W-LR-23 Wibke Brems

Nicht erst seit der Europawahl beginnt Klimaschutz endlich den Stellenwert zu bekommen, den er dringend in der öffentlichen Wahrnehmung benötigt. Angefangen hat es mit den beeindruckenden zigtausend Menschen, die am und im Hambi im vergangenen heißen Sommer und Herbst für einen Kohleausstieg im Kohleland-NRW demonstriert haben. Doch die Jugend treibt seitdem das Thema wöchentlich voran und fordert die Regierungen zu echtem Klimaschutz auf: Handeln statt reden ist angesagt. Wir wissen aus eigener bitterer Erfahrung in Koalitionen, wie schwer es ist, auch nur kleine Schritte im Kampf um mehr Klimaschutz, mehr Erneuerbare Energien, eine echte Verkehrswende zu gehen und wie leer die meisten Lippenbekenntnisse der anderen Parteien zum Pariser Klimaabkommen sind. Jedoch ist die Fridays4Future-Bewegung auch für uns GRÜNE eine Herausforderung. Ich selbst merke, wie ich angesichts der dramatischen Klimakrise ungeduldiger und radikaler in Forderungen werde. Jedoch folgt die Frage nach den dafür notwendigen Mehrheiten – in der Bevölkerung wie in Parlamenten. Die Wählerinnen und Wähler der Europawahl erwarten von uns mehr denn je, die Regierungen in Land und Bund anzutreiben und selber Verantwortung zu übernehmen. Wir scheuen uns nicht davor, Stellung zu beziehen und diese Positionen umzusetzen. Und es wird Zeit. Die letzte große gesetzliche Innovation in Sachen Erneuerbare und Klimaschutz war das EEG, das dann nicht im Sinne der Erfinder*innen weiterentwickelt wurde. Stattdessen wurde Gipfelpolitik betrieben, die Erneuerbare-Branche fast kaputt gemacht und trotz besseren Wissens an den schwachsinnigen Plänen des Braunkohleabbaus festgehalten. Wir müssen die Kraft sein, die das ändert. Wir müssen die Kraft sein, die Worte in politische Taten umsetzt. Und daran möchte ich mitwirken und darum bitte ich um Eure Unterstützung.

Biografie

Mehr als die Hälfte meines Lebens bin ich bei den GRÜNEN (20 von 38 Jahren). Seitdem in diversen Funktionen, über OV- und KV-Sprecherin in Gütersloh, sachkundige Bürgerin, Ratsfrau, Beisitzerin im Landesverband und seit neun Jahren Landtagsabgeordnete. Elektrotechnik-Ingenieurin seit 13 Jahren, zunächst selbstständig im Bereich Photovoltaik und Energieberatung von Kommunen, dann als Leiterin des technischen Supports eine mittelständischen Photovoltaikgroßhändlers und jetzt die Sprecherin für Energiepolitik, Klimaschutz, Bergbausicherheit und Anti-Atom-Politik der Landtagsfraktion.

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