglichen, dass Schulen den gemeinsamen Unterricht von Klasse 1 bis mindestens Klasse 10 anbieten.

Wir bekennen uns zum Verständnis der inklusiven Bildung der Deutschen UNESO-Kommission. In diesem Sinn bedeutet inklusive Bildung, „dass allen Menschen – unabhängig von Geschlecht, Religion, ethnischer Zugehörigkeit, besonderen Lernbedürfnissen, sozialen oder ökonomischen Voraussetzungen – die gleichen Möglichkeiten offen stehen, an qualitativ hochwertiger Bildung teilzuhaben und ihre Potenziale zu entwickeln.

Nicht das Kind muss sich in ein bestehendes System anpassen, sondern das Bildungssystem muss die Bedürfnisse aller Kinder und Jugendlicherberücksichtigen und sich an sie anpassen. Ziel ist es, dass jede Schule – und das bedeutet auch jede Schulform – offen ist für jedes Kind. Jede Schule hat dabei das Anrecht auf die nötige Unterstützung bei der Weiterentwicklung ihrer inneren Strukturen.

Wir sind uns bewusst, dass erfolgreiche schulische Inklusion zahlreiche Voraussetzungen verlangt – aber wir sind davon überzeugt, dass der Weg sich lohnt. Gemeinsames Lernen bedeutet die Chance auf bessere Schule und eine gerechtere, demokratischere und friedlichere Gesellschaft. Vom gemeinsamen Lernen und der konsequenten individuellen Förderung profitieren alle Schüler*innen, gerade auch die leistungsstarken. Inklusive Schule ist dann erfolgreich, wenn jeweils entsprechend hohe Leistungsanforderungen an alle Kinder gestellt werden – auch an jene mit besonderem Förderbedarf.

Wir wollen Schulen ermutigen, eine von Akzeptanz, von Heterogenität und Wertschätzung gegenüber allen Kindern geprägte Schulkultur zu entwickeln. Gelingende Inklusion braucht Ressourcen, die den Schulen materiell und personell zur Verfügung stehen sowie Unterstützung und pädagogische Freiheit, inklusive Schulentwicklungsprozesse zu gestalten. Für die inklusiven Schulen sollen die Ressourcen des Landes, der Jugendhilfe, der Sozialämter, kommunalen Integrationszentren und der Schulverwaltung für die Schulen unbürokratisch zusammengeführt werden. In Netzwerken können Sozialverbände, Elternvereine sowie Kirchen und weitere zivilgesellschaftliche Akteur*innen im Sozialraum eingebunden werden. Mit dem klaren Ziel, eine inklusive Schule zu entwickeln, vertrauen wir den Verantwortlichen vor Ort und wollen die notwendige Unterstützung zur Verfügung stellen.

Wir wissen, dass ein inklusives Bildungssystem nicht von heute auf morgen zu erreichen ist. Deshalb wollen wir dafür Sorge tragen, dass zielführende Zwischenziele und Schritte verankert werden. Ein kommunaler bzw. regionaler Schulentwicklungsplan beschreibt die Entwicklungsschritte hin zu einem inklusiven Schulsystem, das alle Schulen einbezieht. Auf diesem Weg müssen als Zwischenschritt sogenannte Vorreiterschulen besonders ausgestattet werden. Sie sollen an ein kommunales/regionales Unterstützungszentrum direkt mit angebunden sein, in dem Schulpsychologie, Jugend- und Sozialhilfe, Beratung und Fortbildung zur Verfügung stehen. An die Schulen angeschlossen sind Bildungsräume, die Schüler*innen in speziellen Unterstützungssituationen temporär neue pädagogische Möglichkeiten in unmittelbarer Kooperation mit der Jugendhilfe eröffnen. Kinder mit emotionalen und sozialem Förderbedarf, aber auch schulmüde Schüler*innen finden so in multiprofessionellen Settings Unterstützung. Auch in diesen mit der Schule eng verbundenen alternativen Bildungsräumen bleiben sie Schüler*innen ihrer Schule. Beginnend mit den Vorreiterschulen, insbesondere an den Ganztagsschulen, werden Therapie- und Pflegeräume eingerichtet. In der Schulleitung wollen wir die Inklusionskoordination mit einer Funktionsstelle verankern und Teamzeiten ausbauen. Dieser Prozess wird sukzessive begleitet durch eine veränderte Lehrerausbildung. Mehr und mehr Lehrer*innen werden im „Umgang mit Vielfalt insbesondere mit Blick auf ein inklusives Schulsystem“ aus- und fortgebildet.

Wir wollen die Schulen auf dem Weg zur Inklusion dahingehend unterstützen,

  • dass fest installierte multiprofessionelle Klassen-, Jahrgangs- und Stufenteams gemeinsam Verantwortung für alle Kinder übernehmen,
  • dass Sonderpädagog*innen verlässlich und fest im Kollegium verankert sind und Teamwork und Reflexion auf Seiten der Pädagog*innen sowie vertrauensvoller kooperativer Umgang mit den Eltern gelebt werden,
  • dass die systematische Vorbereitung der Kollegien im Rahmen von Fortbildung auf didaktische und diagnostische Herausforderungen gestärkt wird,
  • dass jede Schule auf ein kommunales/regionales Unterstützungszentrum zurückgreifen kann,
  • dass sie insgesamt eine Kultur der Wertschätzung von Verschiedenheit, des gegenseitigen Respekts, der Empathie und des achtsamen Umgangs miteinander entwickeln,
  • dass kollegiale Fallbesprechungen sowie gemeinsame Unterrichtsplanung durch systemische Zeitressourcen gefördert werden,
  • dass die notwendigen Instrumente und Materialien zentral zur Verfügung gestellt werden,
  • dass auf der Ebene der Schulleitung eine Funktionsstelle Inklusionskoordination etabliert wird,
  • dass Schulbegleiter*innen in Form von Pool-Lösungen einen festen Platz in den Schulen bekommen.

Wir wollen, dass die inklusive Schule grundsätzlich barrierefrei ist bis hin zur Raumausstattung und -gestaltung (z. B. Akustik, technische Hilfsmittel). Therapie und Pflege gehören zum Raumprogramm. Das Programm “Gute Schule“ soll über 2020 hinaus mit den Inklusionsbedarfen weitergeführt werden. Die Schulen brauchen verbindliche bauliche Standards, die sicherstellen, dass pädagogische Bedarfe passgenau abgebildet werden. Wir begrüßen darum, dass es von Seiten der kommunalen Spitzenverbände einen Prozess gibt, verbindliche bauliche Standards wieder zu definieren und setzen uns dafür ein, mit Kommunen vereinbarte bauliche Standards als Landesrichtlinie zu übernehmen. Perspektivisch sollen alle Schulen des Landes mit sonderpädagogischen Abteilungen ausgestattet werden, die Therapieräume, Pflegeeinheiten und Ruheräume, sowie kleinere Unterrichtsräume bereitstellen. Schwerbehinderte Kinder und Jugendliche könnten hier immer dann betreut werden, wenn der Aufenthalt in einer Regelklasse aus gesundheitlichen oder psychischen Gründen zeitweilig nicht möglich ist. Kinder mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen gehören zur Schulgemeinschaft und sollen Teil einer Klassengemeinschaft sein. Dafür ist es wichtig, dass sie den ihnen möglichen Teil des Unterrichts und die freie Zeit innerhalb der Schule mit ihrer Klasse verbringen.

Förderschulen sollen sich in den inklusiven Entwicklungsprozess öffnen und auch Schüler*innen ohne sonderpädagogische Unterstützungsbedarf aufnehmen können (reverse Inklusion). Dazu gehören ausdrücklich auch die Schulen in Trägerschaft der Landschaftsverbände. Wir wollen zudem eine Reform der Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs (AOSF-Verfahren) vornehmen. Auf der Grundlage valider, differenzierter Diagnostik und unter Einbeziehung aller Beteiligten soll ein besonderer Förderbedarf (inklusive Hochbegabung) festgestellt und überprüft werden. Das kann durch die Unterstützungszentren erfolgen, die ggf. die Erlaubnis erteilen, vom Curriculum der Regelschule abzuweichen und bei individuellen Förderplänen multiprofessionelle Unterstützung leisten können. Grundsätzlich sollte eine Diagnostik die individuelle Förderung für alle Kinder unterstützen. Auch eine unabhängige Elternberatung soll in den Unterstützungszentren angesiedelt werden.

Unterschiedliche Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten machen Schulen oft die eigenständige, selbstbestimmte und selbstverantwortete Entwicklung schwer. Wir schlagen daher vor, die Zuständigkeiten neu zu organisieren und die Entscheidungsbefugnisse möglichst auf der Ebene anzusiedeln, auf der sie möglichst effektiv sind. Ein entscheidender Faktor einer guten Bildung für die Gegebenheiten vor Ort ist neben den Rahmenbedingungen der Landesebene aus unserer Sicht eine kluge und verbindliche kommunale bzw. regionale Bildungsplanung. Wir wollen dafür zusätzliche Ressourcen in Form von regionalen Budgets schaffen, um auch schulübergreifende Personal- und Finanzbedarfe abdecken zu können. Solche Bedarfe entstehen vor allem durch ein die Schulentwicklung begleitendes Beratungs- und Unterstützungssystem, das auf der Ebene der Regionen, d. h. der Kreise oder kreisfreien Städte, angesiedelt sein soll. Über den Einsatz der Ressourcen aus den regionalen Budgets soll eine regionale Steuergruppe entscheiden, die sich aus Vertreter*innen der Schulaufsicht, der regionalen Schulträger sowie der Schulen in der Region zusammensetzt. Schulverwaltung und Schulaufsicht wollen wir in diesem Sinne reformieren.

Aus- und Fortbildung

Pädagogische und fachliche Kompetenzen sind die Grundlagen dafür, dass Lehrkräfte Unterricht zielführend konzipieren, der fachwissenschaftlich abgesichert und langfristig angelegt ist und das Entwicklungspotenzial und das Entwicklungsniveau der Schüler*innen berücksichtigt. Darüber hinaus sind Lehrer*innen Erziehungspersonen, die in erheblichem Maße Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen nehmen können. Der verantwortliche Umgang mit Heranwachsenden erfordert ein Berufsethos, das Wertmaßstäbe für die Ausprägung einer entsprechenden pädagogischen Haltung beinhaltet. Da diese jedoch niemals statisch sind, müssen die Lehrkräfte ein Verständnis von beruflichen Anforderungen, Handlungen und Funktionszusammenhängen entwickeln, das eigene berufliche Handeln evaluieren und durch Fortbildung für den Anschluss an wissenschaftliche Erkenntnisfortschritte sorgen.

Wir wollen deshalb, dass sich Lehrer*innen verpflichtend kontinuierlich und professionell fortbilden. Der Transfer in die Praxis muss grundlegender Bestandteil der Planungen von Fortbildungsangeboten sein. Dafür brauchen wir eine Verknüpfung zwischen Aus- und Fortbildung. Wir wollen schon im Referendariat und dann nach der Ausbildung feste Zeiten für Fortbildung etablieren.

Wir wollen Schulen dabei unterstützen, Fortbildungskonzepte zu erstellen, die allen Kolleg*innen Freiräume für Fortbildung schaffen. Dabei ist es uns wichtig, auch gemeinsames Lernen und gegenseitiges Fortbilden innerhalb der Kollegien und in regionalen Schulnetzwerken zu stärken. Fortbildung sollte kontinuierlich in Lerngemeinschaften erfolgen können und nicht punktuell in Top-Down-Angeboten realisiert werden.

Wir sehen großen Reformbedarf in der Lehramtsausbildung. Wir schlagen deshalb vor, dass in einem weiteren Diskussionsprozess die zukünftige Struktur der Lehramtsausbildung, die Ausrichtung von Lehrämtern und die Qualifizierung von Seiteneinsteiger*innen diskutiert wird und Vorschläge für eine grundlegende Reform in den grünen Gremien erarbeitet werden.

Berufskollegs

Das Berufskolleg ist mit einem Anteil von zwei Dritteln aller Schüler*innen die stärkste Institution der Sekundarstufe II, in der bildungspolitischen Diskussion aber unterrepräsentiert. Das Berufskolleg vermittelt umfassende fachliche, berufliche, soziale und personale Handlungskompetenz und bereitet außerdem auf ein lebensbegleitendes Lernen vor. Aufgrund seiner komplexen Struktur und der Anforderungen u. a. an die Kooperation mit den Partnern in der dualen Ausbildung, stellt das Berufskolleg ein ganz eigenes System dar und steht vor besonderen Herausforderungen und Chancen.

Wir wollen die Kompetenzen der Berufskollegs stärker nutzen und ausbauen und sie zu Orten innerhalb einer neuen beruflichen Weiterbildungsstruktur machen. Einen Ansatzpunkt stellen dabei die Lernwerkstätten 4.0 dar. Sie entstehen in Zusammenarbeit mit den Akteur*innen im regionalen Wirtschaftsraum, mit Handwerk, Unternehmen, Gewerkschaften Kommunen und Wirtschaftsförderung. Wir schlagen vor, Lernwerkstätten verstärkt an den Berufskollegs anzusiedeln und diese damit auch (auch im ländlich strukturierten Raum) als regionale Kompetenzzentren zu stärken.

Die Flexibilisierung, Selbstbestimmung und Verantwortung der Schulen in der Personalgewinnung und -steuerung ist eine Grundvoraussetzung dafür, dem aktuellen Lehrkraftmangel an den Berufskollegs zu begegnen. Es braucht aber weitere Anstrengungen. Wir wollen die grundständige Lehramtsausbildung für das BK stärken und weitere Zugänge attraktiv machen. Wir schlagen vor, durch die Möglichkeit von Aufstiegsqualifizierungen mehr Menschen für die Arbeit am BK zu gewinnen. Berufsbegleitende Qualifizierungen von Seiteneinsteiger*innen wollen wir mit mehr Entlastungsstunden ausstatten. Wir schließen uns auch der Forderung der Berufskollegverbände zur konsequenten Einführung eines „Aufbaumasters“ an. Eine Anerkennung von Bachelorabschlüssen mit BK-relevanten Fachinhalten sollte mit einem bildungswissenschaftlichen und didaktisch orientierten Master zum BK-Lehramt führen können. Auch Werkstatt- und Fachlehrkräfte könnten in Anerkennung der notwendigen beruflichen Expertise auf entsprechendem Niveau für Aufstiegsqualifikationen gewonnen werden. Entsprechend ihrer Qualifikationen und tatsächlich wahrgenommenen Aufgaben sollte auch Technischen Lehrkräften die Höherqualifizierung geöffnet werden, um ein umfängliches Unterrichtsangebot sichern zu können.

In einem Flächenland wie NRW steht die berufliche Bildung gerade in den ländlich strukturierten Räumen vor erheblichen Transformationsprozessen. Wir wollen daher die berufliche Grundbildung in der Fläche stärken und eine Flexibilisierung und Ressourcenunterstützung bei der Bildung von Fachklassen in der Koordination und Abstimmung der Ausbildungschancen im regionalen Wirtschaftsraum auf den Weg bringen. Aber auch die Digitalisierung bietet Möglichkeiten, diesem Problem zu begegnen. Blended Learning (Computergestützes Lernen) und weitere innovative Formate des Lernens mit Unterstützung digitaler Medien wollen wir in einen Entwicklungsprozess einbinden, von dem das berufliche Bildungsangebot insgesamt profitieren kann. Wir wollen das Landesportal Berufsbildung.NRWin diesem Sinn ausbauen. Außerdem wollen wir die Entwicklung einer kommunalen bzw. regionalen Entwicklungsplanung der Berufskollegeund Kooperation vorantreiben, damit in Verbindung mit einer qualitativ hochwertigen beruflichen Grundbildung im Ausbildungsverlauf die notwendige fachliche Vertiefung auf regionaler Ebene gewährleistet ist. Durch Kooperation können im BK-Verbund an den jeweiligen Standorten in den fachlichen Schwerpunkten dem technologischen Fortschritt entsprechende Ausstattungen vorgehalten werden.

Innovative und starke Hochschulen

Auch die Hochschulen stehen vor einem Transformationsprozess. Damit dieserauch in der Hochschule gelingt, wollen wir allen Beteiligten mehr Selbstbestimmung und Verantwortung beider Gestaltung der Hochschule geben.Für uns stehen die Studierenden als mündige und selbstbestimmte Akteure*innen im Mittelpunkt der Hochschulpolitik. Wir wollen ihnen bestmögliche Bedingungen bieten, damit sie ihr Studium frei, selbstbestimmt und erfolgreich durchführen können. Wir schlagen vor, ein Recht auf gute Lehre auch gesetzlich zu verankern. Wir wollen Leitlinien einführen, die in den Prüfungsordnungen neben der Vermittlung des Fachwissens, auch zu weiteren Kompetenzen wie etwa den sogenannten Softskills verpflichten.

Wir vertrauen darauf, dass die Studierenden selbst entscheiden können, wie sie zu ihrem akademischen Ziel kommen und sehen die Entwicklung von Eigenständigkeit als Teil der akademischen Ausbildung an. Studierende sollen soweit wie möglich entscheiden können, wann und welche Lehrveranstaltungen sie besuchen. Dafür werden flexibel gestaltete Studiengangmodelle benötigt, die passgenau die Vielfalt der Studierenden (Engagement, Pflege, Behinderung etc.) mitdenken.

Hochschulen müssen offen für alle gesellschaftlichen Gruppen undfrei von Diskriminierung sein. Vielfalt bereichert nicht nur unsere gesamte Gesellschaft, sondern sorgt auch in Forschung und Lehre für wichtige Impulse und neue Perspektiven. Studierende haben unterschiedliche Lebensrealitäten, sind unterschiedlichen Diskriminierungen ausgesetzt und haben unterschiedliche Bedürfnisse. Deshalb brauchen wir mehr Angebote für individuelle Förderung . Das gilt auch in Bezug auf den Ausbau von diversitygerechten Strukturen wie der Festigung von Beratungsstellen, einem dauerhaftem Angebot von Kinderbetreuung oder auch dem Bereitstellen von Hilfsmitteln für Studierende mit Behinderung sowie Rückzugsmöglichkeiten.

Studierende benötigen eine Studienfinanzierung, die den Lebensunterhalt – und insbesondere die Wohnkosten – tatsächlich und über das gesamte Studium in allen Lebenslagen abdeckt und die nicht auf der anderen Seite von Studiengebühren konterkariert wird. Viele Studieninteressierte sind auf eine finanzielle Unterstützung zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts und sonstiger Studienkosten angewiesen. Studierende dürfen aber nicht vom Geldbeutel der Eltern oder einer Nebenerwerbstätigkeit in hohem Umfang abhängig sein. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz ist hier unzureichend ausgestaltet. Der Bund muss daher das BAföG weiterentwickeln. Es muss eine deutlich höhere Studienfinanzierungshilfe, weniger Bürokratie, die Ermöglichung eines Teilzeitstudiums beinhalten. Außerdem muss es familiengerecht gestaltet werden.. Die Wohnkostenpauschale muss dabei flexibel sein. Mittelfristig sollte das BAföG zu einem Zwei-Säulen-Modell weiterentwickelt werden, das aus einem allgemeinen und einem individuell bedarfsangemessenen Zuschuss besteht. Diese Leistungen sollten elternunabhängig sein und nicht zurückgezahlt werden müssen.

Wir wollen die Selbstbestimmtheit und Selbstverantwortung von Hochschulen fördern. Die demokratische und die selbstbestimmte Hochschule sind zwei Seiten einer Medaille. Die Ausgestaltung von Prüfungsordnungen soll beispielsweise im Rahmen demokratischer Verfahren unter gleicher Beteiligung aller Statusgruppen erfolgen, damit es aus der Sicht aller ein gutes Studium wird. Wir wollen selbstbestimmte Hochschulen, an denen sich Studierende an der Gestaltung des Hochschullebens, der Rahmenbedingungen von Lehre und auch deren Weiterentwicklung beteiligen können. Auch grundsätzlichere und hochschulweite Diskussionen und Entscheidungen haben wesentliche Auswirkungen auf Studium und Lehre. Daher müssen alle Statusgruppen gleichwertig an den Hochschulen auf allen Ebenen beteiligt werden. Natürlich gibt es rechtlich geschützte Kernbereiche, wo eine Professorenmehrheit gelten muss, aber in vielen anderen Bereichen müssen Aushandlungsprozesse unter allen Gruppen stattfinden. Daher soll die Gruppenparität im Senat oder eine starke studentische Präsenz in anderen Gremien der Hochschulen der Normalfall sein.

Gute Arbeitsbedingungen sind ebenso Voraussetzungen für Selbstbestimmung und kreative Ideen bei der Mitgestaltung der Hochschule, als auch für eine gute Lehre. Allen Mitarbeiter*innen müssen gute Arbeitsbedingungen geboten werden.

Wir stehen für Hochschulautonomie und Wissenschaftsfreiheit, die ihr Fundament in gesellschaftlicher Verantwortung haben. Dazu gehört, dass Hochschulen Beiträge zu einer nachhaltigen, friedlichen und demokratischen Welt leisten. Dazu gehört auch ein intensiverer und ständiger Austausch mit der Zivilgesellschaft und – in einem gewissen Rahmen – auch mit der Wirtschaft. Diese Gedanken von Freiheit, Verantwortung und Austausch stehen in direkter Wechselwirkung mit und haben auch Auswirkungen auf die Lehre an Hochschulen.

Die umfassende und systematische Nutzung digitaler Technik als Lern- und Arbeitswerkzeug ist Grundlage und Selbstverständlichkeit. Bei vielen Hochschulen sehen wir dabei noch Potential. Zwar gehören digitale Semesterapparate in der Lehre heute zum Standard, aber E-Learning- und Blended-Learning-Modelle finden nur langsam Verbreitung. Auch die Verwaltungsstrukturen wollen wir mit den Techniken der Digitalisierung vereinfachen.

Hochschulen können nur dann gute Ergebnisse in Lehre und Forschung bringen, wenn bei der Hochschulfinanzierung ausreichend Grundmittel zur Verfügung stehen. Wir wollen die Abhängigkeit der Hochschulen von Dritt- und Programmmitteln beenden, weil sie ein permanenter Unruheherd im Wissenschaftsbetrieb ist. Die Rot-Grüne Landesregierung hat die Studiengebühren abgeschafft, weil sie unsozial und diskriminierend sind. Dabei sollte es auch bleiben. Stattdessen sollten die bestehenden Qualitätsverbesserungsmittel für die Hochschulen entsprechend den Studierendenzahlen dynamisiert und vorwiegend für die Verbesserung des Betreuungsverhältnisses zwischen Professuren und Studierenden verwendet werden.

Sowohl innerhalb als auch zwischen den Hochschultypen bestehen unterschiedliche Ausgangslagen der Finanzierung, die meist nur Zeichen ihrer Zeit sind und keinen sachlichen Grund haben. Bei der Hochschulfinanzierung benötigen wir mehr Fairness und Transparenz. Dazu gilt es, ein neues Finanzierungssystem für die Hochschulen nach klaren und vergleichbaren Indikatoren zu etablieren. Darüber hinaus soll der Anteil von Programmmitteln reduziert und im Gegenzug das Budget für die Grundfinanzierung deutlich erhöht werden. Die Hochschulfinanzierung sollte aus unserer Sicht aber verstärkt als gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern gesehen werden, denn an vielen Stellen kann die Umsetzung der Ideen für eine Hochschulausbildung auf dem Stand der Zeit nur mit zusätzlicher Unterstützung des Landes und des Bundes erfolgen.

Weiterbildung

Das lebensbegleitende Lernen ist die Grundlage dafür, die individuellen Potenziale nach Abschluss der Schule, der Ausbildung oder des Studiums weiter zu entfalten und zu entwickeln, Selbstwirksamkeit zu erfahren und umfängliche gesellschaftliche Teilhabe zu verwirklichen. Gerade die gemeinwohlorientierte (öffentlich finanzierte, nicht gewinnorientierte) Weiterbildung leistet einen unverzichtbaren Beitrag, Bildungszugänge für Bildungsbenachteiligte und Menschen, die das Bildungswesen nicht bzw. bislang nicht wirksam erreichen konnte, neu zu erschließen. Volkshochschulen, Familienbildungsstätten, Bildungswerke von Gewerkschaften, Kirchen, die Freie Wohlfahrtspflege und weiteren freie Träger der politischen Bildung wirken vielfältig im Sinne dieses Leitbildes. Weiterbildung ist für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung und das demokratische Gemeinwesen ebenso ein unverzichtbarer Faktor wie für die volkswirtschaftliche Entwicklung, denn, wie beschrieben, wird die Digitalisierung nicht zu einer einmaligen, sondern zur permanenten Disruption führen. Diese Veränderung zerstört endgültig die Fiktion einer einmaligen Bildung, die für das gesamte berufliche Leben ausreicht. Weiterbildung wird damit zum Kernelement eines selbstbestimmten Arbeitslebens und zur Versicherung dafür, dass Menschen trotz der permanent stattfindenden Transformationsprozesse nicht abgehängt werden. Durch den demographischen Wandel wird die Notwendigkeit noch verstärkt. Wir wollen, dass der Zweite Bildungsweg als Pflichtaufgabe gleichgestellt wird.

Weiterbildung ist Daseinsvorsorge. NRW bietet im Bundesländervergleich eine ausgeprägte und starke Weiterbildungslandschaft. Gerade die Weiterbildung als kommunale Pflichtaufgabe
muss aber dringend ausgebaut und gestärkt werden. Das betrifft eine lückenlose Sprachförderkette, flächendeckende Angebote für Grundbildung und Alphabetisierung sowie ein besonderes Augenmerk auf das Nachholen von Schulabschlüssen. Wer den Abbau von Bildungshindernissen und gesellschaftliche Integration und Teilhabe vorantreiben will, muss Menschen ungeachtet von Herkunft und Aufenthaltsstatus das Recht auf Weiterbildung gewähren. Wir wollen, dass die Weiterbildung inklusiv gestaltet wird und allen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Handikap oder Aufenthaltsstatus, zugänglich ist. Begleitende, niedrigschwellige Kinderbetreuung muss verlässlich gefördert werden, um beiden Elternteilen die Teilnahme zu ermöglichen.

Wir wollen dass die politische Bildung als Angebot zur Demokratiebildung unabhängig gefördert wird. Die Vermittlung der demokratischen Prinzipien, das Verständnis des Grundgesetzes und der Menschenrechte, das Verstehen des Staates und eines komplexen politischen Systems, gehören zum Grundbestand einer informierten, lebendigen und weltoffenen Demokratie. Toleranz und Kritikfähigkeit, sowie die Befähigung zu aktiver Partizipation am politischen Geschehen des eigenen Landes und die Vermittlung von Pluralitätskompetenz gehören zu den Zielen.

Wir wollen die Weiterbildung solidarisch finanzieren.So sehr immer wieder gerne die Bedeutung der Weiterbildung insgesamt hervorgehoben und betont wird, so sehr ist sie doch immer noch von strukturellen Defiziten und einer nicht ausreichenden Finanzierung geprägt, die sich gerade im Bereich des pädagogischen Personals bemerkbar macht. Die Verdienstmöglichkeiten, die Stundensätze und die soziale Absicherung sind unzureichend. Eine Verbesserung dieser prekären Arbeitsverhältnisse trägt zur Sicherung der Professionalität und der Qualität der Arbeit der Weiterbildung bei.

Die Frage der mangelnden Ressourcen begleitet nicht nur das Personal im Weiterbildungsbereich, sondern auch andere Felder der Arbeit. Die Kontinuität, Nachhaltigkeit und Förderfähigkeit neuer Angebote muss durch gesetzliche, sichere Förderung garantiert werden. Wir wollen, dass sich der Bund seiner größeren Finanzierungsverantwortung sowohl für die gemeinwohlorientierte wie auch für die berufliche Weiterbildung stellt und gemeinsam mit Ländern und Kommunen die 4. Säule im Bildungssystem in Qualität und Quantität gleichwertig ausbaut und stärkt. Wir benötigen daher eine bundeseinheitliche Gesetzgebung und entsprechende Finanzierung.

Wir wollen eine Fördersystematik etablieren, die innovative, niedrigschwellige Angebotsformen ermöglicht. Wir schlagen deshalb eine verlässliche Sockelfinanzierung verbunden mit einer Abkehr von der aktuell dominierenden „Projektitis“ vor. Über sozialraumorientierte Konzepte kann der Blick mehr auf bildungsbenachteiligte Zielgruppen gerichtet werden, um neue Wege der Partizipation und zur Selbsthilfe zu erproben. Wir wollen eine systematische sozialpädagogische Begleitung der Projekte etablieren, um den Erfolg dieses zweiten Bildungsweges zu unterstützen.

Wir wollen zudem mehr öffentliche Verantwortung und einen klar definierten öffentlichen Bildungsauftrag, auch im Bereich der beruflichen Bildung. Er muss sich über die gesamte Erwerbsbiografie erstrecken. Wir wollen in gesamtgesellschaftlicher Verantwortung unter Beteiligung der Sozialpartner*innen und in enger Abstimmung mit dem Bund und den Akteurinnen und Akteuren der Weiterbildung eine berufliche Weiterbildungsinfrastruktur entwickeln. Es geht um arbeitsplatznahe und praxisorientierte Lernprozesse, die nicht nur den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit im Blick haben, sondern ebenso die Ausschöpfung der individuellen Entwicklungspotenziale mit dem Ziel der Höherqualifizierung berücksichtigen. Wir wollen die Vernetzung von Weiterbildung mit anderen Bildungssektoren, insbesondere mit dem System der beruflichen Erstausbildung, verbessern und die Arbeit der regionalen Bildungsnetzwerke entsprechend verbindlich entwickeln.

Begründung: Dieser Antrag ist auf Basis des Abschlussberichts der Kommission "Zukunft der Bildung" (Bildungskommission) sowie der im Anschluss eingegangenen sowie auf dem Kongress am 6. April in Bochum diskutierten Rückmeldungen entstanden, siehe: https://gruene-nrw.de/bildung-21-jh/
Antragsteller*innen: Landesvorstand

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Änderungsanträge

Zeile Antragsteller*innen Text Begründung Verfahren
1 MV des KV Gelsenkirchen vom 5. Juni 2019

Die Überschrift des Antrages bzw. Beschlusses wird geändert in:

LERNEN, GEGENWART UND ZUKUNFT ZU GESTALTEN.
Ansätze für eine zukunftsfähige Bildungspolitik

Der Antrag/Beschluss wird - auch nach Annahme von Änderungsanträgen - nicht dem Anspruch gerecht, ein grünes Verständnis von „Bildung für das 21. Jahrhundert“ zu formulieren. Insofern drückt die veränderte Überschrift besser aus, was tatsächlich Inhalt ist bzw. wird. - Weiteres gern mündlich.
1 bis 6 ergänzen Für die AG Jugend-Schule-Sport im KV Düsseldorf: u.a.

Bildung ist ein wesentlicher Schlüssel dazu, dass alle Menschen in einer friedlichen, sozial gerechten und ökologisch sowie ökonomisch nachhaltigen Welt leben können. Bildung hat die Aufgabe, Menschen ein freies, erfolgreiches und erfülltes, sicheres und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, sie zu mündigen Bürger*innen zu erziehen und zur gesellschaftlichen Teilhabe bzw. Mitgestaltung unserer (Welt-)Gesellschaft zu befähigen. Dieser Bildungsauftrag ist in unserer Verfassung schon angelegt. Allerdings haben die Rahmenbedingungen, unter denen all dies gelingen soll, sich erheblich verändert. Darauf muss eine moderne Bildungspolitik im Sinne der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft reagieren.

Begründung: Es geht um eine den heutigen Herausforderungen gemäße Definition unseres allgemeinen Bildungsziels. Es fehlt hier ein eindeutigerer Bezug zum gesellschafts-politischen Ziel nachhaltiger Entwicklung.
1-2 Klaus Kurtz u.a.

Zeile 1 bis 6 ergänzen:

Bildung ist ein wesentlicher Schlüssel dazu, dass alle Menschen in einer friedlichen, sozial gerechten und ökologisch sowie ökonomisch nachhaltigen Welt leben können. Bildung hat die Aufgabe, Menschen ein freies, erfolgreiches und erfülltes, sicheres und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, sie zu mündigen Bürger*innen zu erziehen und zur gesellschaftlichen Teilhabe bzw. Mitgestaltung unserer (Welt.)Gesellschaft zu befähigen. Dieser Bildungsauftrag ist bereits in unserer Verfassung formuliert und insofern ändert sich auch im 21. Jahrhundert daran nichts. Allerdings haben sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen all dies gelingen soll, geändert. Bildungspolitik muss darauf im Sinne der Zukunftsfähigkeit von Bildung reagieren.

Das genannte Ziel soll präzisiert werden im Sinne der aktuellen Herausforderung, eine nachhaltigere Gesellschaft zu gestalten.
1-3 Klaus Kurtz u.a.

LERNEN, GEGENWART UND ZUKUNFT ZU GESTALTEN. BILDUNG IM 21. JAHRHUNDERT

Den  Titel des Antrags ändern, weil die aktuelle Herausforderung für das Bildungswesen neben der individuellen Freiheit nun insbesondere der Zusammenhalt der Gesellschaft ist.
1-4, 6, 7, 25 LAG Bildung

Änderungsantrag zur stärkeren Verankerung BNE 

Zeilen 1-4 erhalten folgende Fassung (Ergänzungen unterstrichen): „Bildung ist ein wesentlicher Schlüssel dazu, dass alle Menschen in einer friedlichen, sozial gerechten und ökologisch sowie ökonomisch nachhaltigen Welt leben können. Bildung hat die Aufgabe, Menschen ein freies, erfolgreiches und erfülltes, sicheres und selbstbestimmtes Leben als mündige Bürger*innen zu ermöglichen und zur gesellschaftlichen Teilhabe bzw. Mitgestaltung unserer (Welt-)Gesellschaft zu befähigen.“

Nach Zeile 6 wird folgende Überschrift eingefügt: „Lernen, Gegenwart und Zukunft gestalten“

In Zeile 7 wird hinter „Klimakrise,“ eingefügt:der fortschreitende Artenschwund, die Fixierung auf vermeintlich endlos mögliches ökonomisches Wachstum,“

In Zeile 14, wird „von Bund und Ländern bereits verabschiedeten“ ersetzt durch „die von den Vereinten Nationen mit Zustimmung Deutschlands und der anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union verabschiedeten und im Nationalen Aktionsplan auch von den Ländern übernommenen“.

Vor Zeile 25 wird eingefügt: „Wir wollen Bildungseinrichtungen, die sich zentral den Herausforderungen der Nachhaltigen Entwicklung im 21. Jahrhundert stellen. Damit greifen wir u.a. Forderungen der Fridays For Future-Bewegung auf. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) muss innerhalb der Strukturen des Bildungswesens für Akteur*innen deutlicher erkennbar werden, sowohl als politische Zielsetzung als auch Rahmensetzungen und Bildungsplänen.

Dazu wollen wir förderliche Arbeitsstrukturen und Unterstützungssysteme auf allen Ebenen des Bildungssystems schaffen. Dazu muss nicht nur die Fortbildung, sondern die gesamte Ausbildung in allen pädagogischen Berufen für einen Paradigmenwechsel sorgen und eine entsprechende Grundbildung aller sicherstellen. Inhalte und Methoden der BNE sind für eine inklusive Schule und die individuelle Förderung besonders geeignet.“

Nach Zeile 615 wird eingefügt: „Ausbildungsordnungen existierender Berufe müssen auf die Erfordernisse einer nachhaltigen Gesellschaft hin überarbeitet werden („grüne“ Berufsbilder). Hierzu sind geeignete Aktivitäten auf nationaler Ebene anzuregen.“

Begründung: Angesichts der Menschheitsfragen im Zusammenhang mit der Klimakrise, Artensterben, Folgen der Globalisierung und der damit verbundenen globalen Gerechtigkeit muss ein klarer Bezug zum Bildungsauftrag aus GRÜNER Sicht hergestellt werden. Die Ergänzungen heben die Bedeutung der Debatte um eine nachhaltige Entwicklung auch in der Bildung hervor. Zu Zeile 14: Sachliche Richtigstellung. Die SDG’s wurden von den Vereinten Nationen verabschiedet.
6 Nabiha Ghanem u.a.

Einfügen in Zeile 6 am Ende des Absatzes:
Unserem Bildungssystem kommt eine Schlüsselrolle für unsere Zukunft zu, es bildet die Grundlage für das Leben in einer freien, demokratischen, friedlichen und sozialen, aber auch wohlhabenden und nachhaltig lebenden Gesellschaft und erfordert dementsprechenden Einsatz von Ressourcen. Seine Gestaltung erfordert eine klare Vision ebenso wie einen langen Atem und finanzierbare konkrete Schritte kurz- mittel- und langfristiger Natur auf dem Weg dorthin. Wir skizzieren hier entsprechende Ideen und Vorstellungen ebenso wie kurzfristig umsetzbare Maßnahmen

Allen Bürger*innen mit halbwegs klarer Vorstellung von den Realitäten ist sofort ersichtlich, dass es sich bei diesem Antrag um ein ‚Wünsch-Dir-Was handelt, aber nicht um seriöse und belastbare Bildungspolitik! Wenn Neumitglieder, die im Bildungsbereich arbeiten, entsetzt nach 5 Seiten aufhören, den Text zu lesen, dann sollten wir das keinesfalls ignorieren! Es muss klargestellt werden, dass es sich hier um ein erstes Ergebnis eines Prozesses handelt, der Visionen und konkrete Maßnahmen enthält! Am besten aber ersetzt man diesen Antrag durch den Abschlussbericht, auf dessen Basis weitergearbeitet werden kann
7 Klaus Kurtz u.a.

Zeile 7 und 8 ergänzen:

Die zunehmende soziale Spaltung, die Klimakrise, der fortschreitende Artenschwund, die Fixierung auf angeblich endlos mögliches ökonomisches Wachstum, die digitale Transformation, die immer vielfältiger sich ausprägende Gesellschaft und die Folgen der Globalisierung erfordern eine andere Gestaltung von Bildungsprozessen. Historische Errungenschaften der Menschheit sind bedroht und die Gesellschaft insgesamt aber auch das Bildungswesen muss auf diese Gefahren für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft reagieren. Wir müssen neu nachdenken über die für die Bewältigung dieser Krisen notwendigen Kompetenzen, über das dafür erforderliche Fachwissen, welche wir in unserem Bildungswesen vermitteln, und Lehr- und Lernformen sowie die Organisation der Bildungsinstitutionen kritisch überprüfen.

Die Aussagen zu den politischen Herausforderungen für grüne Bildungspolitik soll präzisiert werden.
14 Klaus Kurtz u.a.

… Die von den Vereinten Nationen 2016 ….

Ein sachlicher Fehler soll korrigiert werden.
22 Klaus Kurtz u.a.

Einfügen in Zeile 22 nach „ermöglichen.“:

Dies ist der Auftrag einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Die gegenwärtige Bildung bereitet Menschen erst in Ansätzen auf aktuelle und kommende Herausforderungen der gesellschaftlichen Entwicklung vor. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist entlang der Bildungskette von der KITA bis zur Berufs- und Weiterbildung sowie Hochschule dringend notwendig.

Einfügung zum Mehrwert und zur Integration von BNE im Bildungswesen.
29, 34, 43 LAG Bildung

Änderungsantrag zur Mehrsprachigkeit 

In Zeile 29 wird folgender Satz ergänzt: „In unserer heutigen globalisierten Welt ist die Kenntnis mehrerer Sprachen und Kulturen unerlässlich.“

Ab Zeile 34 werden folgende Änderungen vorgenommen:

Der Satz soll enden hinter „Normalität vieler Schülerinnen und Schüler“. Der Halbsatz, der beginnt mit „andererseits ist sie eingebunden …“ und der folgende Satz zur „diskriminierungsfreien Bildung“ werden ersetzt durch: „Dabei ist es zwingend, dass es keine Hierarchisierung der Sprachen gibt, sondern auch die Sprachen anerkannt werden, die junge Menschen aus ihren Familien mitbringen. Die Wertschätzung natürlicher Mehrsprachigkeit ist ebenso wie das Erlernen weiterer Fremdsprachen eine wesentliche Voraussetzung der Teilhabe und der Überwindung jeder Diskriminierung.“

In Zeile 43 wird in der Klammer hinter „Ausbildung“ ergänzt: „aller pädagogischen Professionen)“. Angefügt werden folgende Sätze: „Wir wollen, dass der herkunftssprachliche Unterricht eine didaktische Verbindung mit dem Regelunterricht durch alle Schulstufen hinweg erfährt. Wir wollen in allen Schulen Sprach(en)lernkonzepte, die die Vermittlung der Bildungssprache unter Bedingungen von Lebensweltlicher Mehrsprachigkeit sicherstellen. Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte, die über ein deutsches Lehramt verfügen, wollen wir im Rahmen einer gleichberechtigten Beschäftigung fördern. Die Anerkennungsverfahren für zugewanderte Lehrkräfte müssen vereinfacht werden.“

Begründung: Mit den Änderungen soll deutlich gemacht werden, dass „Mehrsprachigkeit“ nicht nur aus dem Ziel der Antidiskriminierung, sondern grundsätzlich anzuerkennen ist. Mehrsprachigkeit ist nicht nur deshalb ein Ziel, weil Menschen in Deutschland viele verschiedene Sprachen sprechen, sondern auch, weil dies in einer globalisierten Welt erforderlich ist. Die Formel „Wertschätzung natürlicher Mehrsprachigkeit“ ist Zitat aus dem Teilhabe- und Integrationsgesetz, das 2012 im Landtag mit den Stimmen der Grünen, der SPD und der CDU beschlossen worden ist. Der herkunftssprachliche Unterricht gelingt am besten, wenn er mit dem Regelunterricht verknüpft ist. Mehrsprachigkeitsdidaktik gehört in die Ausbildung aller pädagogischen Berufe. Und Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte brauchen mehr Unterstützung als sie zurzeit haben.
47 Kai Gehring u.a.

Ergänze in Zeile 47 nach „…Perspektivlosigkeit“:

„Wir wollen mehr Durchlässigkeit und mehr Chancen für alle. Ein Schulabschluss ist die beste Versicherung gegen spätere Risiken wie Arbeitslosigkeit, daher wollen wir Bildungsabbrüche vermeiden und breite Wege zu Abschlüssen offenhalten.“

50 Kreisverband Herne

Einfügen in Zeile 50:

Deshalb wollen wir jetzt eine gesellschaftliche Debatte starten sowohl über die Qualität der frühkindlichen Bildung wie über ein gerechtes Schulsystem, das weniger ausgrenzt, mehr integriert sowie inkludiert.

Integration ist ein einseitiger Prozess. Wenn man ein inklusives System aufbauen möchte, muss immer mehr von einem beidseitigen Prozess der Inklusion ausgegangen werden, weswegen das Wort ”inkludiert” ebenfalls genutzt werden sollte. Da man sich allerdings erst am Anfang des Weges zu einer kompletten Inklusion steht, ist ”integriert” natürlich ebenfalls notwendig zu erwähnen.
51 Tillmann Nöldeke u.a.

Ä1 TN: 51 nach „ändern.“ einfügen:

Die zunehmenden Anforderungen an das Bildungssystem einerseits und die steigende Bedeutung gelingender Bildung unserer Kinder für die ökonomische wie soziale Zukunft der Gesellschaft andererseits bedeuten in der Konsequenz, dass wir zwingend mehr Ressourcen zur Verfügung stellen müssen.

Begründung: NRW trägt die rote Laterne bei den Ausgaben je Schüler*in (Statistisches Bundesamt 2019). Sie liegen fast 13 Prozent unter dem Durchschnittswert aller Bundesländer und 23 Prozent unter den Ausgaben Bayerns. Die Klassengröße in NRW beträgt statistisch 24 Schüler*innen, im Bundesdurchschnitt 21 (14 Prozent über Durchschnitt). Vor diesem Hintergrund ist es wenig erstaunlich, dass beispielsweise die Inklusion nicht allzu gut performt hat. Wir müssen glaubwürdig rüberbringen, dass wir hier etwas ändern wollen. Dies gilt insbesondere auch mit Blick auf die vielen guten Ideen, die wir als Auftrag an die Schulen in diesem Antrag formulieren.
51-1 LAG Kinder, Jugend, Familie

„Deutschland gibt nach wie vor deutlich weniger Geld für Bildung aus, als der Durchschnitt der OECD-Staaten:“

Ein Beleg von neutraler Stelle für die behauptete Unterfinanzierung erspart die Nachfrage, woher die Information kommt: "Bildung auf einen Blick 2017 - OECD-Indikatoren" Seite 256 ff. Meine Zählung ergab Platz 21 im Ranking von 30 Staaten.
56 Kai Gehring u.a.

Einfügen in Zeile 56 nach „…und gerechten Bildungssystems zu beteiligen.“

„Ein wichtiger erster Schritt für bessere Kooperation ist die im Frühjahr 2019 beschlossene Grundgesetzänderung. Damit ist das Ende des Kooperationsverbots zwar nicht erreicht, aber die Tür für mehr Chancengleichheit durch eine gemeinsame Finanzierungsverantwortung steht ein Stück weiter offen. Unser Ziel bleibt weiterhin die Ermöglichung umfassender Kooperation. Denn nur eine Kooperation auf Augenhöhe zwischen Bund, Ländern, Kommunen und Schulen schafft gute Lernbedingungen und bessere Bildung für alle Schüler*innen.“

59, 202, 211f., 214-217, 218, 219, 222-224, 230 LAG Bildung

Änderungsantrag zum Ganztag 

In Zeile 59 wird hinter „personelle Unterstützung z.B.“ ergänzt: „beim Ganztag,“.

In Zeile 202 wird „Verpflichtung der Kommunen“ geändert in „Verpflichtung der Länder und Kommunen“.

In Zeile 211 werden die Worte „formelles und informelles Lernen“ gestrichen.

In Zeile 211f. wird „Ein Raum, in dem“ ersetzt durch „Räume und Zeiten, in denen“. Hinter „erleben können“ wird der Halbsatz angefügt: „und die sie von vornherein mitgestalten können.“

In Zeile 214 bis Zeile 217 wird nach „die klassische Trennung“ „von Schule und Ganztag.“ ersetzt durch “zwischen Vor- und Nachmittag, Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten überwinden. Wir wollen einen strukturierten Ganztag, den alle Beteiligten, auch Eltern sowie Schülerinnen und Schüler mitgestalten. Offene Ganztagsschulen sollen künftig entscheiden können, ob und wie sie ihren offenen Ganztag zu einem gebundenen Ganztag weiterentwickeln.“

In Zeile 218 wird vor dem Wort „Fortbildung“ ergänzt: „auch gemeinsame“.

In Zeile 219 wird das Wort „offene“ gestrichen.

In Zeile 222 werden hinter „Schulkonferenz“ folgende Sätze eingefügt:Zentrale Grundlage ist die enge Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Schule, Kultur und Sport, Jugendhilfe und Sozialagenturen. Bestehende Familienzentren sind ein guter Anknüpfungspunkt. Bei einem offenen und erfolgreichen partizipativen Prozess der Weiterentwicklung der Qualität des Ganztags ist die Selbstverständlichkeit eines strukturierten, verbindlichen und verlässlichen Ganztags in Form gebundenen Ganztags erreichbar.“

In Zeile 222 bis 224 wird der Satz „Denkbar wäre…“ bis „…anwählen können“ gestrichen.

In Zeile 230 wird der Satzteil „vor allem der Offenen Ganztagsschule“ gestrichen.

Begründung: Die Ganztagsschulforschung hat sich inzwischen weitestgehend von der Opposition zwischen gebundenen und offenen Systemen verabschiedet. Entscheidend für den Erfolg sind möglichst regelmäßige und verlässliche Teilnahme, die Verknüpfung von Vor- und Nachmittag bzw. Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten, ggf. auch an anderen Lernorten. Die Annahme, dass die Verknüpfung von Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten in gebundenen Systemen besser gelinge, ist wissenschaftlich nicht belegbar. Es gibt viele offene Ganztagsschulen, denen es gelingt, aber auch gebundene, denen es nicht gelingt. Als Alternative zur Opposition von „gebundenem“ und „offenem“ Ganztag kann der Begriff des „strukturierten Ganztags“ dienen. In Zeile 222 macht die Erwähnung eines gebundenen Ganztags als Zielvorstellung Sinn, auch wenn dieser Ganztag wahrscheinlich keine Bezeichnung als „gebundener Ganztag“ mehr braucht, weil er die Möglichkeiten gebundenen und offenen Ganztags umfasst. Voraussetzung ist allerdings ein umfassender Prozess der Partizipation. Nur so kann Akzeptanz geschaffen werden. Für die Partner der Schulen ist die ausdrückliche Erwähnung der „Augenhöhe“ ein wichtiges Signal, das in einem Ganztagsantrag nicht fehlen darf. Außerdem sachliche Richtigstellungen und Präzisierungen, die dazu beitragen, Missverständnisse zu vermeiden:
  • Zu Zeile 59: Der Antrag nennt nur Inklusion und Sozialarbeit. Grüne haben sich jedoch stets auch für ein neues Ganztagsprogramm eingesetzt.
  • Zu Zeile 202: Wenn der Bund die Kommunen verpflichtet, verpflichtet er aufgrund der Konnexitätsregelungen auch die Länder, die dann die gesamten Kosten zu tragen haben.
  • Zu Zeile 211f: Der Begriff „informell“ ist hier sachlich falsch. Gemeint ist „non-formal“. Es geht im Ganztag auch nicht nur um „Lernerfolge“ im engeren Sinne, sondern um die Entwicklung starker Persönlichkeiten. Ohne den Hinweis zum „Lernen“ wird der umfassende Auftrag im Ganztag klarer. Motto des Ganztags ist auch „mehr Zeit für Kinder“. Das sollte in der Formulierung deutlich werden. Der Plural macht deutlich, dass nicht alles in einem Raum und in derselben Zeit stattfinden muss. Die Partizipation der Kinder an Konzeption und Ausgestaltung sollte ausdrücklich genannt werden, denn Ganztag ist dann erfolgreich, wenn die Angebote nicht von Erwachsenen, sondern von den Kindern selbst mitkonzipiert und mitgestaltet werden können. Dies entspricht auch dem Ziel der Stärkung von Kinderrechten.
  • Zu Zeile 218: Die Ergänzung ergibt sich aus der Multiprofessionalität des Personals im Ganztag.
  • Zu Zeile 219 und 230: Die beschriebenen Probleme betreffen auch viele gebundene Ganztagsschulen, nicht nur offene, beispielsweise im Hinblick auf die Raumsituation.
  • Zu Zeile 222 bis 224: Das ist eins von vielen denkbaren Modellen. Wir sollten nicht den Eindruck erwecken, wir wollten ein bestimmtes Modell vorschreiben, auch wenn das so nicht gemeint ist. Zitiert wird der Satz allerdings voraussichtlich nach Beschluss durch die LDK als der wesentliche Beitrag zum Ganztag. Entscheidend ist der örtliche Partizipationsprozess zum Ganztag. Wird jedoch von vornherein ein Primat für eine bestimmte Form von Ganztag gesetzt, lässt Widerstand nicht auf sich warten, von Eltern, in Kollegien, aber auch seitens der Kinder.
60 MV des KV Gelsenkirchen vom 5. Juni 2019

ergänzen hinter „Sozialarbeit zu verstärken“: Wir streben eine an Bedarfen orientierte aber insgesamt flächendeckende Schulsozialarbeit an, die zukünftig von der Kommune in den Aufgabenbereich des Landes überführt wird.

In vielen Städten des Landes findet keine flächendeckende Schulsozialarbeit statt. Damit Lernen gelingt, ist aber eine wirksame Schulsozialarbeit nötig. Mit der Übertragung auf die Landesebene könnte insbesondere in strukturschwachen Regionen, wo finanzielle Beschränkungen der Kommunen eine flächendeckende Schulsozialarbeit verhindert, die so wichtige Schulsozialarbeit landesweit gewährleisten.
64 Gregor Kaiser u.a.

Ergänze nach “..Verwaltungsaufgaben entlasten“: und die Wochenstundenzahl über alle Schulformen hin weg um 1h reduzieren.

Arbeitszeitgutachten zeigen die hohe Arbeitsbelastung von Lehrer*innen, da immer mehr Aufgaben an die Schulen delegiert werden. Hier gilt es Abhilfe zu schaffen.
67ff., 99, 197, 347, 354,425ff., 451, 475, 495, 557f., 566, LAG Bildung

Änderungsantrag Innere und Äußere Schulentwicklung

In Zeile 67 ff. wird nach „Schulscharfe Stellenausschreibungen führen“ eingefügt: „besonders dort“, in Zeile 69 nach „schulscharfe Maßnahmen“ ergänzt: „durch weitere steuernde Maßnahmen zu flankieren, die eine Lehrerversorgung sichern wie z. B. auch eine Entlastung durch die Absenkung der Unterrichtsverpflichtung “

In Zeile 99 wird folgender Satz angefügt: „Für multiprofessionelle Teams brauchen wir gut qualifiziertes Fachpersonal. Eine große Herausforderung ist neben dem Lehrkräftemangel daher auch der Mangel an sozialpädagogischen Fachkräften sowie Erzieherinnen und Erziehern, der nicht nur die Schulen, dort insbesondere den Ganztag, sondern auch Kindertageseinrichtungen betrifft.“

In Zeile 197 wird angefügt: „Auch in der Sekundarstufe I wollen wir einen konfessionell-kooperativen Religionsunterricht ermöglichen. Eine enge Verknüpfung mit Praktischer Philosophie ist anzustreben. In den Grundschulen soll ebenfalls Philosophie angeboten werden.“

Die Zeilen 267 bis 279 werden hinter den oben genannten Zusatz nach Zeile 99 verschoben.

In Zeile 347 wird folgender Satz ergänzt: „Hierzu wollen wir Qualitätsanalyse, Lernstandserhebungen und andere empirische Untersuchungen auf ein Mindestmaß begrenzen und dadurch frei werdende Ressourcen für die Unterstützung der Schulen nutzen, beispielsweise für die Fortbildung, für den Ausbau der Bildungsnetzwerke, der Kommunalen Integrationszentren, der Schulpsychologischen Dienste oder auch für die Honorierung der Tätigkeit von Lehrkräften als Beratungslehrkräfte.“

In Zeile 354 werden in der Aufzählung die Begriffe „Sexismus“, „Antiziganismus“, „Islamfeindlichkeit“, „Homo- und Transfeindlichkeit“ ergänzt. Vor „totalitären“ ist zu ergänzen: „autoritären sowie“.

In Zeile 425 wird der Satz angefügt: „Unser längerfristiges Ziel ist und bleibt ein dem internationalen Standard entsprechend nicht segregierendes Schulsystem in Deutschland.“

In Zeile 426f. werden die beiden Sätze zur Hauptschule gestrichen.

In Zeile 451 wird hinter „Strukturen“ ergänzt: „Das gilt besonders für die Lernenden mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung. Sie brauchen im Alltag an einer Regelschule besonders weitreichende pädagogische Hilfen, um ihr Potential entfalten zu können. Dazu benötigen die Regelschulen fachkundiges Personal und die Freiheit, die Organisationsstruktur so anzupassen, dass schließlich alle Lernenden fokussiert arbeiten können.“

In Zeile 475 wird „Jugend- und Sozialhilfe“ ersetzt durch „Jugendhilfe und Sozialämter und Jobcenter“.

In Zeile 495 wird folgender zusätzlicher Spiegelstrich eingefügt: „dass Inklusion den gesamten Schultag, den Unterricht und die außerunterrichtlichen Angebote, insbesondere im Ganztag, gleichermaßen umfasst“

In Zeile 557f. wird das Wort „verpflichtend“ gestrichen.

In Zeile 566 wird angefügt: „und alle pädagogischen Professionen einbeziehen.“

Begründung: Es handelt sich um Präzisierungen, die erforderlich sind, um Missverständnisse zu vermeiden:
  • Zu Zeile 67ff.: Die schulscharfen Stellenausschreibungen haben sich an vielen Orten bewährt, doch ist an manchen Orten, vor allem in herausfordernden Lagen, eine Steuerung durch die Schulaufsicht erforderlich.
  • Zu Zeile 99: Der Fachkräftemangel betrifft nicht nur Lehrkräfte.
  • Zu Zeile 197: Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht soll nicht nur in Grundschulen stattfinden. Erforderlich ist auch eine Aussage zu dem sogenannten Ersatzfach „Praktische Philosophie“. Die Forderung nach dem Grundschulfach „Philosophieren mit Kindern“ ist eine alte grüne Forderung.
  • Zu Zeilen 267ff.: Passt inhaltlich besser zum allgemeinen Schulteil.
  • Zu Zeile 347: Eine selbstbestimmte Schule braucht Unterstützung. In den vergangenen 20 Jahren wurde immer wieder auf Tests und Inspektionen (in Nordrhein-Westfalen unter dem Namen „Qualitätsanalyse“) gesetzt. Erforderlich ist jedoch mehr Unterstützung, nach dem Motto: „So viel Überprüfungen wie möglich, so viel Unterstützung wie nötig. Dazu müssen auch Ressourcen umgesteuert werden.
  • Zu Zeile 354: Die Aufzählung sollte so vollständig wie möglich sein.
  • Zu Zeile 425: Diese Zielbestimmung sollte im Antrag deutlicher werden. Hier ist der richtige Platz dafür.
  • Zu Zeile 426ff.: Beide Sätze sind zwar richtig, doch macht es keinen Sinn, sich an der Hauptschule abzuarbeiten. Außerdem stellt sich die Frage, welche Zukunft die Grünen dann für die Realschule sehen. Der Absatz sollte daher mit der „Sekundarschule“ beginnen.
  • Zu Zeile 451: Bei der Inklusion wird oft nicht unterschieden, welche besonderen Förderbedarfe die Kinder haben. Die besondere Situation der Kinder des genannten Förderschwerpunkts muss ausdrücklich genannt werden, weil hier die Bedarfe und die erforderlichen Ressourcen am höchsten sein dürften.
  • Zu Zeile 475: Es geht hier um Sozialämter bzw. um die Einrichtungen der Arbeitsverwaltung, über die u.a. das Bildungs- und Teilhabepaket abgewickelt wird.
  • Zu Zeile 495: Diese Einführung ist erforderlich, um deutlich zu machen, dass Inklusion sich eben nicht nur auf den Unterricht beziehen darf, beispielsweise auch im Hinblick auf Schulassistenz.
  • Zu Zeile 557f: „Verpflichtung“ ist nicht unbedingt wirksam, vor allem dann nicht, wenn dem keine Ressourcen gegenüberstehen. Unklar bleibt auch, welche Themen in den verpflichtenden Fortbildungen stattfinden sollten. Das kann man nur individuell lösen. Entscheidend ist, dass Schulen Ressourcen für die Teilnahme an bzw. die Durchführung von Fortbildungen haben. Anreizsysteme könnten z.B. Anrechnungsstunden für Lehrkräfte sein, die sich fortbilden lassen, Ermöglichung zusätzlicher pädagogischer Tage etc.
  • Zu Zeile 566: Logische Folge von mehr Multiprofessionalität, zurzeit allerdings nur eher zufällig und vom Engagement einzelner Kollegien abhängig.
71 Christian Günther

Wir empfinden es ungerecht, dass Lehrer im angestellten Verhältnis bei gleicher Leistung und Belastung weniger verdienen als verbeamtete Lehrer. Hier muss ein gerechter Ausgleich geschaffen werden.

Das Prinzip "gleiches Geld für gleiche Arbeit" muss auch für angestellte Lehrer gelten. Eine von der Schutzgemeinschaft angestellter Lehrerinnen und Lehrer NRW in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass angestellte Lehrerinnen und Lehrer monatlich bis zu 1000 Euro weniger verdienen als die verbeamteten Lehrerinnen und Lehrer.
72 Gregor Kaiser

Streiche “in einem ersten Schritt an den Standorten mit besonderen Anforderungen die Unterrichtsverpflichtung senken “

In Z. 64 schon durch vorangehenden Änderungsantrag umfassender gefordert
76 Gregor Kaiser u.a.

Ergänze nach “Fortbildungen“.: Wir wollen mit Gewerkschaften und Lehrer*innenverbänden darüber nachdenken, wie Fortbildungen verpflichtend für alle Lehrer*innen eingeführt werden können, damit diese den sich stetig und rapide wechselnden Anforderungen und Herausforderungen adäquat methodisch, pädagogisch und technisch begegnen können.

Gesellschaft verändert sich rapide, Wissen wächst exponentiell und technische Möglichkeiten nehmen zu. Austauch unter Kolleg*innen und Teamarbeit in multiprofessionellen Teams wird auch an Schulen immer wichtiger: Dafür ist notwendig, immer wieder und regelmäßig an Fortbildungen, Supervisionen, etc teilzunehmen, ähnlich wie in anderen Berufsgruppen wie z.B, Ärzt*innen oder Psychologische Psychotherapeut*innen. Möglich wäre ein Punktesystem wie dort einzuführen.
78 KV Münster

Nach Zeile 78 ergänzen:

Nicht zuletzt gehört für uns zur Aufwertung des Lehrerberufs, dass wir die Schule als Arbeitsplatz mit Aufenthaltsqualität für Lehrer*innen – aber auch aller anderen an einer Schule Beschäftigten – verstehen. Das bedeutet, Schulen müssen ausreichend Räume vorweisen, die für Teambesprechungen/-arbeiten genutzt werden können und Räume, die ruhige Einzelarbeitsplätze bieten. Die Ausstattung der Räume muss dabei den Bedürfnissen der in ihnen Arbeitenden entsprechen. Das Landesprogramm Gute Schule 2020 soll die Kommunen auch bei dieser Aufgabe unterstützen.

80, 81, 132 LAG Bildung

Änderungsantrag zum Thema Teilhabe – Kinderrechte 

In Zeile 80 wird „Kindern“ durch „jungen Menschen“ ersetzt.

In Zeile 81 wird der Satz eingefügt: „Wir wollen die Kinderrechte auch in der Schule stärken.“

In Zeile 132 wird die Formulierung „einmal im Jahr“ gestrichen“.

Begründung: Die Grünen setzten sich immer schon für die Umsetzung der Kinderrechtskonvention in allen Lebensbereichen ein. Hier besteht in Schulen unbeschadet vieler guter Initiativen noch Nachholbedarf, gerade im Hinblick auf mehr Demokratie und Partizipation der Schüler*innen an der Ausgestaltung der Schule. Ein einmaliger Besuch einer Bibliothek oder eines Theaters hat Feiertagscharakter. Anzustreben sind die Einbeziehung von Bibliotheken, Theatern etc. in den Alltag der Kinder in und außerhalb der Einrichtungen. Dazu sind mehrere Besuche erforderlich. Persönlichkeitsbildung ist eine Aufgabe für alle junge Menschen, die dem Kindesalter entwachsen sind (Teenager zum Beispiel).
87 Nabiha Ghanem u.a.

In Zeile 87 einfügen:

Bildung findet in Gruppen und Klassen statt, die sozialen Prozesse sind von sehr großer Bedeutung für die Entwicklung und den Bildungserfolg aller Kinder.Jedes Kind soll frei von Mobbing, Ausgrenzung und sozialem Druck lernen, seine Persönlichkeit und eine positive Selbstwirksamkeitserwartung entwickeln können. Wir wollen daher alle pädagogischen Fachkräfte und alle Lehrenden durch praxisorientierte Aus- und Weiterbildung in die Lage versetzen, gruppendynamische Prozesse gestalten zu können.

Der Mensch ist ein soziales Wesen, der Einfluß der sozialen Beziehungen und vor allem der Peergroups auf Menschen und vor allem Kinder ist kaum zu überschätzen. Bislang wird der Blick aber viel zu wenig auf diese Fakten gelenkt, gesehen wird meist nur das einzelne Kind, nicht aber die systemischen Aspekte, Wirkungen und Wechselwirkungen. In der pädagogischen Ausbildung finden sich theoretische Psychologie, Didaktik etc., aber kaum reflektierende praktische Ansätze zu sozialer Kompetenz und Gruppendynamik. Vielen Lehrenden ist daher nicht bewußt, in welchem Ausmaß gruppendynamische Prozesse durch sie beeinflußt werden und werden können. Es reicht bei weitem nicht, ein multiprofessionelles Team bzw. Sozialarbeiter dann einzusetzen, wenn Probleme sichtbar werden: dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Lehrende müssen analog zur psychotherapeutischen Ausbildung durch Wissen, Üben und Selbsterfahrung selber grundlegende Kompetenzen in diesem Bereich entwickeln. Die Notwendigkeit dazu zeigen sehr eindrücklich alle unter Mobbing und Ausgrenzung leidenden Kinder. Durch gute Ausbildung der pädagogischen Fachkräfte und Lehrer*innen in diesem Bereich ließen sich aber nicht nur Selbstmorde von Kindern verhindern. Die Lehrenden selbst hätten es im Alltag viel leichter und alle Ziele guter Bildung ließen sich viel besser erreichen.
87, 98 Tillmann Nöldeke u.a.

Nach 87 einfügen:

Wir bekennen uns ausdrücklich zum Ziel einer inklusiven, hochwertigen Bildung für alle Kinder. Wir wollen den nötigen Transformationsprozess besser steuern und für die nötigen Ressourcen sorgen. Wir wollen durch gute inklusive Praxis immer mehr Eltern davon überzeugen, dass gemeinsames Lernen für ihr Kind die bessere Wahl ist.

98 andern:

Wir wollen, dass insbesondere an herausfordernden Standorten und Schulen, die viele Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf unterrichten, die Klassengröße gesenkt wird.

Unser Kapitel zur Inklusion ist das bei weitem größte, weil wir hier besonders großen Handlungsbedarf sehen. Deshalb sollten sich die Grundlinien unserer inklusive Bildungspolitik auch in den einleitenden Sätzen wiederfinden.

Beim Einschub 98 geht es darum, neben einem Sozialindex auch einen Inklusionsindex einzuführen (eine alte Forderung z.B. der Gesamtschulen).
89 MV des KV Gelsenkirchen vom 5. Juni 2019

Nach Zeile 88/89: „Wir wollen eine Bildungspolitik, die nach Bildungsgerechtigkeit strebt und Bildungsarmut und -benachteiligung entschlossen bekämpft“ einfügen:

Wir wollen es nicht länger hinnehmen, dass in unserem Land der Bildungserfolg und damit die Lebenschancen in Beruf und Gesellschaft in hohem Maße von der familiären Herkunft bestimmt werden. Viele Studien belegen, dass Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern immer noch in unserem Bildungssystem vielfach benachteiligt sind. Wir müssen deshalb noch stärker in die frühkindliche Bildung und in die Stärkung von Familien in besonderen sozialen Problemlagen investieren. Eine wesentliche Rolle kommt in diesem Zusammenhang Kindertagesstätten mit angeschlossenen Familienzentren zu

93 Grüne Jugend NRW
Deshalb wollen wir pädagogische Ressourcen und Sachressourcen auf der Basis eines durch ein Sozial- und Bildungsmonitoring erfassten, schulscharf ermittelten Sozialindex verteilen, welcher regelmäßig evaluliert und überprüft wird, sodass die Mittel tatsächlich im Sinne der Schüler*innen eingesetzt werden.
erfolgt mündlich
99 Wolfgang Rettich u.a.

„Uns ist bewusst, dass unser Anspruch große finanzielle Anstrengungen beinhalten. Daher werden wir uns dafür einsetzen, dass das Land NRW wie mit dem dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“ die Kommunen bei dem Um- und Ausbau von Schulstandorten die durch die Vorgaben der Landesebene entstehen nicht alleine gelassen werden. Für uns ist klar das Konnexitätsgebot halten wir ein.“

mündlich
100 Kreisverband Herne

Einfügen nach “Bildungseinrichtungen“:

(z. B. Kita, Schule)

Bildung ist viel mehr als Schule. Die Kita als frühkindliche Bildungsinstitution, die entscheidende Weichen für spätere Bildungsverläufe setzen kann, muss in einem grünen Bildungskonzept einen deutlicheren Stellenwert bekommen.
100 ff LAG Kinder, Jugend und Familie

Die erste und entscheidende Bildungswelt ist die Familie. Sie muss in ihren Leistungen für Bildung, Betreuung und Erziehung unterstützt werden. Denn nicht alle Eltern sind in der Lage, kompetent den Alltag in der Schwangerschaft und den ersten Lebensjahren zu meistern und brauchen Unterstützung. Gerade für solche Eltern ist es wichtig, die Frühen Hilfen auszubauen hin zu einer Familienbegleitung, wobei die Gesundheitsförderung im Vordergrund steht.

Insgesamt muss das Gesundheitswesen noch stärker in die Frühen Hilfen eingebunden werden. Wir verlangen vom Bund, die seit 7 Jahren eingefrorenen Mittel der Bundesstiftung Frühe Hilfen mindestens zu verdoppeln und die Mitwirkung der Gesundheitsakteure in den Netzwerken Frühe Hilfen verbindlich gesetzlich zu regeln.
Auch wenn im weiteren (dann wie bisher in Zeile 100)

Bildungsbenachteiligung hat ihren Ursprung in der Familie, in gesamten Text wird aber darauf nicht eingegangen. Paragraph 16, SGB VIII bietet hierfür viele Ansatzpunkte, auch die erwähnten Frühen Hilfen (§ 1 KKG). Bisher engagiert sich der Bund für Kinder im Alter - 9 Monate bis 3 Jahre mit bundesweit 51 Millionen Euro, beschämend wenig! (Institutionelle Bildungseinrichtungen 133 Milliarden Euro durch Bund, Länder und Gemeinden)
106 KV Münster

Wir wollen deshalb Schritt für Schritt zur Beitragsfreiheit kommen bis 2025 die Beitragsfreiheit erreicht haben, ohne die Qualitätsentwicklung zu vernachlässigen.

106 ff LAG Kinder, Jugend und Familie

Eine kindgerechte Bildung von Anfang an geht vom Selbstbildungspotential des Kindes aus, das von Geburt an in einem stetigen Prozess der Selbstorientierung und des selbstständigen Lernens ist, in einer Auseinandersetzung mit seiner Umwelt, in interaktiven Beziehungen mit Erwachsenen und zunehmend mit Kindern erfährt es sich im sozialen Miteinander. Dabei wird das Kind von Erwachsenen unterstützt, zunächst in der Familie, die es sehr prägt, und in der Folge in der Kindertagesstätte oder der Kindertagespflege. Auf die Wertschätzung dieser Selbstbildungsprozesse baut die pädagogische Konzeption der Elementarbildung auf.

Wenn wir frühkindliche Bildung vom Kind aus denken, gehört der Blick auf die Selbstbildungsprozesse des Kindes vor die Forderungen an die Institutionen der frühkindlichen Bildung.
106-107 KV Herne

Ersetzte “Bildung muss […] zu vernachlässigen“ durch:

Bildung soll von Beginn an für alle gebührenfrei sein. In den ersten Lebensjahren werden entscheidende Weichen für spätere Bildungsverläufe gestellt. Deshalb muss derzeit die Qualitätsentwicklung in den Einrichtungen der frühen Bildung im Vordergrund stehen.

So wünschenswert die Beitragsfreiheit ist, muss es vorrangig um die Qualitätsverbesserung in Kitas gehen. Das frühkindliche Bildungssystem braucht deutlich mehr Ressourcen, es ist im internationalen Vergleich unterfinanziert. Gerade wenn wir es ernst meinen, das Bildungsgefälle zwischen Arm und Reich verringern zu wollen, brauchen Kitas mehr und besser ausgebildetes Personal. Von einer Beitragsfreiheit profitieren arme Familien in keiner Weise. Sie sind in aller Regel jetzt schon beitragsbefreit. Auch sogenannte Besserverdienende profitieren davon, wenn mehr Kinder besser vorbereitet die Schule beginnen.
106-109 LAG Kinder, Jugend und Familie

Zeile 106 – 109 verschieben zu Zeile 146

Begründung:

Auch wir Grüne setzen uns für die Beitragsbefreiung im Elementarbereich ein und unterstützen damit die Forderung vieler Eltern. In der gegenwärtigen Situation betrachten wir aber die Forderungen zur Qualitätsentwicklung vorrangig, um eine gute Bildung, Betreuung und Erziehung in den Kitas und in der Kindertagespflege für alle Kinder zu gewährleisten.

108 KV Münster

Auf dem Weg dorthin wollen wir über landeseinheitliche und sozial gestaffelte Beitragstabellen mehr Gerechtigkeit schaffen sollen finanzschwache Kommunen nach dem Grundsatz “Ungleiches ungleich behandeln“ dabei unterstützt werden, Beitragsgerechtigkeit im Vergleich zu anderen Kommunen zu schaffen.

109 KV Münster

Wir wollen die Anerkennung der frühkindlichen Bildung erhöhen und für eine bessere und möglichst einheitliche Bezahlung der Beschäftigten sorgen. Für Beschäftigte in freier Trägerschaft bedeutet dies, dass im Zweifelsfall mit öffentlichen Mitteln ein Gehaltsunterschied zu öffentlich Beschäftigten ausgeglichen werden muss. Zudem wollen wir (…)

120 KV Herne

Einfügen in Zeile 120:

”Familienzentren brauchen eine verbesserte Personal- und Finanzausstattung.”

Der wichtige Auftrag der Familienzentren, aus einer sozialräumlichen Orientierung und Kooperation mit anderen Partnern heraus Familien anzusprechen und  einzubeziehen, muss auch durch verbesserte Ressourcen gestützt werden. Die derzeitigen jährlichen Zuweisungen reichen bei weitem nicht. Familienzentren, die ihren Auftrag ernst nehmen, kommen schon lange an ihre Personalgrenzen. Die Problemlagen der Familien werden immer komplexer. Dafür braucht es differenzierte (und damit auch meist teure) Lösungsangebote.
120-1 MV des KV Gelsenkirchen vom 5. Juni 2019

Nach „Ein garantierter Schulplatz an einer vorab bekannten weiterführenden Schule kann Grundschulkindern einen Übergang in eine neue Bildungsphase ermöglichen, der nicht mit dem Verlust der sozialen Bezugsgruppe verbunden ist.“ einfügen:

Inklusion als gesellschaftliche Aufgabe ist nicht etwas, das auf die Schulzeit beschränkt bleibt. Zu fordern ist auch ein Übergangsmanagement, das Schulabgänger mit einer Behinderung dabei unterstützt, eine Beschäftigung in einem „normalen“ Betrieb jenseits der Behindertenwerkstätten zu finden.

120-2 MV des KV Gelsenkirchen vom 5. Juni 2019

ergänzen hinter „werden.“:

Ebenso müssen landesweite Standards geschaffen werden, die eine vergleichbare Bezahlung des pädagogischen Fachpersonals gewährleisten.

Oftmals ist die Bezahlung des pädagogischen Fachpersonals von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich, dies führt dazu, dass in Städten mit geringerer Bezahlung bzw. in Städten mit geringeren finanziellen Mitteln, ein deutlich größerer Mangel an pädagogischen Fachkräften besteht bzw. eine geringere Anzahl an Betreuungsplätzen angeboten werden kann.
124 KV Bielefeld

In Zeile 124 hinter „…. Entwicklung von Kindern“ einfügen.

„Daher wollen wir allen Kindern, besonders Kindern in Quartieren mit hohen bildungsrelevanten sozialen Belastungen, ausreichend Raum und Flächen für Spiel, Bewegung und Sport bieten – wie Spielplätze, offene Schulhöfe, frei zugängliche Sportplätze und Grünanlagen.“

Für die Entwicklung von Kindern – insbesondere im Vorschulbereich – haben Bewegung und Sport einen zentralen Stellenwert. Bewegung und damit die Förderung motorischer Fähigkeiten wirkt sich positiv aus auf die sensorische, kognitive, emotionale und soziale (Persönlichkeits-)Entwicklung von Kindern. Raum und Flächen für Spiel, Bewegung und Sport sind nicht zuletzt auch Orte informellen Lernens. Hier geht es nicht um gesteuerte und angeleitete Situationen formaler Bildung mit Lernzielen. Es geht um offene, zum Handeln und zur motorischen, kognitiven und sozialen Auseinandersetzung auffordernde Spiel- und Bewegungssituation. Bewegung, Spiel und Sport mit anderen fördert nicht nur die Gesundheit, sondern leistet auch einen Beitrag zur Integration, zum sozialen Lernen, zur Selbstfindung und zur Selbstverwirklichung – und hat damit auch eine wichtige gesellschaftliche Funktion.
132/133 LAG Kinder, Jugend und Familie

Wir wollen, dass jedes Kita-Kind Kultureinrichtungen und Angebote der städtischen Bibliotheken wahrnimmt.

Habe ""mindestens einmal im Jahr" gestrichen, da eine solche Vorgabe zu dirigistisch klingt.
146 KV Herne

Einfügen einer Überschrift:

Erziehungs- und Bildungspartnerschaften ausbauen

Nur in einem konstruktiven Miteinander auf Augenhöhe von Familie und Bildungseinrichtung jenseits der traditionellen sogenannten Eltern“arbeit“ kann die gemeinsame Verantwortung gelingen. Die Überschrift soll auch den grünen Blick auf die große Bedeutung der Familie für den Bildungserfolg reflektieren.
146-1 LAG Kinder, Jugend und Familie

Zeile 146

Ergänzen: Diese Forderungen richten sich auf die Weiterentwicklung der Kindertagesstätten und entsprechend auf die der Kindertagespflege.

Die Kindertagespflege hat sich zur zweiten Säule der Elementarbildung entwickelt und ist in ihren Bemühungen zur Verbesserung der pädagogischen Qualität einzubeziehen.
147 KV Herne

Ersetze in Zeile 147 “Neben den […] Familienbildungsstätten.“ durch:

“Den Familienzentren und Familienbildungsstätten kommt ebenso“

In den Familienzentren und Familienbildungsstätten haben wir niedrigschwellige Einrichtungen, die auf Basis jahrelanger Erfahrungen ihre Arbeit ausbauen können. Sie stehen für ein Bildungsverständnis, indem Bildung mehr als Schule ist.
147-1 KV Herne

Einfügen als ersten Satz in Zeile 147:

”Noch immer entscheidet der familiäre Hintergrund stärker über den Bildungserfolg als KiTas oder schulische Institutionen. So ist zum Beispiel die Digitalisierung gerade für Kinder aus armen Familien ein neues und zusätzliches Bildungshemmnis. Familien müssen im Rahmen einer Erziehungs- und Bildungspartnerschaft in KiTa und Schule enger begleitet und unterstützt werden. Dafür wollen wir die Voraussetzungen verbessern.”

Bildungsforschung betonte in den letzten Jahren immer wieder die Relevanz der familiären Bildungsprozesse. Für mehr Bildungsteilhabe und Bildungserfolg müssen  viele Familien stärker in ihrem Erziehungs- und Bildungsprozess begleitet und unterstützt werden. Für Bildungsinstitutionen, in denen mehr als die Hälfte der Familien als arm gelten, gilt dies in besonderer Weise.
154-176 LAG Kinder, Jugend und Familie

Eigener Abschnitt mit der Überschrift „Gelingende Übergänge auf dem Bildungsweg“

Dieser Textabschnitte bezieht sich nicht mehr nur auf frühkindliche Bildung, sondern ebenso auf Schule. Er sollte - auch entsprechend seinem Platz in diesem Antragstext zwischen frühkindlicher Bildung und Schule - mit eigener Überschrift die Schnittstellen, die bis hin zum Übergang Schule - Beruf/Studium relevant sind, verdeutlichen.
161 KV Herne

In Zeile 161 soll eingefügt werden „ Wir wollen, dass Schulen mit den Kindern arbeiten, die sie haben. Deshalb setzten wir uns gegen das frustrierende Abschulen ein.“

erfolgt mündlich
178 Willi Breuer

Z178 bis Z179 (Mitte): Der 1. Satz des Abschnitts – “Wer das Fundament in der schulischen Bildung stärken will, der muss das Schulsystem vom Kopf auf die Füße stellen.“ – sollte ersatzlos gestrichen werden.

Was ist der Sinn des Einleitungssatzes an dieser Stelle? Er sollte ersatzlos gestrichen werden. Der Absatz könnte mit dem 2. Satz beginnen.

Der Sinn dieses Satzes erschließt sich mir nicht an dieser Stelle. Der Abschnitt "Starke Grundschule" sollte mit dem 2. Satz des Textes - "Die Grundschulen verdienen höchste Wertschätzung für ihre Arbeit." - beginnen.
180 LAG Bildung

Änderungsantrag Grundschule

In Zeile 180 werden folgende Sätze angefügt: „Sie müssen genauso gut ausgestattet, Lehrkräfte genauso gut bezahlt werden wie in den weiterführenden Schulen.“ Es wird dann folgende Absätze angefügt:

„Wir wollen die bisherige Finanzierungslogik infrage stellen, nach der bislang gilt: Für die ältesten Schüler*innen wird in den allgemeinbildenden Schulen am meisten investiert. Wir wollen, dass die Grundschulen in der Besoldung der Lehrkräfte, in Beförderungschancen und Ausstattung, wozu auch Verwaltungs- und Hausmeisterstunden zählen, gleichgestellt werden. Die Höhe der Unterrichtsverpflichtung und die Schüler-Lehrer-Relation dürfen in der Betrachtung nicht vergessen werden, ebenso nicht der geringe Anteil von Entlastungsstunden, der gewährt wird. Die Grundschulen verdienen höchste Wertschätzung für ihr Engagement, ihre Bedeutung für das Gelingen von Bildungsbiografien, für ihre Arbeit auf der Basis einer Pädagogik der Vielfalt – auch als Grundlage eines umfassenden Inklusionsbegriffs.

Grundschulen waren schon immer Vorreiterschulen in der Unterrichtsentwicklung und individueller Förderung, z. B. mit jahrgangsübergreifendem Unterricht, im Gemeinsamen Lernen, unabhängig von Geschlecht, Ethnie, sozialer Herkunft oder Behinderung. Die Didaktik der Grundschulen muss die Übergänge von der Kindertageseinrichtung zur Grundschule sowie zu den weiterführenden Schulen berücksichtigen. Dazu gehört, dass in Grundschulen, die in der Regel kleine Systeme sind, besondere Ressourcen zur individuellen Förderung zur Verfügung stehen, sei es im Hinblick auf Mehrsprachigkeit, sei es im Hinblick auf die Förderung von Kindern aus eher schwierigen sozialen Verhältnissen.

Daher wollen wir insbesondere die Entwicklung jahrgangsübergreifender Systeme fördern, indem Unterstützung durch externe Schulentwicklungsteams zur Verfügung gestellt und zusätzliche Ressourcen bereitgestellt werden, auch für Beratungslehrkräfte, die in Zusammenarbeit mit örtlichen Beratungsdiensten für Kinder und ihre Familien eine umfassende Bildungsberatung ermöglichen.

Von hoher Bedeutung für ein gelingendes Aufwachsen ist die Förderung von Bewegung, Gesundheit und kultureller Teilhabe, auch durch die Einbeziehung außerschulischer Lernorte. Der Ganztag bietet in den Grundschulen umfassende Möglichkeiten, diese Ziele gemeinsam mit außerschulischen Partnern aus Jugendhilfe, Kultur und Sport zu erreichen.“

Begründung: Will man das System „vom Kopf auf die Füße“ stellen, müsste man Grundschullehrkräfte sogar besser bezahlen als andere Lehrkräfte. Gleiche Bezahlung wäre eine unabdingbare Voraussetzung. Für Grundschulen stellt die Berücksichtigung von zwei Übergängen, von der KiTa und zur weiterführenden Schule, besonders hohe Anforderungen, die inhaltlich zwar auch andere Schulstufen betreffen, hier aber gesondert aufgeführt werden sollten, um die Vielfalt der Aktivitäten in und für Grundschulen hervorzuheben. In diesem Sinne sollten auch Bewegung, Gesundheit, Kultur als Teilhabebereiche ausdrücklich genannt werden.
182 KV Herne

Einfügen in Zeile 182 nach ”unterstützen wollen”:

”Grundschulbezirke sollen wieder für die Schulwahl verbindlich werden. Wir müssen der schulischen Segregation und damit gesellschaftlichen Segregation entgegenwirken.”

Internationale Schulvergleiche haben immer wieder gezeigt, dass die Grundschule im Vergleich zu den weiterführenden Schulen deutlich besser abschneidet. Dabei war und ist die Grundschule noch immer inklusiver. Für eine demokratisch verfasste  Gesellschaft ist es elementar, dass möglichst viele Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Die Grundschule hat bewiesen, dass sie das kann. Sie ist gut geeignet, der gesellschaftlichen Spaltung entgegenzuwirken. Im Gegenteil stärkt das Miteinander von „armen“ und „reichen“ Kindern die Schule und die Gesellschaft.
188 Willi Breuer

Die Zeilen 189 bis 191 (Mitte) sind zu streichen.

Die Textstelle ergibt so keinen Sinn.
188ff. Martina Lilla-Oblong

Zeile 188 ergänze nach Gemeinschaftsgrundschulen „auf der“ Grundlage (direkt anschließen).

Zeile 191 streiche „auf der…. und das gesamte Zitat bis Anfang Zeile 194.

194-197 und alles Folgende bitte nicht kursiv

Zeile 209 nach „Chancen“ein Komma – streiche „um“

Zeile 210 streiche „und“ am Zeilenanfang

Zeile 236 streiche Trennungsstrich am Zeilenende nach „Personal-„

Zeile 237: Leerzeichen einfügen zwischen „undfür“

Zeile 238: Leerzeichen einfügen zwischen „fürmultifunktionelle“

Zeile 256: Leerzeichen einfügen zwischen „diesbezüglichGegenstrategien“

Hier ist es zu einer Doppelung (Zitat) gekommen sowie zu einem Formatierungsfehler (kursive Schrift im weiteren Antrag). Redaktionelle Änderungen, die der Lesbarkeit dienen.
188-2 Grüne Jugend NRW
“Der Religionsunterricht sollte nicht mehr nach Bekenntnissen getrennt erteilt werden,sondern konfessionell-kooperativ. Wir wollen die rechtlichen Grundlagen in der Landesverfassung für die Änderungen schaffen und in Gesprächen mit den Religionsgemeinschaften die notwendigen Entwicklungen im Religionsunterricht voranbringen.“. Wir fordern die Abschaffung der Trennung und wollen ein Fach, welches  sich mit den unterschiedlichsten Weltreligionen beschäftigt, Rassismus thematisiert und so Vorurteilen und Diskriminierung vorgreift. Nicht nur verschiedene Religionen, auch neue Kulturen und Sprachen kennenzulernen hilft Rassismus vorzubeugen.
erfolgt mündlich
188-3 LAG Hochschulpolitik u.a.

Streiche Z. 188-194 ersatzlos 

“Nach dem NRW-Schulgesetz werden Kinder in Gemeinschaftsgrundschulen „auf der Grundlage christlicher Bildungs- und Kulturwerte in Offenheit für die christlichen Bekenntnisse und für andere religiöse und weltanschauliche Überzeugungen gemeinsam unterrichtet und erzogen.“

Dies ist ein reines Zitat, das nicht in einem Kontext zu einer grünen Meinung gesetzt wird. Stimmen wir diesem Satz zu? Lehnen wir ihn ab? Wollen wir das reformieren? Dann sollte man auch inhaltlich dazu Stellung nehmen. Da ein christliches Bekenntnis ohne weitere Ausführungen mehr schwierig ist und das Zitat auch keinen direkten Bezug zum Text davor oder danach hat, sollte er einfach gestrichen werden.
191-Ende Willi Breuer

Ab Z191 bis Z764 (Textende) sollte die kursive Schreibweise geändert werden; sie sollte auf Zitate beschränkt werden.

197 Willi Breuer u.a.

Ergänzung hinter Z197: Auf regionaler Ebene wollen wir den Einstieg in eine sechsjährige Grundschulzeit ermöglichen. Sie ist als Beitrag zur Chancengerechtigkeit und zur Bekämpfung von Bildungsbenachteiligungen vernünftig und pädagogisch sinnvoll.

Begründung: Der Druck auf Eltern, ihre Kinder mit den Informationen aus dem 3. Jahrgang an einer weiterführenden Schule anzumelden, ist groß und führt immer wieder zu Fehleinschätzungen. Nach sechs Grundschuljahren können Eltern und Lehrer/innen die Möglichkeiten ihrer Kinder besser einschätzen.
201 Grüne Jugend NRW

Nach Zeile 201 ergänzen:

Mittelfristig fordern wir einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz bis zum Ende der 10. Klasse.

erfolgt mündlich
205 KV Münster

Wir wollen dafür sorgen, dass mit dem Ganztagsangebot ein kostenloses, gesundes, regionales Mittagessen einhergeht die Gesundheitsförderung aus den Kitas fortgeführt wird. Verbindliche Qualitätsstandards sollen auch für ein kostenloses Essen im Ganztag gelten. Neben einer gesunden Ernährung muss aber auch der Gesundheitsvorsorge im Ganztag mehr Bedeutung zukommen.

224 Oliver Smith u.a.

Seite 6 (Zeile 224)
Ergänzend: Ganztagsschulen müssen es Schüler*innen auch ermöglichen am Vereinsleben teilzunehmen. So sind Schüler*innen freizustellen um am Training oder an Gruppenstunden teilnehmen zu können.

Der Antrag zur Stärkung und Ausweitung von Ganztagsschulen, steht im Widerspruch zum in Deutschland praktizierten Vereinsleben. Noch immer ist in Deutschland die Nachwuchsförderung im Sport, sozialem Engagement und Musik im Vereinsleben organisiert. Viele Vereine haben aufgrund der Ganztagschulen Nachwuchsprobleme. Ganztagschulen, welche bis 16 Uhr oder länger geöffnet haben, binden Kinder und Jugendliche sehr stark ein. Oft fehlt den Kindern und Jugendlichen dann noch die Zeit am Vereinsleben teilzunehmen. Die vom Tag verbliebene Zeit reicht nicht mehr aus um die Trainingszeiten oder Gruppenstunden eines Vereins zu besuchen. Viele Vereine leiden unter starken Nachwuchsproblemen. Dabei ist unsere Gesellschaft auf soziales Engagement in vielen Bereichen angewiesen (z.B. Freiwillige Feuerwehr). Schüler*innen sollten die Möglichkeit haben sich auch abseits der Schulen in unserer Gesellschaft einzubringen. Möglichkeiten der Freistellung zu solchen Tätigkeiten sollen möglich sein.
238 MV des KV Gelsenkirchen vom 5. Juni 2019

ergänzen: für Frühstück, Pausen- und Mittagsverpflegung

Auch die Verpflegung vor Schulbeginn ist bei vielen Schüler*innen nicht zufriedenstellend, oftmals kommen Schüler*innen nüchtern in die Schule oder sind nur mit nicht gesundheitsförderlichen Lebensmitteln versorgt. Um diesen Missstand entgegenzuwirken schmiert beispielsweise die Tafel in Gelsenkirchen jeden Morgen etwas mehr als 500 Brote für Schüler*innen. Es ist nicht zu akzeptieren, dass diese Aufgabe sozialen Organisationen zufällt, hier muss der Staat aktiv werden und die trophologischen Grundlagen schaffen, damit auch in diesem Bereich Lernprozesse - unabhängig vom familiären Hintergrund - überhaupt erst möglich gemacht werden.
240 MV des KV Gelsenkirchen vom 5. Juni 2019

Einfügung nach Zeile 240 [ersetzt, so vorgeschaltet, auch einige Abschnitte in „Schule im digitalen Wandel“, so z.B. Zeile 267-279]

Nachhaltige Schule
Wir wollen Schulen, die sich zentral den Herausforderungen der Nachhaltigen Entwicklung im 21. Jahrhundert stellen. Damit greifen wir u.a. Forderungen aus den Reihen der Fridays For Future-Bewegung auf. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) muss innerhalb der Strukturen des Bildungswesens für Akteure deutlicher erkennbar werden, sowohl als politische Zielsetzung als auch in den behördlichen Vorgaben, in Richtlinien, Kernlehrplänen, Handreichungen, Materialien, Fortbildungs- und anderen Unterstützungssystemen, Schulbüchern, Schulberatung durch die Schulaufsicht, in der Qualitätsanalyse und in der ersten und zweiten Phase der Lehrerausbildung. Die staatlichen Vorgaben für das Bildungssystem in NRW müssen unter dem Aspekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) überprüft und entsprechend überarbeitet werden. Die unter bündnisgrüner Regierungsbeteiligung initiierte Leitlinie BNE für NRW ist mittlerweile erarbeitet und vom Bildungsministerium veröffentlicht und muss nun in die praktische Umsetzung kommen. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bedarf vor allem einer kritischen Revision der Kernlehrpläne aller Unterrichtsfächer und Lernbereiche in allen Bildungsgängen im Hinblick auf ihre Zukunftsfähigkeit.
Wir streben deshalb einen gemeinsamen, abschlussbezogenen Bildungsplan für die Sekundarstufe I in NRW an, der die Einzelpläne für die verschiedenen Schulformen ablöst. Dieser Bildungsplan gilt für alle Schulformen der Sekundarstufe I und weist durchgängig drei Niveaustufen aus. Integriert darin werden überfachliche Bildungskonzepte wie BNE, politische Bildung, Verbraucherbildung, Medienbildung etc.
Um zukunftsweisende demokratische und partizipative Arbeitsformen verstärkt auch in die Schulen zu bringen, müssen Absprachen zwischen Fächern und Lernbereichen nicht nur aus ökonomischen Gründen erfolgen, sondern an gemeinsamen Themen, Projekten und Beispielen aufzeigen, wie und welche inhaltlichen Beiträge von welchen Fächern und Lernbereichen zu gemeinsamen Problemlösungen beitragen können. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) gehört als Perspektive in das Schulprogramm jeder Schule.
Dazu wollen wir unterstützende Arbeitsstrukturen und Unterstützungssysteme mit einer ausreichenden Zahl von Berater*innen und Multiplikator*innen auf allen Ebenen des Bildungssystems schaffen. Dazu muss nicht nur die Lehrerfortbildung, sondern ganz besonders auch die Lehrerausbildung in allen Fächern für einen Paradigmenwechsel sorgen und eine entsprechende Grundbildung aller Lehrenden sicherstellen. Inhalte und Methoden der BNE sind für eine inklusive Schule und die individuelle Förderung besonders geeignet.

Die unlängst vom NRW-Schulministerium veröffentlichte Leitlinie BNE formuliert nicht nur ein zukunftsfähiges und -gerechtes Bildungsverständnis, sondern gibt auch Anleitung zur Implementierung von BNE in die einzelnen Fächer. Anstoß und Vorarbeiten zur Leitlinie liefen bereits seitens der Vorgängerregierung. Was von GRÜN auf den Weg gebracht wurde, sollte hier unbedingt unser positiver Bezugspunkt sein. Hinzu kommt das Aufgreifen von Forderungen der FridaysForFuture-Bewegung. Auch der Nationale Aktionsplan (NAP) sowie der Weltaktionsplan (WAP) zu BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) fordern die systematische Implementierung von BNE in allen Bildungsbereichen, insbesondere in die Kernlehrpläne der Schulen.
240 ff Klaus Kurtz u.a.

Einfügung nach Zeile 240

Nachhaltige Schule

Wir wollen Schulen, die sich zentral den Herausforderungen der Nachhaltigen Entwicklung im 21. Jahrhundert stellen. Damit greifen wir u.a. Forderungen der Fridays For Future-Bewegung auf. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) muss innerhalb der Strukturen des Bildungswesens für Akteure deutlicher erkennbar werden, sowohl als politische Zielsetzung als auch in den behördlichen Vorgaben, in Richtlinien, Kernlehrplänen, Handreichungen, Materialien, Fortbildungs- und anderen Unterstützungssystemen, Schulbüchern, Schulberatung durch die Schulaufsicht, in der Qualitätsanalyse und in der ersten und zweiten Phase der Lehrerausbildung. Die staatlichen Vorgaben für das Bildungssystem in NRW müssen unter dem Aspekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) überprüft und entsprechend überarbeitet werden. Die unter BündnisGrüner Regierung initiierte Leitlinie BNE für NRW ist mittlerweile erarbeitet, vom Bildungsministerium unterzeichnet und muss nun in die praktische Umsetzung kommen. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bedarf vor allem einer kritischen Revision der Kernlehrpläne aller Unterrichtsfächer und Lernbereiche in allen Bildungsgängen im Hinblick auf ihre Zukunftsfähigkeit. Es reicht nicht, Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) auf einer Stufe mit Verkehrserziehung oder Verbraucherbildung zu erwähnen, also als ein weiteres sektorales Bildungskonzept neben anderen anzusehen. Wir streben deshalb einen gemeinsamen, abschlussbezogenenBildungsplan für die Sekundarstufe I in NRW an, der die Einzelpläne für die verschiedenen Schulformen ablöst. Dieser Bildungsplan gilt für alle Schulformen der Sekundarstufe I und weist durchgängig drei Niveaustufen aus. Integriert darin werden überfachliche Bildungskonzepte wie BNE, politische Bildung, Verbraucherbildung, Medienbildung, …

Um zukunftsweisende demokratische und partizipative Arbeitsformen verstärkt auch in die Schulen zu bringen, müssen Absprachen zwischen Fächern und Lernbereichen nicht nur aus ökonomischen Gründen erfolgen, sondern an gemeinsamen Themen, Projekten und Beispielen aufzeigen, wie und welche inhaltlichen Beiträge von welchen Fächern und Lernbereichen zu gemeinsamen Problemlösungen beitragen können. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) gehört als Perspektive in das Schulprogramm jeder Schule.

Dazu wollen wir unterstützende Arbeitsstrukturen und Unterstützungssysteme mit einer ausreichenden Zahl von Beratern und Multiplikatoren auf allen Ebenen des Bildungssystems schaffen. Dazu muss nicht nur die Lehrerfortbildung, sondern ganz besonders auch die Lehrerausbildung in allen Fächern für einen Paradigmenwechsel sorgen und eine entsprechende Grundbildung aller Lehrenden sicherstellen. Inhalte und Methoden der BNE sind für eine inklusive Schule und die individuelle Förderung  besonders geeignet.

Es bedarf ähnlich wie bspw. zur Digitalisierung eines eigenen Kapitels zu BNE in der Schule, um einerseits die Bedeutung von BNE hervorzuheben und andererseits näher auszubuchstabieren, was das konkret heißt.
240, 267-279 Tillmann Nöldeke u.a.

Nach 240 einfügen, 267- 279 verschieben und ergänzen

Schule für nachhaltige Entwicklung

Schule soll unsere Kinder auf ein gelingendes Leben in der Welt von morgen vorbereiten. Gleichzeitig ist es unsere große Herausforderung, künftigen Generationen eine Welt zu hinterlassen, die gutes menschliches Leben überhaupt ermöglicht. Dazu gehören die konsequente Wende zu erneuerbaren Energieformen, die Dekarbonisierung der industriellen Produktion und des Verkehrssektors, der Wandel zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft einschließlich einer ökologischen Landwirtschaft sowie der Schutz von Pflanzen, Tieren und Lebensräumen. Dieser Wandel muss im Einklang mit den Menschen vor Ort und mit dem Ziel besserer Teilhabe und langfristigen ökonomischen Gewinns gerade für die gesellschaftlich benachteiligten Menschen gestaltet werden. Zu bewältigen ist diese Aufgabe in einer sich rasant wandelnden Welt, in der die Folgen des Klimawandels immer spürbarer werden und die gleichzeitig geprägt ist von fortschreitender Digitalisierung in fast allen Lebensbereichen, von zunehmender sozialen Spaltung und dem Zusammenleben in einer immer heterogener werdenden Gesellschaft mit wachsendem inneren und äußerem Konfliktpotenzial.

Unsere Kinder müssen also stark gemacht werden für eine noch weitgehend unbekannte Welt, in der es mehr denn je zur persönlichen Herausforderung wird, ein selbstbestimmtes, gestaltendes Leben und Arbeiten zu verwirklichen. Gleichzeitig müssen sie den Wandel zu einer nachhaltigen Entwicklung bewerkstelligen, auf dessen rasche und konsequente Einleitung sie heute in den Fridays-for-Future-Demonstrationen so eindrucksvoll drängen.

Wir bekennen uns zum UNESCO-Weltaktionsprogramm der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und den Zielen, die die Vereinten Nationen im Jahr 2015 als Ziele nachhaltiger Entwicklung für die gesamte Staatengemeinschaft verabschiedet haben. Wir folgen einem ganzheitlichen Bildungsbegriff. Deshalb geht es uns nicht nur um Bildungsinhalte, sondern auch darum, wie gelernt wird und wie die Lernumgebungen für die Bildung im 21. Jahrhundert gestaltet sein müssen. Wir wollen eine Bildung, die den Erwerb von Haltungen und Werten fördert und im Verbund mit fachlichem Wissen dazu befähigt, eine nachhaltigere und friedlichere Zukunft zu gestalten. Die wirtschaftliche, soziale und ökologische Dimension der nachhaltigen Entwicklung und die Armutsbekämpfung sind damit in einer Agenda zusammengeführt. Mit der BNE wollen wir Persönlichkeitsbildung und soziale Verantwortung, Dialogfähigkeit und Orientierungswissen, kreatives und kritisches Denken sowie ein ganzheitliches Lernen entwickeln und fördern. Wir wollen diesen ganzheitlichen Ansatz des Weltaktionsprogramms in NRW weiter umsetzen und fördern, um die Ziele der Agenda 2030 zu erreichen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Schule heißt für uns, Demokratie erfahrbar zu machen und mit ökologischen, sozialen und ökonomischen Fragen zusammen zu denken. Soziale Ungleichheit und Armut sollen als primär gesellschaftliche Probleme verstanden werden. Ökologisches Wirtschaften soll als individuelle Chance erlebt und als gesellschaftliche Notwendigkeit begriffen werden. Den Schüler*innen soll die Sinnhaftigkeit einer ökologischen Kreislaufwirtschaft deutlich werden. Wir wollen Dialogfähgigkeit und Orientierungswissen, kreatives und kritisches Denken sowie ein ganzheitliches Lernen entwickeln und fördern.

267 – 279 hierhin verschieben und ergänzen 279 nach „… ausrichten“::

Bestehende Curricula des Landes fokussieren inhaltlich zu sehr auf prüfbares Faktenwissen, bestehende Prüfungsformate betonen dies ebenfalls und geben nur sehr eingeschränkt die Möglichkeit, die heute und in Zukunft besonders wichtigen Kompetenzen für das 21. Jahrhundert nachzuweisen. Wir wollen die Kernlehrpläne und didaktischen Settings des Landes so gestalten, dass eine Vielzahl von Lernformaten möglich sind: nach Disziplinen getrennter Fachunterricht und die Entwicklung von Lernfeldern, kooperatives Lernen, grundlagenorientierte Lernbüros, themenzentrierte Werkstätten und an den Neigungen, Interessen und Fragen der Lernenden ausgerichtete Projekte innerhalb und außerhalb von Schule in einem Projektunterricht. Eine große Chance sehen wir in diesem Kontext auch in jahrgangsübergreifendem Lernen von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II. Ebenso sollen Schulen dabei unterstützt und beraten werden, Prüfungsformate zu entwickeln, die den jeweils gewählten Lernformaten entsprechen. Lehrpläne wollen wir dafür nicht mehr an Fachinhalten, sondern an übergeordneten, verbindenden Themen ausrichten, die die Nachhaltigkeitsziele im Blick haben.

Um die Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Schulen voranzubringen, wollen wir gute Ideen vor Ort stärker unterstützen und andererseits selbst Anregungen und Hilfestellungen geben. Dazu gehören konzeptionelle Vorschläge zur Schulentwicklung oder konkreten Unterrichtsvorhaben ebenso wie Fortbildungen für die Lehrkräfte. Unser Ziel ist es, den Akteur*innen vor Ort ein hohes Maß an pädagogischer Freiheit bei der Ausgestaltung der Bildung für Nachhaltigkeit zu geben und gleichzeitig die Nachhaltigkeitsziele verbindlich im Schulleben und Unterricht zu verankern.

An den Gesamtschulen wollen wir die Wahlpflichtfächer um ein Integrationsfach Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Klimawandel verbindlich ergänzen. Das wäre ein weiterer Schritt in Richtung fächerübergreifenden Lernens und die Verortung eines zentralen Themas der Schüler*innengeneration im Unterricht.

Begründung: Wir wollen die „Bildung für das 21. Jahrhundert“ gestalten – und zwar, wie in der Einleitung genannt, vor dem Hintergrund der großen Veränderungen unserer Zeit. Als Grüne sind uns die Nachhaltigkeitsziele und als Bildungspolitiker*innen die Bildung für nachhaltige Entwicklung naturgemäß besonders wichtig. Im Abschlussbericht der Bildungskommission noch enthalten, ist die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als eigenständiger Abschnitt aus dem Antrag gerutscht, obwohl der 2017 beschlossene „Nationale Aktionsplan BNE“ vorsieht, BNE „strukturell“ in den Lehrplänen und dem Lernort und Sozialraum Schule zu verankern. Wir sollten deren Definition sowie schulische Ausgestaltung keinesfalls der politischen Konkurrenz überlassen. Z 21-34 sowie 40 – 42 sind leicht geändert dem Bericht der Grünen Bildungskommission entnommen. Die Verschiebung von 267 – 279 ist der Tatsache geschuldet, dass dort richtigerweise der Erwerb besonders wichtiger Kompetenzen fürs 21 Jahrhundert beschrieben werden, was den Zielen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung viel eher entspricht als (nur) den Zielen einer Schule im digitalen Wandel.
242-287 OV Werther u.a.

Wir wollen eine Bildung, die Menschen im digitalen Wandel zu einer aktiven selbstbestimmten Lebensgestaltung und gesellschaftlicher Teilhabe befähigt, über die Förderung von berufsrelevanten Kompetenzen hinaus.

Wie sich schulisches Lernen durch die sich beschleunigende Digitalisierung auf lange Sicht verändern wird, lässt sich zurzeit nur vage prognostizieren. Digitalisierung ist zunächst für die Bildung ein bedeutsamer Faktor neben vielen anderen, wie Klimawandel, Globalisierung, Migration, demographischer Wandel, Veränderung der Arbeitswelt, Internationalisierung und Friedenssicherung. All diese Faktoren (und noch etliche andere) müssen in aktuellen Bildungskonzepten berücksichtigt werden.

In der Schule ist im Blick auf die Digitalisierung zu thematisieren, wie das „Digitale“ funktioniert und gestaltet werden kann, welche Chancen es mit sich bringt und welche Risiken damit für die Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft verbunden sind. Anzustreben ist, dass Kinder bzw. Jugendliche in der Schule ein Grundverständnis dafür erwerben, wie digitale Technik funktioniert, wie sie gestaltet werden kann und wie sie sich in Zukunft entwickeln könnte. Sie lernen, wie sich Arbeit und Kommunikation durch die Digitalisierung verändern und welche Folgen dies für die Gesellschaft und die einzelnen Menschen, d. h. für sie selbst hat. Sie erwerben Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien und setzen sich kritisch-reflektiert mit Auswirkungen der Digitalisierung und Risiken für gesellschaftliche und persönliche Entwicklungen auseinander.

Solide und zielführend ist es für uns, die aktuellen und konkreten Veränderungen in den jeweils anstehenden Handlungsfeldern (z.B. berufliche Qualifikation, Mediengebrauch,  Kommunikation und Kreativität, Freizeit und Alltag) immer wieder neu in den Blick zu nehmen und zu untersuchen, was sich wie ändert und wie darauf pädagogisch reagiert werden kann und muss. Stets ist neu zu reflektieren, was von dem, das früher wichtig war, auch jetzt noch notwendig gebraucht wird und was modifiziert werden muss. Mit Sicherheit bleibt vieles von dem bedeutsam, was schon vor ein oder zwei Generationen wichtig war, z. B. dass Kinder und Jugendliche lernen, eigene Fragen zu stellen, reale Probleme zu lösen, ihre Problemlösungen für sich und andere nutzbar zu machen; dass sie lernen, selbstständig ihre Lernprozesse zu strukturieren, in Projekten zusammenzuarbeiten, Zusammenhänge zu verstehen und Probleme zu lösen. Der Anleitung zum kritischen Vernunftgebrauch ist ebenso besondere Beachtung zu schenken wie der Förderung von Kreativität und der Einübung und Kultivierung sozialer Kompetenzen.

In den bestehenden Curricula des Landes hat trotz der offiziellen „Kompetenzorientierung“  prüfbares Faktenwissen noch immer ein sehr hohes Gewicht, und die gängigen Prüfungsformate betonen dies ebenfalls. Wir wollen die Kernlehrpläne und didaktischen Settings des Landes so gestalten, dass die Vermittlung von Faktenwissen, wo es unverzichtbar ist, mit der Vermittlung übergeordneter Kompetenzen besser ausbalanciert wird. Eine Vielzahl von Lernformaten soll möglich sein: nach Disziplinen getrennter Fachunterricht und die Entwicklung von Lernfeldern, kooperatives Lernen, grundlagenorientierte Lernbüros, themenzentrierte Werkstätten und an den Neigungen, Interessen und Fragen der Lernenden ausgerichtete Projekte innerhalb und außerhalb von Schule in einem Projektunterricht. Eine große Chance sehen wir in diesem Kontext auch in jahrgangsübergreifendem Lernen von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II. Ebenso sollen Schulen dabei unterstützt und beraten werden, Prüfungsformate zu entwickeln, die den jeweils gewählten Lernformaten entsprechen. Lehrpläne wollen wir dafür nicht mehr vorrangig an Fachinhalten, sondern an übergeordneten, verbindenden Themen ausrichten.

Schulisches Lernen ist vorwiegend ein sozialer Prozess, in dem Menschen miteinander agieren und sich begegnen – und wird dies auch bleiben. Künstliche Intelligenz, Algorithmen und Learning Analytics

Im Abschnitt "Schule im digitalen Wandel" fanden sich viele gute und zustimmenswerte Gedanken, aber auch eine Reihe von Inkonsistenzen. Drei Beispiele für Kritikpunkte an dem ursprünglichen Text (neben anderen): Gleichsetzung von Informatik, informatischer Bildung, medienpädagogischer Bildung, Medienkompetenz; fehlende Unterscheidung zwischen Bildungszielen, die schon in älteren reformpädagogischen Konzepten eine wichtige Rolle spielen, und Kompetenzen, die angesichts der Digitalisierung wirklich neu sind; "Programmieren" ist im üblichen Verständnis keine Kulturtechnik.  Zwei Fachleute, die in unserem Ortsverein mitarbeiten (Prof. Dr. Hans-Dieter Kübler, Medienwissenschaftler, und Prof. Dr. Hans Werner Heymann, Schulpädagoge und Bildungstheoretiker), haben deshalb diesen Abschnitt unter Wahrung der wichtigsten Grundgedanken noch einmal bis Zeile 287 neu durchformuliert.
256 Willi Breuer u.a.

Ergänzung hinter Z256: An den Grundschulen obliegt die Verwendung digitaler Medien im Unterricht besonderer Sorgfalt. Dabei sind die Erkenntnisse der Hirnforschung handlungsleitend. Spielerisches, kreatives  und haptisches Lernen dürfen nicht vernachlässigt werden.

Begründung: Es fehlt in dem Leitantrag jeder kritische Hinweis auf den Einsatz mobiler Geräte an den Grundschulen. Die Ergebnisse der Hirnforschung zeigen ein breites Spektrum von der Akzeptanz eines kontrollierten Einsatzes bis hin zu klarer Ablehnung von Smartphones und Tablets im Grundschulunterricht. Vor dem Hintergrund ist der eher moderate Antrag zu verstehen.
256 ff Willi Breuer u.a.

Ergänzung hinter Z256: An den Grundschulen obliegt die Verwendung digitaler Medien im Unterricht besonderer Sorgfalt. Dabei sind die Erkenntnisse der Hirnforschung handlungsleitend. Spielerisches, kreatives  und haptisches Lernen dürfen nicht vernachlässigt werden.

Begründung: Es fehlt in dem Leitantrag jeder kritische Hinweis auf den Einsatz mobiler Geräte an den Grundschulen. Die Ergebnisse der Hirnforschung zeigen ein breites Spektrum von der Akzeptanz eines kontrollierten Einsatzes bis hin zu klarer Ablehnung von Smartphones und Tablets im Grundschulunterricht. Vor dem Hintergrund ist der eher moderate Antrag zu verstehen.
287 Oliver Smith u.a.

Zeile 267 ff) Ergänzend:
Um Kompetenzen zu vermitteln sind Unterrichtsangebote wie Theaterpädagogik, kreatives Schreiben o. ä. einzuführen.

Der Antrag berücksichtig nicht ausreichend die für das 21. Jahrhundert nötigen Kompetenzen, und wie wir diese methodisch, didaktisch Vermitteln können. In NRW werden Softskills nicht ausreichend trainiert. Fächer/ Projektgruppen wie in anderen Ländern üblich werden nicht angeboten. Fächer/ Projekte wie z.B. Theaterpädagogik, Debattierklubs o.ä. sollten ergänzend in die Lehrpläne aufgenommen werden. Solche Fächer fördern die Softskills, welche in einer modernen Gesellschaft benötigt werden.
296 Willi Breuer u.a.

Einschub in Z296: „Jede weiterführende Schule muss eine 1:1-Ausstattung mit mobilen Geräten realisieren können – unabhängig von der Finanzkraft der Eltern.“

Begründung: Der Einschub des Adjektivs weiterführend ergibt sich folgerichtig aus dem Antrag zur Zeile 256. Eine 1:1-Ausstattung mit mobilen Geräten in Grundschulen lehnen die Antragsteller ab.
297 KV Münster

Nach Zeile 297 ergänzen:

Neben den Schüler*innen muss allerdings ebenso den Lehrkräften eine ausreichende digitale Ausstattung zur Durchführung als auch zur Vor- und Nachbereitung des Unterrichtes zur Verfügung stehen.

305 KV Münster

Nach Zeile 305 ergänzen:

(…) die jeder Zeit genutzt werden können. Damit dies garantiert werden kann und nicht mehr vom freiwilligen Engagement einiger Lehrer*innen abhängig ist, sollen für den Support und die Wartung der digitalen Ausstattung an allen Schulen kurzfristig Stellen für entsprechende Fachkräfte geschaffen werden.

305-1 OV Werther u.a.

[Satz einfügen hinter “… jederzeit genutzt weden können.“:]

Unverzichtbar sind außerdem IT-Administrator*innen, die die digitale Technik in Abstimmung mit der Schulleitung und dem Kollegium betreuen und die Lehrer*innen zugunsten ihrer Kerntätigkeiten entlasten.

Umsetzung fortschrittlicher digitaler Konzepte scheitert an vielen Schulen genau am Fehlen solcher zusätzlicher Fachleute, Lehrer*innen können das im "Nebenjob" in der Regel nicht leisten.
307 Felix Siegert u.a.

Ergänzung: “Außerdem ist es von essenzieller Bedeutung, dass Lehrkräfte durch verpflichtende Fortbildungen digital geschult werden, um die Nutzung digitaler Medien im Unterricht zu gewährleisten“

Die Errichtung digitaler Infrastruktur an Schulen ist wichtig. Genauso bedeutsam, ist aber auch die digitale Kompetenz der Lehrkräfte. Nicht selten wird aufgrund fehlender Kenntnisse auf analoge Mittel zurückgegriffen. Daher ist es wichtig, dass auch den Lehrenden digitale Bildung ermöglicht wird.
308-309 OV Werther u.a.

Gestaltungsfreiräume für Schulen

Wir wollen die Gestaltungsfreiräume für Schulen vergrößern, weil wir davon

Selbstbestimmung und Selbstverantwortung können Individuen für sich übernehmen, aber nicht Organisationen. Deshalb beantragen wir die bereits die Änderung der Überschrift für diesen Abschnitt. Die sinnvollen Ausführungen, die sich anschließen, bleiben davon unberührt - bis auf einen Abschnitt, zu dem wir anschließend einen gesonderten Änderungsantrag stellen.
320 Matthias Schneider u.a.

Einfügen nach Zeile 320

Auch hinsichtlich der Lernformate und Arbeitsweisen soll es regelmäßig Zeiten geben, in denen die Lernenden in großem Maße mitbestimmen. Je nach Alter soll das hin bis zu selbstdefinierten und selbstorganisierten Lerneinheiten gehen, die in Projektgruppen der Lernenden erarbeitet werden. Diese Phasen stärken die Fähigkeiten, Projekte selbstständig und im Team an zu gehen.

Die selbstorganisierten Lerneinheiten bereiten die Lernenden auf eine Welt vor, in der Innovation, ganzheitliches Denken und Rücksicht auf Umwelt und Mitmenschen eine immer größere Rolle spielen. Zudem sind sie ein Mittel, um die Ziele des selbstbestimmten Lernens und Lebens zu erreichen.
328 Grüne Jugend NRW

die von der Schule themen- und schülerbezogen variabel ausgestaltet werden und auch über alternative Lernorte entscheiden.

erfolgt mündlich
332-333 Tillmann Nöldeke u.a.

332 – 333 “Dies gilt mit Ausnahme … einbezieht.“ ersetze durch:

Auch Abschluss-, Überweisungs- und Abgangszeugisse sollen in diesen individualisierten, wertschätzenden Formen der Leistungsdokumentation möglich werden – als gleichwertige, jedoch zusätzliche Dokumente.

So lange Schulen eine "würdigende" Form der bewertenden Leistungsdokumentation als zusätzliche Dokumente parallel zu den Notenzeugnissen erstellen, gibt es keinen Grund, hier restriktiv zu sein. Im Gegenteil: So zeigen Schulen, dass sie diese Leistungsbewertung ernst meinen. Und Arbeitgeber/innen wie Hochschulen haben die Chance, die Vorzüge dieser Zeugnisse kennenzulernen. Für Schüler/innen mit Handicap wiederum bedeuten diese Zeugnisformen einen konkreten Abbau von Diskriminierung.
334-339 OV Werther u.a.

[Den Abschnitt “Wir wollen den Schulen …  zu verzichten“ streichen und durch nachfolgenden ersetzen:]

Den Schulen sollen derartige Freiräume organisatorische und curriculare Schwerpunktsetzungen ermöglichen, um die jeweils besondere Situation der Schule und der Schülerschaft berücksichtigen. Dabei kommt es stets darauf an, eine gute Balance zwischen allgemeinen Vorgaben und schulspezifischen Besonderheiten zu erzielen, damit bei der heute üblichen Mobilität für Schüler*innen ein Orts- und Schulwechsel ohne unzumutbare Belastungen möglich bleibt.

Wir halten den in Aussicht gestellten Verzicht auf "das Unterrichten entlang der klassischen Fächer" für eine überzogene und eher in Schwierigkeiten führende Forderung. Man könnte allenfalls Versuchsschulen in begründeten Fällen eine Sondergenehmigung in Aussicht stellen (aber das muss nicht in das allgemeine Bildungspapier der GRÜNEN aufgenommen werden). Siehe dazu die Erfahrungen an der Bielefelder Laborschule ...
339 Sandra Lüttgen

Nach Zeile 339 einfügen:

Wir möchten Schulen ermutigen, neben den klassischen kognitiven Fächern auch praktische Einheiten und ganzheitliche Erfahrungen zu bieten.

Das bisherige Fächerkorsett ist stark auf reine kognitive Leistung ausgelegt. Handlungen, die in Ausbildungsberufen eine Rolle spielen, lernen Schüler*innen so oft nicht kennen. Einheiten in Werken, Gärtnern und im sozialen Bereich können in Unterricht oder Betreuung eingebaut werden und den Schüler*innen neben neuen Berufsaspekten auch Wege zum Ausdruck der Kreativität und zum emotionalen „Ausgleich zum Alltag“ näher bringen.
342 MV des KV Gelsenkirchen vom 5. Juni 2019

hinter „Dazu wollen wir sie befähigen.“ ergänzen: Das bedeutet für uns eine deutliche Erhöhung der Anzahl der Funktionsstellen für die Schulentwicklung an allen Schulen und eine deutliche Erhöhung der an Schulen zu verteilenden Entlastungsstunden für die Schulentwicklung. [Schulen brauchen] außerdem […]

Eine gute Schulentwicklung braucht die Beteiligung großer Teile des Kollegiums. Aufgrund fehlender Funktionsstellen und Entlastungsstunden können sich viele Lehrer*innen nicht beteiligen und die vielen engagierten Lehrer*innen investieren große Teile ihrer Freizeit. Mit Funktionsstellen und Entlastungsstunden wird die Arbeit der engagierten Lehrer*innen auch von Landesseite deutlicher wertgeschätzt und mehr Lehrer*innen dazu befähigt, sich an der Schulentwicklung zu beteiligen.
356 KV Münster

Antidemokratischen Haltungen und Handlungen muss konsequent begegnet werden, ihnen gegenüber gibt es keine Neutralität auch in Form einer Erinnerungskultur, die den Besuch von Gedenkstätten ermöglicht, sodass für Schüler*innen erfahrbar wird: Gegenüber antidemokratischen und menschenfeindlichen Einstellungen gibt es keine Neutralität.

357 Kai Gehring u.a.

Ergänze in Zeile 357:

„und jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (muss konsequent begegnet werden…)“

392 Willi Breuer u.a.

Z392: Streichen von mindestens

Begründung: Die Drittelung 1:1:1 in Schulkonferenzen hat sich bewährt. Über gewählte Reservelisten werden fehlende Mitglieder kurzfristig ersetzt. Die Drittelparität wurde 2010 von der Koalition aus SPD / Grüne wiedereingeführt (4. Schulrechtsänderungsgesetz).
393 Niklas Geßner u.a.

Einfügen nach Zeile 393:

Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass Schüler*innen zukünftig die Möglichkeit haben sollen, ihre Schülersprecher*innen bzw. Schulsprecher*innen direkt zu wählen.

Oftmals sind die Wahlen der Schülersprecher*innen bzw. Schulsprecher*innen relativ intransparent und kompliziert gestaltet. Außerdem ist das Amt meistens mit dem Amt der Klassensprecher*in verbunden, was von vorne rein Menschen ausschließt. Mit einer möglichen Direktwahl bringen wir noch mal eine andere Form von politischer Bildung und Teilhabe an die Schulen und stärken die Identifikation der Schüler*innen mit ihren Schülersprecher*innen bzw. Schulsprecher*innen.
393-1 Willi Breuer u.a.

Z393: Ergänzung am Abschnittsende

Zur konstruktiven Mitarbeit und –bestimmung bei Entscheidungen in der Schulkonferenz gehört die Sachkompetenz, begründet Entscheidungen zu treffen. Diese fehlt den Schüler/innen und Eltern, weil sie an den vorgelagerten Entscheidungsprozessen in der Lehrerkonferenz nicht beteiligt sind. Deshalb sind Schulleiter/innen aufgefordert, innerschulisch geeignete Formen der Information zu entwickeln, indem sie beispielsweise im Vorfeld der Schulkonferenz Vorlagen und ihre Hintergründe den Schüler/innen und auch den Eltern zu erläutern.

Die meisten Vorlagen für die Schulkonferenz sind in den Lehrerkonferenzen diskutiert und vorentschieden. Die Lehrer/innen haben einen erheblichen Informationsvorsprung.
419-423 KV Herne

Zeile 419 bis 423 ersatzlos streichen.

Im Rückblick war der Schulkonsens kein Erfolg. Er kam zu einem Zeitpunkt, indem in konservativen Kreisen das Thema Schulstruktur langsam neu gedacht wurde ( siehe damaliger Antragsentwurf des CDU Bundesvorstands). Der Schulkonsens stärkte die konservativen SchulpolitikerInnen. Schule „von unten“ neu entstehen zu lassen, hat nicht funktioniert. Der Bildungserfolg möglichst vieler ist im Interesse aller, trägt er doch zu gesellschaftlichem Wohlstand und Miteinander bei. Der Stillstand in der Debatte über ein in diesem Sinne erfolgreicheres Schulsystem ist kontraproduktiv. Breite Mehrheiten brauchen breite gesellschaftliche Debatten. Der grüne Landesverband sollte hier ein wichtiger Motor und Begleiter zu einem inklusiveren Schulsystem sein.
421 Grüne Jugend NRW

In diesem Sinne war der mit dem Schulkonsens erreichte Weg, Schulen des gemeinsamen Lernens “von unten“ entstehen zu lassen, ein großer Fortschritt. Es hat der Entwicklung des Gesamtsystems gutgetan, dass sie sich auf breite Mehrheiten stützen konnte.

Stattdessen:

Aus diesem Grund wollen wir die Veränderung der Schulstruktur dialogisch mit Schulen, Lehrer*innen und Schüler*innen gestalten.

erfolgt mündlich
426 Grüne Jugend NRW
Die Hauptschule wird von immer weniger Schüler*innen und Eltern als ein erfolgversprechen der Bildungsweg wahrgenommen. Wir sehen deshalb für diese Schulform keine Zukunftsoption.Die Sekundarschule ist eine integrierte Schulform, die sich von der Gesamtschule nur durch das Fehlen der gymnasialen Oberstufe unterscheidet. Sekundarschulen sollen sich zu Gesamtschulen wandeln oder Teilstandorte von Gesamtschulen werden können, sodass der direkte Weg zum Abitur ohne Schulwechsel möglich ist. Realschulen und Gymnasien wollen wir die Mögllichkeit geben, sich selbstständig durch Entscheidung der Schulkonferenz in Gesamtschulen umzuwandelndurch.
Stattdessen:
Wir wollen die sozio-ökonomische Chancengerechtigkeit erweitern, indem wir das sechsgliedrige Schulsystem in NRW abschaffen. Gymnasium,  Gesamtschule, Sekundarschule, Realschule, Hauptschule und Förderschule  sind parallel laufende Systeme, in denen Menschen aufwachsen, die nach dieser Zeit auf jeden Fall miteinander leben. Während auf dem Gymnasium  die Schüler*innen aufgrund des Leistungsdrucks und zunehmender  Belastungen an ihre Grenzen stoßen, werden nicht selten auf den  Förderschulen die Schüler*innen auf der Reservebank sitzen gelassen. Wir arbeiten daher weiter an dem Konzept der ’Schule für alle‘. Und zu einem inklusiven Schulsystem gehört es auch, dass Kinder mit und  ohne Beeinträchtigung zusammen lernen. Aber eben nicht nur das: Wir  wollen, dass Kinder und junge Menschen Vielfalt und Diversität als  Chance ansehen. Dafür muss sich das Schulsystem für Kinder ändern und nicht die Kinder.
erfolgt mündlich
433 KV Herne

Einfügen in Zeile 433 nach ”umzuwandeln.”:

“Wir stehen für ein weniger selektives Schulsystem, wie es in vielen anderen Ländern und einigen Bundesländern realisiert ist.“

Wer für eine inklusive Schule eintritt muss auch sagen, dass man dafür ein anderes Schulsystem braucht. Die soziale Spaltung der Gesellschaft wird durch das selektive, gespaltene deutsche Schulsystem befördert. Es ist allgemeiner Forschungsstand, dass unser Schulsystem hochgradig selektiv und in einem Widerspruch zu einem inklusiven Schulsystem steht. Eine inklusives Schule kann nur Teil eines inklusiven Schuhsystems sein. Grüne engen sich nicht auf ein Modell ein. Wir müssen aber eine gesellschaftliche Debatte über ein zukunftsfähigeres Schulsystem anstoßen. Nur so können wir dem  Anspruch einer Bildung für das 21. Jahrhundert gerecht werden.
439 Willi Breuer u.a.

Z439 – Z441: Die Formulierung des Satzes soll wie folgt geändert werden.

Wir wollen, dass in Regelschulen die Trennung zwischen Primar- und Sekundarstufenschulen aufgehoben werden kann, die Gründung von Primusschulen auf Landesebene besonders unterstützt und so ermöglicht wird, dass Schulen den gemeinsamen Unterricht von Klasse 1 bis Klasse 13 anbieten.

Begründung: Der Vergleich des Satzes im Leitantrag mit dem Änderungsantrag ist selbsterklärend. Primusschulen sollen stärker in den Vordergrund gebracht werden.
446 KV Münster

Nach Zeile 446 ergänzen:

Das Recht auf qualitativ hochwertige Bildung und Potentialentfaltung steht darüber hinaus selbstverständlich auch Kindern mit direktem Migrationshintergrund, insbesondere Geflüchteten, zu.

446 ff Jakob Florian Kraasch u.a.
Ergänzung des Texts durch den folgenden Absatz unter dem in Zeile 446 endenden.
Insbesondere heißt das in Zeiten immer größerer sozialer Spaltung, dass wir aktiv gegen die grassierende regionale Segregation, entlang etwa Ethnie, Wirtschaftskraft und Bildungshintergrund der Eltern, innerhalb des Schulsystems vorgehen. Dafür wollen wir auch außerhalb traditionell bildungspolitischer Bahnen agieren und unter anderem den sozialen Wohnungsbau in dafür unüblichen Milieus fördern. Denn sonst leiden Kinder und ihre Bildungschancen unter gesellschaftlichen Trends, denen ihre Eltern ausgesetzt sind.
Die Bildungschancen von Schüler*innen dürfen auch nicht indirekt von Faktoren wie der finanziellen Lage oder dem Bildungshintergrund der Eltern geschädigt werden. In sozial benachteiligten Vierteln existieren weniger vorgelebte Modelle für dort unübliche Bildungswege und auch dadurch erfordert die Bildung der Schüler*innen neben der Lehre zusätzlich fundamental andere Leistungen von den Schulen. Ein heterogenes Lernumfeld kann den Kindern und Jugendlichen dabei helfen, verschiedene Zukunftsperspektiven auch im privaten Umfeld wahrzunehmen, während sich bei einer homogenen Schülerschaft die betreuende Arbeit für den Lehrkörper unnötig aufsummiert. Dies sind Probleme, die an sich grundlegend bildungspolitisch sind, aber Ansätze zur Lösung benötigen, welche nicht traditionell im Bildungsressort liegen.
446, 462 Tillmann Nöldeke u.a.

446 nach “…. entwickeln.“ ergänzen:

Wir teilen die Besorgnis des UN-Ausschusses für die Rechte der Menschen mit Behinderung, “dass der Großteil der Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen in dem Bildungssystem des Vertragsstaaten [Deutschland] segregierte Förderschulen besucht“. Wir bekennen uns zu dem Ziel, durch gelingende Inklusion einen Großteil der Förderschulen überflüssig zu machen.

462 nach “… zu gestalten“ ergänzen:

Inklusion ist eine gewinnbringende, jedoch pädagogisch anspruchsvolle Aufgabe. Darum brauchen insbesondere Schulen mit einem inklusive Profil und einer hohen Zahl von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedarfen mehr pädagogische Fachkräfte, kleinere Klassen und Teamzeiten der Lehrkräfte, die auf das Stundendeputat angerechnet werden.

Beide Ansätze gehören zusammen. Der erste Abschnitt beschreibt den unzureichenden Status quo und formuliert den Anspruch des Reformprozesses - bewusst bescheiden, ohne das große Ziel dabei aufzugeben. Der zweite Abschnitt formuliert die zwingend nötigen Konsequenzen daraus. Gerade hier sollten wir sehr klar sein, um verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Der Begriff "Vorreiterschulen" wird gleichzeitig etwas präzisiert.

504 Oliver Smith u.a.

(Zeile 504) Streichen:
– dass Schulbegleiter*innen in Form von Pool-Lösungen einen festen Platz in den Schulen bekommen.
Ersetzen durch:
– dass Schulbegleiter*innen eine Umfassende Ausbildung und Weiterbildungsmöglichkeiten erhalten.
– Dass Schulbegleiter*innen in Form von Pool- Lösungen einen festen Platz in der kommunalen Schulbehörde bekommen in Ergänzung zur freien und individuell passenden Wahl von externen Schulbegleiter*innen..
– Schulbegleiter*innen sollten ein festes Monatsgehalt bekommen.

Schulbegleiter*innen ist ein Berufsbild, welches den Zweck des „Anwaltes“ des Kindes zu sein erfüllt. Natürlich hat eine Pool- Lösung Vorteile. Doch ist eine Pool-Lösung an Schule nicht die optimale Lösung. Kinder können so nur aus einer begrenzten Anzahl von Schulbegleiter*innen schöpfen. Es kommt vor, dass Kinder und Schulbegleitung menschlich nicht zusammen finden. Ein Wechsel der Begleitperson sollte immer möglich sein. Des Weiteren ist bei einer Pool-Lösung in der Schule das Problem der Vereinnahmung des Systems Schule gegeben. Es könnte ein Interessenskonflikt entstehen. Die Schulbegleitung kann unter Umständen die Rolle des „Anwaltes“ des Kindes nicht mehr ausfüllen. Die prekären Arbeitsbedingungen müssen abgeschafft werden. Denn sobald das zu betreuende Kind erkrankt oder aus anderen Gründen nicht am Unterricht teilnehmen kann, wird die Schulbegleitung nicht benötigt und bleibt unbezahlt. Das wirkt sich massiv auf das Monatsgehalt der Schulbegleitung aus. Schulbegleiter*innen sind oft unausgebildete Kräfte, das ist mit Hinblick auf die zu betreuenden Kinder ein großes Problem. Oft sind es auch Verhaltensauffällige Kinder, das kann die Fähigkeiten und Unausgebildeten Kräften schnell Übersteigen.
504-2 Oliver Smith u.a.

(Zeile 504) Streichen
– dass Schulbegleiter*innen in Form von Pool-Lösungen einen festen Platz in den Schulen bekommen.
Ersetzen durch:
– dass Schulbegleiter*innen eine Umfassende Ausbildung und Weiterbildungsmöglichkeiten erhalten.
– Dass Schulbegleiter*innen in Form von Pool- Lösungen einen festen Platz in der kommunalen Schulbehörde bekommen in Ergänzung zur freien und individuell passenden Wahl von externen Schulbegleiter*innen..
– Schulbegleiter*innen sollten ein festes Monatsgehalt bekommen.

Schulbegleiter*innen ist ein Berufsbild, welches den Zweck des „Anwaltes“ des Kindes zu sein erfüllt. Natürlich hat eine Pool- Lösung Vorteile. Doch ist eine Pool-Lösung an Schule nicht die optimale Lösung. Kinder können so nur aus einer begrenzten Anzahl von Schulbegleiter*innen schöpfen. Es kommt vor, dass Kinder und Schulbegleitung menschlich nicht zusammen finden. Ein Wechsel der Begleitperson sollte immer möglich sein. Des Weiteren ist bei einer Pool-Lösung in der Schule das Problem der Vereinnahmung des Systems Schule gegeben. Es könnte ein Interessenskonflikt entstehen. Die Schulbegleitung kann unter Umständen die Rolle des „Anwaltes“ des Kindes nicht mehr ausfüllen. Die prekären Arbeitsbedingungen müssen abgeschafft werden. Denn sobald das zu betreuende Kind erkrankt oder aus anderen Gründen nicht am Unterricht teilnehmen kann, wird die Schulbegleitung nicht benötigt und bleibt unbezahlt. Das wirkt sich massiv auf das Monatsgehalt der Schulbegleitung aus. Schulbegleiter*innen sind oft unausgebildete Kräfte, das ist mit Hinblick auf die zu betreuenden Kinder ein großes Problem. Oft sind es auch Verhaltensauffällige Kinder, das kann die Fähigkeiten und Unausgebildeten Kräften schnell Übersteigen.
504-3 Oliver Smith u.a.

(Zeile 504) Streichen:
– dass Schulbegleiter*innen in Form von Pool-Lösungen einen festen Platz in den Schulen bekommen.
Ersetzen durch:
– dass Schulbegleiter*innen eine Umfassende Ausbildung und Weiterbildungsmöglichkeiten erhalten.
– Dass Schulbegleiter*innen in Form von Pool- Lösungen einen festen Platz in der kommunalen Schulbehörde bekommen in Ergänzung zur freien und individuell passenden Wahl von externen Schulbegleiter*innen..
– Schulbegleiter*innen sollten ein festes Monatsgehalt bekommen.

Schulbegleiter*innen ist ein Berufsbild, welches den Zweck des „Anwaltes“ des Kindes zu sein erfüllt. Natürlich hat eine Pool- Lösung Vorteile. Doch ist eine Pool-Lösung an Schule nicht die optimale Lösung. Kinder können so nur aus einer begrenzten Anzahl von Schulbegleiter*innen schöpfen. Es kommt vor, dass Kinder und Schulbegleitung menschlich nicht zusammen finden. Ein Wechsel der Begleitperson sollte immer möglich sein. Des Weiteren ist bei einer Pool-Lösung in der Schule das Problem der Vereinnahmung des Systems Schule gegeben. Es könnte ein Interessenskonflikt entstehen. Die Schulbegleitung kann unter Umständen die Rolle des „Anwaltes“ des Kindes nicht mehr ausfüllen. Die prekären Arbeitsbedingungen müssen abgeschafft werden. Denn sobald das zu betreuende Kind erkrankt oder aus anderen Gründen nicht am Unterricht teilnehmen kann, wird die Schulbegleitung nicht benötigt und bleibt unbezahlt. Das wirkt sich massiv auf das Monatsgehalt der Schulbegleitung aus. Schulbegleiter*innen sind oft unausgebildete Kräfte, das ist mit Hinblick auf die zu betreuenden Kinder ein großes Problem. Oft sind es auch Verhaltensauffällige Kinder, das kann die Fähigkeiten und Unausgebildeten Kräften schnell Übersteigen.
505 Willi Breuer u.a.

Z505: Der folgende Text soll nach Z505 eingefügt werden:

Wir wollen erreichen, dass die Zuweisung von Schüler/innen mit Handicap an weiterführende Schulen in die Verantwortung der Schulen vor Ort übergeben wird. Das Recht der Eltern, ihre Kinder im regulären Anmeldeverfahren an weiterführenden Schulen anzumelden, bleibt unberührt. Nach dem Anmeldeverfahren kooperieren die weiterführenden  Schulen vor Ort, um unter Berücksichtigung des Elternwillens in Eigenverantwortung Schüler/innen mit Handicap aufzunehmen. Damit stärken wir die Selbstständigkeit der Schulen.

Begründung: Bisher weist die Dienstaufsicht die Schüler/innen mit Handicap den Schulen zu; das Zuweisungsverfahren bewegt sich zwischen dirigistisch, Information der Schulen über Aufnahmenotwendigkeiten und Abstimmung durch Gespräche. Letzte Entscheidung hat die Dienstaufsicht. Demokratischer wäre ein anderes Verfahren: Die Dienstaufsicht liefert rechtzeitig Übersichten von Schüler/innen mit Handicap, die nicht an einer Förderschule verbleiben, sondern an eine weiterführende Schule in der jeweiligen Kommune wechseln wollen und die aufnehmenden Schulen stimmen sich über die Aufnahmeentscheidung ab. In Konfliktfällen entscheidet die Dienstaufsicht. Das passt auch zu dem Ziel der Grünen, die Eigenverantwortung der Schulen gegenüber der Bezirksregierung und dem Land zu stärken.
509 KV Münster

Die Schulen brauchen verbindliche bauliche Standards, die sicherstellen, dass sowohl pädagogische Bedarfe als auch die Bedürfnisse der in den Schulen Beschäftigten passgenau abgebildet werden.

521 Grüne Jugend NRW

Förderschulen sollen sich in den inklusiven Entwicklungsprozess öffnen und kurzfristig auch Schüler*innen ohne sonderpädagogische Unterstützungsbedarf aufnehmen können (reverse Inklusion).

erfolgt mündlich
521-523 Karen Haltaufderheide u.a.

Förderschulen sollen sich in den inklusiven Entwicklungsprozess öffnen und auch Schüler*innen ohne sonderpädagogische Unterstützungsbedarf aufnehmen können (reverse Inklusion).

Stattdessen:
Förderschulen sollen sich für inklusive Entwicklungsprozesse weiter öffnen. Auch die Förderschulen der Landschaftsverbände gewährleisten bereits jetzt die förderschulpädagogische Expertise in den allgemeinen Schulen. Als Zwischenschritte im inklusiven Entwicklungsprozess sind regelhafte und kontinuierliche Kooperationen zwischen Förderschulen und allgemeinen Schulen denkbar [reverse Inklusion]. Sie können ein besseres Verständnis für inklusive Prozesse ermöglichen. Langfristiges Ziel bleibt die gemeinsame Unterrichtung aller Schüler*innen in einer Schule.

Erfolgt mündlich.
558 OV Werther u.a.

[Hinter “professionell fortbilden.“ folgenden Satz einfügen“:]

Insbesondere würde es einer flächendeckenden Erhöhung der Unterrichtsqualität zugutekommen, wenn sich die lebenslange Weiterentwicklung des unterrichtlichen „Handwerkszeugs“ der Lehrer*innen konsequenter an Ergebnissen der neueren empirischen Bildungsforschung orientieren würde.

Hierin sehen wir ein der gegenwärtigen Fortbildungspraxis ein erhebliches Defizit - es geht um das Know-how für "guten Unterricht", worüber sich das erziehungswissenschaftliche und unterrichtspsychologische Wissen in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich erweitert hat.
567 KV Münster

Wir sehen großen Reformbedarf in der Lehramtsausbildung, nicht zuletzt auch, damit zukünftige Lehrer*innen den in diesem Antrag formulierten Ansprüchen gerecht werden können. Wir schlagen deshalb vor, dass in einem weiteren Diskussionsprozess zeitnah die zukünftige Struktur der Lehramtsausbildung, die Ausrichtung von Lehrämtern und die Qualifizierung von Seiteneinsteiger*innen diskutiert wird werden und Vorschläge für eine grundlegende Reform in den grünen Gremien erarbeitet werden und in einem Jahr der Partei ein Ergebnis zur Abstimmung vorgestellt wird.

567-2 Grüne Jugend NRW
Wir sehen großen Reformbedarf in der Lehramtsausbildung.
Ein verändertes Schulsystem, so wie wir es vorschlagen, stellt auch neue Herausforderungen und Anforderungen an zukünftige Lehrer*innen. Das Lehramtsstudium muss sich deshalb grundlegend neu ausrichten: Beispielsweise müssen sich Themen wie die Inklusion und Digitalisierung durch das gesamte Studium ziehen und nicht vereinzelt in Modulen behandelt werden. Wir müssen Lehrer*innen darin befähigen sich das Schulsystem flexibel aneignen zu können und der Chancenvielfalt kompetent zu begegnen.
erfolgt mündlich
615 Manfred Beck u.a.

Einfügen nach Zeile 615 (ist auch bereits im Antrag der LAG Bildung enthalten):

Ausbildungsordnungen existierender Berufe müssen auf die Erfordernisse einer nachhaltigen Gesellschaft hin überarbeitet werden („grüne“ Berufsbilder). Hierzu sind geeignete Aktivitäten auf nationaler Ebene anzuregen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) muss zwingend auch in die berufliche Bildung integriert werden. Um zu zeigen, dass wir dies im Blick haben, ist diese Ergänzung erforderlich.
615 ff Katja Dörner u.a.

Für eine gelingende Kooperation zwischen Bund und Land in der Bildung

Um Chancengleichheit zu gewährleisten und unsere Kindertagesstätten und Schulen fit für die Zukunft zu machen, müssen Bund, Land und Kommunen an einem Strang ziehen. Der viel postulierte Wettbewerb der Bundesländer ist insbesondere mit Blick auf die schulische Bildung der falsche Weg. Kinder und Jugendliche haben das Recht auf bestmögliche Bildungschancen und darauf, ihre Potentiale voll ausschöpfen zu können – unabhängig von ihrem Wohnort. Statt Wettbewerb brauchen wir einheitliche Standards, den Abbau von Mobilitätshemmnissen und die Möglichkeit des Bundes, große Projekte – wie den Ausbau der Ganztagsschulen oder der Inklusion – in Abstimmung mit den Bundesländern zu steuern und zu finanzieren. Die jüngst erfolgte Grundgesetzänderung ist hierfür ein erster Schritt. Um den Herausforderungen unseres Bildungssystems im Sinne der Kinder und Jugendlichen und auch der Lehrkräfte gerecht zu werden, ist er aber zu klein. Wir plädieren dafür, eine Rahmengesetzgebung auf Bundesebene zu schaffen, die Instrumente zur Herstellung gleicher Möglichkeiten der Bildungsteilhabe sowie Rechtsansprüche, die in allen Bundesländern gleichermaßen gewährleistet werden müssen, umfasst.

erfolgt mündlich
615-1 Klaus Kurtz u.a.

Einfügen nach Zeile 615:

 

Ausbildungsordnungen existierender Berufe müssen auf die Erfordernisse einer nachhaltigen Gesellschaft hin überarbeitet werden („grüne“ Berufsbilder). Hierzu sind geeignete Aktivitäten auf nationaler Ebene anzuregen.

Auch im Bereich der beruflichen Bildung ist eine Ausschärfung in Richtung BNE erforderlich.
615-2 Kai Gehring u.a.

Einfügen nach Zeile 615:

„Die schulische und duale Berufsausbildung sind immens wichtige Pfeiler des Bildungssystems. Ihr großes Plus ist ihre Mischung aus Praxis und Theorie. Allerdings fehlt es in NRW an Ausbildungsplätzen, wenn auch mit starken regionalen Unterschieden. Wir fordern eine Ausbildungsgarantie für alle jungen Menschen, damit niemand am Übergang von der Schule in den Beruf verloren geht. Für Erstausbildungen wollen wir die Gebühren abschaffen und für alle eine Mindestausbildungsvergütung einführen.

Die berufliche Bildung wollen wir wesentlich attraktiver gestalten, ohne sie gegen die akademische auszuspielen. Junge Menschen sollen die Wahlfreiheit haben, ob sie eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen möchten. Wir wollen mehr Fachkräfte für die Herausforderungen für morgen, auch um Mangelsituationen in einzelnen Branchen und Regionen zu überwinden.“

616 KV Herne

Einfügen in Zeile 616:

“Berufliche Bildung

Eine stringente berufliche Orientierung und Bildung gewinnt zunehmend an Bedeutung, um den jungen Menschen frühzeitig eine individuelle Perspektive zu ermöglichen und um den zukünftigen Fachkräftebedarf zu sichern. Es ist notwendig ein Gesamtkonzept der beruflichen Bildung zu entwickeln, welches den Erfordernissen einer Weiterentwicklung von „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) genauso Rechnung trägt wie einem verbesserten Übergangsmanagement von Schule in Ausbildung und Studium. Die Potenziale der Dualen Ausbildung müssen dringend einen neuen Stellenwert in der beruflichen Bildung erhalten. Wir werden dazu in naher Zukunft detaillierte Vorstellungen erarbeiten.”

Eine Bildung für das 21. Jahrhundert darf nicht den Bereich der beruflichen Bildung ausklammern. Zunehmender Fachkräftemangel, hohe Abbruchquoten bei den  Auszubildenden bis zu 40 %, steigende Zahlen in den sog. ‚Warteschleifen‘ der  Berufskollegs, Abbruchquoten in den Hochschulen bis zu 30 % und mehr sowie die fehlende Akzeptanz der Dualen Ausbildung u.a. zeigen deutlich auf, dass es dringend notwendig ist, die bestehenden Konzepte und Strukturen der beruflichen Bildung zu  überarbeiten und eine Art ‚Gesamtkonzept der beruflichen Bildung‘ zu entwickeln. Berufliche Bildung muss über alle Bildungseinrichtungen hinweg (Berufliche Bildung von Beginn an !– von KiTa über alle Schulstufen hinweg bis zum Übergang in Beruf und Studium) konsequent mit Partnern aus Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft zu einem fest verankerten und verpflichtenden Bestandteil aller Bildungskonzepte werden. Grüne sollten sich für diese Entwicklung verantwortlich zeigen und eine entsprechende Initiative ankündigen.
624 LAG Hochschulpolitik u.a.

Ersetze in Zeile 624: “zu weiteren Kompetenzen wie etwa den sogenannten Softskills verpflichten.“ durch “Wir wollen Leitlinien einführen, die in den Prüfungsordnungen neben der Vermittlung des Fachwissens, auch dessen kritische Reflexion, methodische Kompetenz und Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens verankern. Überdies sollen Interdisziplinarität, gesellschaftliche Verantwortlichkeit, Internationalität und Bildung für nachhaltige Entwicklung curriculare Berücksichtigung finden.“

Neben der reinen Fachlichkeit stellt ein Studium deutlich mehr dar, was durch den Bezug auf Softskills angedeutet wurde. Dies wollen wir mit Leben füllen.
635 LAG Hochschulpolitik u.a.

Ergänze und ersetze in Z. 635f: “ … haben unterschiedliche Bedürfnisse. Es kann nach wie vor festgestellt werden, dass sich etwa strukturelle wie soziale Benachteiligungen von Geschlecht, sozialem und/oder Migrationshintergrund negativ auf einen akademischen Werdegang auswirken. Deshalb brauchen wir mehr Angebote für individuelle Förderung und den Abbau dieser Benachteiligungen.“

Ergänzend zum bewusst sehr breit aufgeführten Begriff der unterschiedlichen Lebensrealitäten und diversity-gerechten Strukturen, sollen die zwei bedeutenden und großen Punkte der strukturellen und sozialen Benachteiligung aufgeführt werden, da dieser Trichter auch im Bereich Hochschule bei den Aufnahmen eines Masterstudiums, einer Promotion und einer Habilitation sehr starken Einfluss hat.
662 LAG Hochschulpolitik u.a.

Ändere Z. 662 wie folgt:

“Daher soll die Gruppenparität im Senat und eine starke studentische Präsenz in anderen Gremien der Hochschulen der Normalfall sein.“

Das bisherige "oder" drückt unser Anliegen der stärkeren Demokratisierung der Hochschulen und der Stärkung der Nicht-Professor*innen-Statusgruppen nicht deutlich genug aus.
671 LAG Hochschulpolitik u.a.

Streiche in Z. 671 “- in einem gewissen Rahmen – auch“

Austausch ist erwünscht. Die finanzielle Abhängigkeit ist das Problem, welche in diesem Absatz aber kein Thema ist.
677 LAG Hochschulpolitik u.a.

Füge ein in Zeile 677 nach Verbreitung: „Digitalisierung kann dazu beitragen den Zugang zu Bildung und eine inklusivere Hochschulbildung, mehr Kollaboration von Lehrenden und Lernenden, sowie dazu interdisziplinäres Arbeiten zu ermöglichen. Dabei ist es allerdings mit Plattformen und möglichst innovativen Lehrformaten nicht getan: Digitalisierung darf nicht als Placebo für gute Lehre genommen werden, sie muss unter Beteiligung von Studierenden und unter didaktischer Einbettung stattfinden. Die Anwendung digitaler Medien kann und muss je nach Medium, Lernziel und Lernende stark variieren. Eine große Priorität sollte daher die Vermittlung von Medienkompetenzen im Zusammenspiel mit Didaktik bei den Lehrenden und Lernenden einnehmen. “

Digitalisierung ist mehr als E-Learning aber gleichzeitig auch nicht die Lösung schlechthin für Hochschullehre, in einem Grundsatzbeschluss zu Bildung gehört dieser Dualismus thematisiert.
Titel Für die AG Jugend-Schule-Sport im KV Düsseldorf: u.a.

SELBSTBESTIMMT LERNEN, SELBSTBESTIMMT
LEBEN. Gegenwart und Zukunft gestalten – BILDUNG FÜR DAS 21. JAHRHUNDERT

Begründung: Der bisherige Titel fokussiert zu sehr auf das einzelne Individuum. Gerade heute geht es aber insbesondere auch um den bedrohten gesellschaftlichen Zusammenhalt und neben der Freiheit des Individuums auch um die gemeinsame Verantwortung für die menschliche Gesellschaft und den Planeten.
Hinter Zeile 6 und vor Zeile 7 Für die AG Jugend-Schule-Sport im KV Düsseldorf: u.a.

Seit dem Schock, ausgelöst durch die ersten PISA-Ergebnisse, hat sich im Bildungswesen einiges getan. Deutsche Schüler*innen schneiden im internationalen Vergleich besser als früher ab, aber bei der Entkopplung von sozialer Herkunft, Zuwanderungsgeschichte und Bildungserfolg – auch wenn erste bescheidene Erfolge zu verzeichnen sind – gibt es in Deutschland und im Besonderen in NRW noch viel zu tun. Von Chancengleichheit kann noch keine Rede sein. Bei der Schulstruktur hat der von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU vereinbarte Schulfrieden zu einer deutlichen Erhöhung der Anzahl von Schulen des gemeinsamen Lernens in NRW geführt. Der aktuelle Bedarf ist aber längst noch nicht gedeckt. Bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention von 2006 hat die Regierung aus SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in den Jahren 2010 bis 2017 eine Entwicklung eingeleitet, welche erste positive Ergebnisse aber auch noch viel Handlungsbedarf zeigt und deutlich mehr Ressourcen erfordert, als ursprünglich angenommen. Auch die Bildungsausgaben sind unter der letzten Regierung gesteigert worden, aber sie reichen immer noch nicht an das Mittel der OECD-Ausgaben in diesem Bereich heran. Schon länger bestehende Herausforderungen im Bildungssystem sind also weiter zu bearbeiten.

Heute, im 21. Jahrhundert, ist es mehr denn je erforderlich, dass wir Grüne in unserer Bildungspolitik insbesondere die folgenden Ziele konsequent verfolgen:
• Verwirklichung von Bildungsgerechtigkeit von Anfang an über die gesamte Bildungsbiographie,
• ein leistungsfähiges Bildungssystem, das die individuellen Potenziale aller Schüler*innen bestmöglich ausschöpft,
• Ermöglichen gemeinsamen Lernens und gemeinsamen Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen in inklusiven Bildungseinrichtungen,
• Orientierung der Bildungsinhalte und -methoden an den Prinzipien der Demokratie, der nachhaltigen Entwicklung und der gegebenen kulturellen Vielfalt in unserer Gesellschaft,
• Wertschätzung der Potenziale der vielfältigen Sprachen und Kulturen unserer Einwanderungsgesellschaft,
• Ermutigung der jungen Menschen sowie der in Bildungsprozessen beteiligten Erwachsenen, sich für unsere freiheitliche Demokratie aktiv einzubringen,
• Entschiedenes Eintreten gegen jede Art von Diskriminierung, nicht zuletzt institutioneller Diskriminierung,
• Nutzung der Chancen der Digitalisierung mit dem Ziel, mehr Selbstbestimmung zu ermöglichen.

Begründung Absatz 1: Ein knapp formulierter Bezug zur früheren Regierungstätigkeit macht klar, was durch uns in Kernbereichen der Bildungspolitik erreicht wurde und wo und warum wir weiteren Bedarf sehen. Begründung Absatz 2: Eine solche Übersicht macht zu Beginn klar, worum es BÜNDNIS 90/GRÜNEN grundsätzlich in der Bildungspolitik geht. Es ist der rote Faden bzw. die grüne Vision für die nachfolgende Dokumentabschnitte.  
Zeile 7 bis 22 verändern und ergänzen Für die AG Jugend-Schule-Sport im KV Düsseldorf: u.a.

UN-Nachhaltigkeitsziele als Orientierungsrahmen für Bildung
Die zunehmende soziale Spaltung, die Klimakrise, das alarmierende Artensterben, die Fixierung auf angeblich endlos mögliches ökonomisches Wachstum, die digitale Transformation, die immer vielfältiger sich ausprägende Gesellschaft und die Folgen der Globalisierung erfordern eine andere Gestaltung von Bildungsprozessen. Historische Errungenschaften der Menschheit sind bedroht und die Gesellschaft insgesamt – aber auch das Bildungswesen – muss auf diese Gefahren für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft reagieren. Wir müssen neu nachdenken über die für die Bewältigung dieser Krisen notwendigen Kompetenzen, über das dafür passende Fachwissen, welches wir in unserem Bildungswesen vermitteln, und Lehr- und Lernformen sowie die Organisation der Bildungsinstitutionen kritisch überprüfen.

Unser Bildungsverständnis basiert auf den Errungenschaften der Aufklärung (Freiheit, Gleichheit, Brüder-/Schwesterlichkeit), auf der Achtung der Menschenrechte und der Demokratie. Das schließt den Respekt vor der Vielfalt der Kulturen, Lebensentwürfe und Bekenntnisse ein, ohne eine kritische Auseinandersetzung mit diesen historischen Errungenschaften auszuschließen. Darüber hinaus ist eine neue Ethik in Bezug auf unser Verhältnis zur Natur erforderlich (z.B. suffiziente Lebensweisen/Lebensstile). Die von den Vereinten Nationen 2016 verabschiedeten globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) sowie die Agenda 2030 bieten den Orientierungsrahmen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Bildungspolitik. Das von der Staatengemeinschaft getragene Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (WAP) und der daraus resultierende Nationale Aktionsplan BNE (NAP) konkretisieren dieses Programm für den Bildungsbereich. Wir streben im Sinne der Ziele nachhaltiger Entwicklung eine inklusive, gerechte und hochwertige Bildung für alle an. Sie soll dazu befähigen, Kultur und Naturerbe zu erhalten, Vielfalt und Nachhaltigkeit in einer demokratischen Gesellschaft zu fördern sowie Wissen zu schaffen, zu verbreiten und zu teilen, um auch zukünftigen Generationen ein Leben in Frieden und Freiheit in einer lebenswerten Umwelt zu ermöglichen.

In diesem ersten Kapitel, in dem es um konkretere Beschreibung und Forderungen geht, machen wir mit einer solchen Textformulierung deutlich, dass unsere Partei auch in der Bildungspolitik sowohl den Markenkern unserer Partei und als auch ein klares Bekenntnis zu den Grundwerten unserer Gesellschaft konsequent im Blick hat.
Zeilen 72 - 74 verändern Für die AG Jugend-Schule-Sport im KV Düsseldorf: u.a.

Daneben wollen wir in einem ersten Schritt an den Standorten mit besonderen Anforderungen die Anzahl der Lehrkräfte erhöhen, die Unterrichtsverpflichtungen senken sowie Schulleitungsassistenzen und mehr Entlastungsstunden zur Verfügung stellen.

Aktuelle werden an 60 Talentschulen in sozialen Brennpunkten die Anzahl der Lehrkräfte erhöht, dies sollte generell auf Schulen mit niedrigem Sozialindex als baldmöglichst zu erfüllendem Anspruch ausgeweitet werden, unabhängig von der Tatsache, dass die Lehrerversorgung derzeit schwierig ist.
Nach Zeile 187 ergänzen Für die AG Jugend-Schule-Sport im KV Düsseldorf: u.a.

Ein weiterer Schritt, um die soziale Segregation zu überwinden, wären kleinere Klassen mit einem höheren Betreuungsschlüssel geführt durch multiprofessionelle Teams. Eine Intensivierung der Zusammenarbeit der Grundschulen auf Schulbezirksebene zwischen Schulen in soziodemographisch stärkeren und schwächeren Gebieten führt insgesamt zu einer Verbesserung der Akzeptanz aller Schulen.

In Grundschulen muss der Betreuungsschlüssel erhöht werden, um auch schwächere Kinder optimal zu fördern. Eine Zusammenarbeit der Schulen soll eine Akzeptanz der Schulen durch die Eltern in verschiedenen sozialen Milieus verbessern.
Zeilen 280-283 verändern Für die AG Jugend-Schule-Sport im KV Düsseldorf: u.a.

Um sicherzustellen, dass Lernende grundlegendes informatorisches Wissen erwerben, wollen wir informatorische Bildung curricular verankern. Das bedeutet aber nicht grundsätzlich Informatik als Pflichtfach einzuführen. Über Verknüpfung mit anderen Fächern soll ein umfassendes Verständnis zu den Begriffen Informatische Bildung, Medienpädagogische Bildung und Medienkompetenz sichergestellt werden. Ein zusätzliches Angebot als Wahlpflichtfach für besonders interessierte Schüler*innen wäre eine sinnvolle Ergänzung.

Informatik als Pflichtfach einzuführen könnte aus unserer Sicht kontraproduktiv sein. Insbesondere Schüler*innen, deren Interessen nicht in den MINT-Fächern liegen, hätten damit ein großes Problem. Daher wäre Informatik als Wahlpflichtfach besser aufgehoben, um die Interessierten zu begeistern. Zusätzlich sollte informatorisches Wissen fächerübergreifend behandelt werden, um ein umfassendes Verständnis über die Digitalisierung zu bekommen.
Zeilen 303 - 305 ergänzen Für die AG Jugend-Schule-Sport im KV Düsseldorf: u.a.

Die Antragsverfahren für Neuausstattungen müssen dabei vereinfacht und beschleunigt werden. Es ist aber immer darauf zu achten, dass die Technik in einem vertretbaren finanziellen Rahmen zum Nutzen steht. Zur Grundausstattung gehören ein schneller Internetzugang, WLAN im gesamten Gebäude, Präsentationstechnik in allen Räumen und mobile Geräte in ausreichender Zahl, die jederzeit genutzt werden können. Damit sich die Lehrkräfte komplett auf den Unterricht konzentrieren können, ist es zwingend notwendig, jeder Schule personelle Unterstützung zur Wartung und Ausrüstung der technischen Geräte zu gewähren. Gleichzeitig muss eine kontinuierliche Fortbildung aller Lehrkräfte an der genutzten digitalen Technik gesichert sein.

Aktuell ist das Beschaffen neuer Technik an den Schulen mit sehr viel Bürokratie verbunden. Neue Technik sollte daher schnell und unbürokratisch beschafft werden können, wobei immer auf den Kosten/Nutzen-Faktor geschaut werden muss. Die Wartung der technischen Geräte kann nicht den Lehrkräften oder den Schüler*innen überantwortet werden. Hierfür muss für die Schulen personelle Unterstützung in anderer Form gewährleistet sein.
Alle Nabiha Ghanem u.a.

Den Antrag durch den Abschlussbericht der Kommission ersetzen und inhaltliche Änderungsanträge entsprechend einfügen.

Der Antragstext bemüht sich, den Abschlussbericht, ergänzt um Rückmeldungen, komprimiert darzustellen. Dies geschieht auf Kosten einer klaren und differenzierten Darstellung, man merkt ihm das Bemühen an und er nimmt die Leser*innen nicht mit. Da es sich um ein so wichtiges und grundlegendes Politikfelder mit herausragender Bedeutung handelt, sollten wir ein paar Seiten mehr nicht scheuen. Wie so oft ist es für diejenigen, die tief im Diskussions- und Entwicklungsprozess einer solchen Arbeit stecken, sehr schwierig, eine wirklich gute Komprimierung und Strukturierung vorzunehmen. Ein solcher Text sollte daher die Rückmeldung von einigermaßen fachkundigen, aber externen Leser*innen beachten. Wir stellen diesen Antrag aufgrund solcher Rückmeldungen, von Lehrer*innen, Pädagogikstudierenden und anderen fachaffinen Parteimitgliedern. Die Reaktionen waren eindeutig und sehr ähnlich, „alter Wein in neuen Schläuchen“, „völlig utopisch“, „kein klarer roter Faden“, „wildes Gemisch von unbezahlbaren Visionen und sinnvollen konkreten Maßnahmen“. Die strittigste Frage war, ob es sich lohne, Änderungsanträge zu schreiben, da eigentlich der ganze Text neu geschrieben werden müsse. Zentrale Forderung war, die Fernziele oder Visionen klar von einigermaßen realistischen Schritten zu unterscheiden.
650 Kai Gehring u.a.

Ändere den Satz Zeile 650 „Diese Leitungen sollen elternunabhängig sein und nicht zurückgezahlt werden müssen“ in:

„…Beide Leistungen sollen nicht zurückgezahlt werden müssen.“

Begründung: Entspricht Beschlusslagen in Bund und Land, da bewusst Mischmodell aus elternunabhängiger Säule (Sockel für alle) und elternabhängig (Bedarfszuschuss) als starke soziale Komponenten für Studierende aus einkommenarmen Elternhäusern, um gezielt mehr Kids aus ärmeren Nicht-Akademiker-Haushalten den Weg auf den Campus zu ermöglichen.
Einfügen nach Zeile 615: Kai Gehring u.a.

Einfügen nach Zeile 615:

„Die schulische und duale Berufsausbildung sind immens wichtige Pfeiler des Bildungssystems. Ihr großes Plus ist ihre Mischung aus Praxis und Theorie. Allerdings fehlt es in NRW an Ausbildungsplätzen, wenn auch mit starken regionalen Unterschieden. Wir fordern eine Ausbildungsgarantie für alle jungen Menschen, damit niemand am Übergang von der Schule in den Beruf verloren geht. Für Erstausbildungen wollen wir die Gebühren abschaffen und für alle eine Mindestausbildungsvergütung einführen.

Die berufliche Bildung wollen wir wesentlich attraktiver gestalten, ohne sie gegen die akademische auszuspielen. Junge Menschen sollen die Wahlfreiheit haben, ob sie eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen möchten. Wir wollen mehr Fachkräfte für die Herausforderungen für morgen, auch um Mangelsituationen in einzelnen Branchen und Regionen zu überwinden.“

Zeile 61 Für die AG Jugend-Schule-Sport im KV Düsseldorf: u.a.

Der Lehrkräftemangel belastet die Schulen bereits heute und wird sich auch absehbar nicht verbessern.

Bereits heute fehlen in vielen Schulformen Lehrer*innen, insbesondere aber auf dem Land und an Schulen in sozialen Brennpunkten.
Einfügen nach Zeile 240 Für die AG Jugend-Schule-Sport im KV Düsseldorf: u.a.

Nachhaltige Schule

Wir wollen Schulen, die sich zentral den Herausforderungen der Nachhaltigen Entwicklung im 21. Jahrhundert stellen. Damit greifen wir u.a. Forderungen aus den Reihen der Fridays For Future-Bewegung auf. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) muss innerhalb der Strukturen des Bildungswesens für Akteure deutlicher erkennbar werden, sowohl als politische Zielsetzung als auch in den behördlichen Vorgaben, in Richtlinien, Kernlehrplänen, Handreichungen, Materialien, Fortbildungs- und anderen Unterstützungssystemen, Schulbüchern, Schulberatung durch die Schulaufsicht, in der Qualitätsanalyse und in der ersten und zweiten Phase der Lehrerausbildung. Die staatlichen Vorgaben für das Bildungssystem in NRW müssen unter dem Aspekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) überprüft und entsprechend überarbeitet werden. Die unter bündnisgrüner Regierungsbeteiligung initiierte Leitlinie BNE für NRW ist mittlerweile erarbeitet und vom Bildungsministerium veröffentlicht und muss nun in die praktische Umsetzung kommen. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bedarf vor allem einer kritischen Revision der Kernlehrpläne aller Unterrichtsfächer und Lernbereiche in allen Bildungsgängen im Hinblick auf ihre Zukunftsfähigkeit. Wir streben deshalb einen gemeinsamen, abschlussbezogenen Bildungsplan für die Sekundarstufe I in NRW an, der die Einzelpläne für die verschiedenen Schulformen ablöst. Dieser Bildungsplan gilt für alle Schulformen der Sekundarstufe I und weist durchgängig drei Niveaustufen aus. Integriert darin werden überfachliche Bildungskonzepte wie BNE, politische Bildung, Verbraucherbildung, Medienbildung etc. Um zukunftsweisende demokratische und partizipative Arbeitsformen verstärkt auch in die Schulen zu bringen, müssen Absprachen zwischen Fächern und Lernbereichen nicht nur aus ökonomischen Gründen erfolgen, sondern an gemeinsamen Themen, Projekten und Beispielen aufzeigen, wie und welche inhaltlichen Beiträge von welchen Fächern und Lernbereichen zu gemeinsamen Problemlösungen beitragen können. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) gehört als Perspektive in das Schulprogramm jeder Schule. Dazu wollen wir unterstützende Arbeitsstrukturen und Unterstützungssysteme mit einer ausreichenden Zahl von Berater*innen und Multiplikator*innen auf allen Ebenen des Bildungssystems schaffen. Dazu muss nicht nur die Lehrerfortbildung, sondern ganz besonders auch die Lehrerausbildung in allen Fächern für einen Paradigmenwechsel sorgen und eine entsprechende Grundbildung aller Lehrenden sicherstellen. Inhalte und Methoden der BNE sind für eine inklusive Schule und die individuelle Förderung besonders geeignet.

Neben den oben formulierten allgemeinen Ausführungen zum Bezug auf die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN und BNE braucht es auch hier eine konkretere Beschreibung, was die Konsequenzen z. B für die Inhalte, Lernprozesse oder etwa die Lehrerausbildung sind. Für den Bereich Digitalisierung findet sich das breit im Antrag verankert, konsequenterweise ist dies auch für diesen, vorne im Antrag erwähnten besonders hervorgehobenen „Orientierungsrahmen der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele“ etwas detaillierter auszuführen.
Einfügen nach zeile 266 Für die AG Jugend-Schule-Sport im KV Düsseldorf: u.a.

Ebenso wichtig ist es, den didaktischen Rahmen bei der Integration digitaler Medien in den Unterricht zu gestalten und pädagogische Konzepte zu entwickeln.

Es kann nicht nur darum gehen, zu sagen, dass die Schule die Schüler*innen für die digitale Welt vorbereiten muss, sondern es muss auch brauchbare pädagogische Konzepte entworfen werden, um den spezifischen Bildungs-Wert der Digitalisierung für Bildungsprozesse zu verdeutlichen und in den Schulen umsetzbar zu machen, aber auch die kritischen Aspekte einer solchen Entwicklung erkennbar werden zu lassen. Das fehlt unserer Meinung nach bisher.
Einfügen nach Zeile 425 Für die AG Jugend-Schule-Sport im KV Düsseldorf: u.a.

Und längerfristiges Ziel ist ein dem internationalen Standard entsprechendes nicht segregierendes Schulsystem in Deutschland.

Segregation im Schulsystem macht Inklusion nach UN-Verständnis grundsätzlich unmöglich, auch trägt ein segregierendes Schulsystem nicht zum Zusammenhalt der Gesellschaft bei. Die gewählte Formulierung benennt bewusst keine spezifische Schulform, die anzustreben wäre, ruft eben keinen Kulturkampf gegen das Gymnasium aus, sondern macht einen noch zu führenden gesellschaftlichen Verständigungsprozess deutlich.
Einfügen nach Zeile 615 Für die AG Jugend-Schule-Sport im KV Düsseldorf: u.a.

Ausbildungsordnungen existierender Berufe müssen auf die Erfordernisse einer nachhaltigen Gesellschaft hin überarbeitet werden („grüne“ Berufsbilder). Der Dialog darüber ist insbesondere auch mit den Kammern zu führen. Außerdem sind durch NRW geeignete Aktivitäten auf nationaler Ebene anzuregen.

Auch in der beruflichen Bildung ist nachhaltige Entwicklung stärker zu verankern.

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